Neuausrichtung der Technologie-Roadmap

Globalfoundries stoppt 7-nm-Fertigungsprojekt

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Tina Billo

Luftaufnahme des Globalfoundries-Werk in Dresden. Der Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte hat angekündigt, seine laufenden Programme zur Fertigung von Chips mit Strukturgrößen von 7nm und kleiner bis auf Weiteres einzustellen.
Luftaufnahme des Globalfoundries-Werk in Dresden. Der Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte hat angekündigt, seine laufenden Programme zur Fertigung von Chips mit Strukturgrößen von 7nm und kleiner bis auf Weiteres einzustellen. (Bild: Aerial_photograph_of_Globalfoundries_Dresden.jpg / Fensterblick / CC BY-SA 3.0)

Globalfoundries kündigte Ende vergangener Woche an, die Entwicklung von Fertigungsmethoden zur Herstellung von Chips mit sieben Nanometer Strukturbreite "erst einmal auf Eis zu legen". Stattdessen will sich der bislang zweitgrößte Auftragsfertiger von Halbleitern weltweit auf die Optimierung und den Ausbau seiner 14- und 12-nm-Plattformen fokussieren.

"Globalfoundries wird sein 7nm-FinFET-Programm auf unbestimmte Zeit einstellen", teilte ein Sprecher des Auftragsfertigers von Halbleiterprodukten mit. Es kann davon ausgegangen werden, dass dies auch die Forschung an nächsten Fertigungsschritten in 5- und 3nm-Technologie betrifft. Ursprünglich hatte man das erste Tape-out eines 7nm-Test-Chips für das vierte Quartal 2018 geplant und wollte 2019 die Massenfertigung starten.

Bedingt durch die neue Unternehmensstrategie wird es zudem zu einer Umstrukturierung und damit Entlassungen kommen. Die Rede ist von fünf Prozent, dass hieße das etwa 900 Mitarbeiter der derzeit 18.000-köpfigen Belegschaft weltweit ihren Hut nehmen müssten. Im Dresdner Werk mit gut 3.400 Beschäftigten wurde schon im Juni mitgeteilt, dass Streichungen im einstelligen Prozentbereich nötig seien. Nach Aussagen der Verantwortlichen handele es sich hierbei jedoch um freiwilliges Ausscheiden oder den Übergang zu Kurzarbeit.

Wirtschaftliche Entscheidung

Für die überwiegende Mehrheit der heutigen Fabless-Kunden genieße Priorität, dass sich die in die Entwicklung jedes einzelnen Technologieknotens gesteckten Investitionen auszahlen. Diese neuen Generationen ebneten den Übergang hin zu Design-Plattformen, mit denen sich mehrere Wellen an neuen Anwendungen bedienen ließen. Das wiederum resultiere in langlebigeren Prozessorknoten, größere Investitionen in neue, kleinere Nodes seien daher vorläufig nicht nötig, nahm Tom Caufield, CEO von Globalfoundries, zu der Entscheidung Stellung.

"Diese Branchendynamik hat dazu geführt, dass weniger Fabless-Kunden bis an die äußersten Grenzen des Moore'schen Gesetzes vorstoßen wollen", führte er weiter aus. Der Fokus läge [daher] darauf, die Ressourcen zu verlagern. So soll Portfolio-übergreifend verstärkt in differenzierende Technologien investiert werden, die für Kunden, die sich in schnell wachsenden Märkten bewegen, am relevantesten seien.

Eigner erwartet endlich schwarze Zahlen

Die Fachzeitschrift Electronics Weekly mutmaßt, dass es Globalfoundries selbst an neuen Finanzmitteln mangeln könnte. Demnach habe der in Abu Dhabi ansässige Mehrheitseigner, die Mubadala Investment Company, beschlossen, nicht mehr in das Unternehmen zu investieren, und fordere vielmehr eine größere Wirtschaftlichkeit ein.

Mubadala hatte 2008 – damals noch unter dem Namen Advanced Technology Investment Company (ATIC) firmierend – den Mehrheitsanteil an der Halbleiterfertigung von AMD übernommen und im Jahr darauf in Globalfoundries ausgegründet. Der Eigner hat seitdem schätzungsweise 20 Milliarden Dollar in den Halbleiterfertiger investiert und erwarte nun Gewinne.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Partnerportal Elektronik-Praxis übernommen.

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