Unterkunft für 40.000 Server Envia Tel eröffnet drittes Rechenzentrum in Taucha

Redakteur: Ulrike Ostler

Platz für 40.000 Server und individuell gestaltbare IT-Sicherheitsbereiche zur Datenverarbeitung und -speicherung nach deutschem Recht – das beschreibt das mittlerweile dritte Rechenzentrum von Envia Tel in Taucha. Im November hat der Betreiber das Datacenter offiziell eröffnet.

Nach anderthalb Jahren Bauzeit jetzt in Betrieb: das dritte Rechenzentrum von Envia Tel in Taucha mit Platz für rund 40.000 Server.
Nach anderthalb Jahren Bauzeit jetzt in Betrieb: das dritte Rechenzentrum von Envia Tel in Taucha mit Platz für rund 40.000 Server.
(Bild: Envia Tel)

Mit dem neuen Datacenter bei Leipzig betreibt Envia Tel insgesamt sieben Rechenzentren in Mitteldeutschland, unter anderem in Chemnitz, Kolkwitz bei Cottbus und Plauen. Envia-Tel-Geschäftsführer Stephan Drescher erläutert: „Der Bedarf nach zukunftssicheren Glasfaserleitungen verbunden mit ausreichend Datacenter-Kapazitäten wächst ständig. Die Corona-Pandemie hat dem noch einen enormen Schub gegeben und verlangt nach einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur. Mit dem neuen Rechenzentrum leisten wir einen Beitrag zur weiteren Digitalisierung von Unternehmen und Gesellschaft.“

Errichtet wurde das Datacenter nach eineinhalbjähriger Bauzeit mit rund 2.000 Quadratmetern auf dem Betriebsgelände der Envia-M-Gruppe in Taucha direkt neben dem 2014 eröffneten Rechenzentrum. Im ebenfalls neu errichteten Bürogebäude geht im Dezember die neue zentrale Leitstelle von Envia Tel in Betrieb. Hier wird nicht nur das Rechenzentrum überwacht, sondern auch das Telekommunikationsnetz – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, versteht sich.

Die Bauarbeiten sind nach Aussagen des Betreibers trotz der weltweiten Corona-Pandemie ohne größere Unterbrechungen verlaufen. Für den Neubau wurden rund 5.000 Kubikmeter Beton, mehr als 400 Tonnen Baustahl und zirka 40 Kilometer Stromkabel verbaut. Dafür beauftragte Envia Tel überwiegend regionale Bauunternehmen und Dienstleister.

Die eingebaute Redundanz

Alle kritischen Versorgungssysteme sind mehrfach ausgelegt und sorgen für eine hohe Ausfallsicherheit. So ist das Datacenter über redundante Glasfaseranbindungen in das Glasfasernetz der Envia Tel und die Netze anderer Netzbetreiber eingebunden.

Die Stromversorgung wird über zwei Stromleitungen von dem in unmittelbarer Nähe liegenden Umspannwerk und zusätzlich mit vier Notstromaggregaten abgesichert. Dabei wird der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bezogen.

Das neue Datacenter verfügt zudem über eine 24-Stunden-Überwachung durch die eigene Leitstelle vor Ort. Das Datacenter erfüllt insgesamt die Anforderungen der zweithöchsten Sicherheitsstufe, die die europäische Rechenzentrumsnorm EN 50600 vorsieht, und ist nach ISO 27001 für die IT-Sicherheit und nach ISO 9001 für das Qualitätsmanagement zertifiziert.

Die Dienstleitungen

Der zweigeschossige Neubau ist in vier Bauabschnitte mit jeweils 500 Quadratmetern Fläche aufgeteilt. Je nach Nachfrage kann die Datacenter-Kapazität auf 2.000 Quadratmeter gesteigert werden. Im ersten Bauabschnitt steht der Einzug der ersten Kunden kurz bevor.

Die Bandbreite der angebotenen Dienstleistungen reicht vom einzelnen Technikschrank über separate Sicherheitsräume mit erweiterten Sicherheitsvorkehrungen bis hin zur Anbindung an die Cloud und einen Komplettservice.

Nicht überall sind Rechenzentren willkommen, doch der Bürgermeister von Taucha, Tobias Meier, begrüßt den Neubau: „Ich freue mich sehr, dass am Standort Taucha noch ein weiteres Rechenzentrum der Envia Tel entstanden ist. Für die hier ansässige Wirtschaft und für die gesamte mitteldeutsche Region ist es ein wichtiger Schritt. Denn schnelles Internet und mitwachsende Datenspeicher gehören zur entscheidenden wirtschaftlichen Infrastruktur. Die Stadt Taucha entwickelt sich seit Jahren positiv als Lebensmittelpunkt für alle Generationen sowie als Wirtschaftsstandort. Dass Envia Tel weiter auf Taucha setzt, bestärkt uns im konsequenten Vorwärtsgehen.“

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