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Das USB-3.1-Ökosystem hat noch viele Schwächen Google-Ingenieur kritisiert auf Amazon angebotene USB-C-Kabel

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

In einer Serie von Nutzerreviews aus Amazon nimmt Benson Leung, Teil der Chrome-OS- und Chromebook-Pixel-Teams, angebotene USB-Typ-C-Kabel unter die Lupe. Zum Teil mit sehr harschen Urteilen: Der Einsatz vieler Kabel könnte älterer Hardware schaden.

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Darstellung eines USB-Typ-C-Anschluss (links) neben einem USB-3.0-Port: Nach den Beobachtungen von Google-Ingenieur Benson Leung setzt eine Mehrheit der auf Amazon angebotenen USB-Typ-C-Kabel die entsprechenden Spezikfikationen unzureichend um.
Darstellung eines USB-Typ-C-Anschluss (links) neben einem USB-3.0-Port: Nach den Beobachtungen von Google-Ingenieur Benson Leung setzt eine Mehrheit der auf Amazon angebotenen USB-Typ-C-Kabel die entsprechenden Spezikfikationen unzureichend um.
(Bild: Foxconn)

Der 2014 verabschiedete USB-C-Standard soll viele Ärgernisse bei Geräteschnittstellen beseitigen: Höhere Geschwindigkeiten bei gleichzeitiger Ladeaufnahme, keine verwechselbare Ober- und Unterseite und eine grundsätzliche Kompatibilität zu früheren USB-Anschlüssen. Diese Spezifikations-Forderungen gelten für alle vorhergehenden Versionen bis einschließlich 3.1. Viele Käufer gehen deshalb nicht allzu wählerisch vor, wenn Sie sich für ein USB-Kabel für ihren Rechner entscheiden: Erwartet man doch, dass die Vorgaben der Spezifikation erfüllt werden.

Sieht aus wie Standard, ist es aber nicht

Doch Google-Ingenieur Benson Leung hat andere Erfahrungen gemacht, wie er in seinem Google+-Profil darlegt. Grundsätzlich sei USB-C ein beeindruckender Anschlusstyp, aber „USB-Typ-C ist nur so gut wie sein Ökosystem, genau genommen der schlechteste Teil seines Ökosystems“.

Besonders enttäuscht zeigt er sich daher von derzeit auf dem Markt erhältlichen Kabeln von Drittanbietern, die, wie er es ausdrückt, „unverhohlen mit der Spezifikation prahlen“ - und diese doch nicht einhalten. Auf Amazon.com nimmt er sich daher nun die entsprechenden Kabel von Herstellern wie Frieq, Belkin, CableCreation und anderen Drittherstellern in Nutzerreviews vor - mit zum Teil harschen Ergebnissen.

Mehrere von ihm getestete Typ-C-auf-Typ-A-Verbindungskabel geben beispielsweise eine Lade-Versorgungsladung von 3 Ampere an. Für diese muss nach Vorgabe ein Widerstand von 56 Kiloohm verwendet werden. Nach Leungs Tests verwenden zahlreiche angebotene Kabel, darunter auch im deutschen Amazon-Markt angebotene Produkte wie etwa von Cable Matters, einen Pull-Up von gerade einmal 10 Kiloohm.

Vorsicht ist geboten

Ein Gerät, dass in der Lage wäre einen schnellen Ladevorgang bei 5 Volt und 3 Ampere zu aktivieren, würde auch die volle Leistung ziehen wollen. Die Folgen reichen von partiellen Stromaussetzern bis hin zu schweren Schäden am Typ-A-Ende; alte Hardware oder USB-Wandsteckdosen sind besonders gefährdet.

Produkte von (teilweise auch in Deutschland) erhältlichen Herstellern wie CableCreation, Monba, Kupx, Juiced Systems oder Orzly schneiden ähnlich schlecht ab. Nur die Kabel von Belkin, Frieq und dem im deutschen Amazon-Store nicht verfügbaren iOrange hätten die Tests zufriedenstellend bestanden.

Für Besitzer eines Chromebook Pixel hat Leung in einem öffentlichen Google+-Post eine Anleitung veröffentlicht, mit der Anwender selbst prüfen können, ob ihr USB-C-Kabel auch wirklich die Spezifikation korrekt umsetzt.

Inzwischen existiert ein entsprechender Guide auch für Besitzer eines Nexus 5X oder Nexus 6P. Wichtig sei für die Tests ein Gerät oder Wandanschluss mit USB-Typ-A-Port - an dem man lieber nicht allzusehr hängen sollte, wie Leung es ausdrückt.

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