DATA Storage & Analytics Technology Conference 2020 – Interview mit Marcus Masching

„Große Festplatten sind bislang nicht wegzudenken“

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Die DATA STORAGE & ANALYTICS Technology Conference 2020 findet am 30. April und am 12. Mai 2020 online statt und kommt im September nach Würzburg und Neuss.
Die DATA STORAGE & ANALYTICS Technology Conference 2020 findet am 30. April und am 12. Mai 2020 online statt und kommt im September nach Würzburg und Neuss. (Bild: Vogel IT-Medien)

Die DATA Storage & Analytics Technology Conference 2020, die aufgrund der Coronakrise am 30. April und 12. Mai dieses Jahres online sowie am 17. September in Würzburg und am 24. September in Neuss stattfindet, verspricht spannende „Keynotes“. Storage-Insider hat als Mitveranstalter und Medienpartner die Keynote-Speaker im Vorfeld zu ihren Vorträgen befragt. Hier im Interview: Marcus Masching von Festo, der seine Keynote zum Thema „Secure from Edge to Cloud – Hybride Ansätze im Enterprise-Storage“ hält.

Storage-Insider: Cloud-Storage, Flash-Speicher, klassische Festplatten-Arrays – welche Storage-Strategie empfehlen Sie Unternehmen?

Marcus Masching, Festo: Im Grundsatz muss sich die Auswahl an den Bedürfnissen und der Strategie orientieren. Cloud Storage als alleinstehenden Service sehe ich eher nicht. Im Zusammenspiel mit weiteren Services in der Cloud müssen aber auch hierzu Überlegungen bezüglich Funktionalität und Wirtschaftlichkeit stattfinden. Im eigenen Rechenzentrum finden wir heute eine Aufteilung zwischen Performance-Tier und Capacity-Tier. Auf der einen Seite ist Flash-Speicher mittlerweile gesetzt; wenn es um große Kapazitäten oder gar Object Storage geht, sind andererseits große Festplatten aus kommerzieller Sicht bislang nicht wegzudenken.

Das Datenaufkommen an der Edge hat in den vergangenen Jahren massiv zugelegt. Wie bändigt man diese Datenflut?

Masching: Zurzeit ist Edge natürlich ein sehr strapazierter Begriff. Ist Edge nun das autonome Fahrzeug, das Mobile-Device oder das kleine Branchoffice abseits der breitbandigen Netzwerkanbindung? Für alle Anwendungsbereiche kann die Lösung unterschiedlich ausfallen. Für seine Branchoffices hat Festo hier die Lücke zwischen dem eigenen Rechenzentrum, der Cloud und dem kleinen Standort mit Hilfe der File-Sync&Share-Plattform von Ctera, aber auch Cloud-Angeboten wie Office 365 geschlossen.

Der Gesprächspartner: Marcus Masching, Leitung IT Computing Services, Festo AG.
Der Gesprächspartner: Marcus Masching, Leitung IT Computing Services, Festo AG. (Bild: Festo)

Backup ist ein Dauerbrennerthema und unverzichtbar. Welche Anforderungen muss heute ein Backup erfüllen? Wie sieht eine zeitgemäße Datensicherung aus?

Masching: Tatsächlich wurde Backup lange Zeit recht stiefmütterlich behandelt. „Das macht schon irgendjemand, und am Ende braucht man es ja doch (fast) nie“, war vermutlich eine weit verbreitete Haltung. Das hat sich stark gewandelt, auch weil sich die Szenarien, vor denen man sich mit Backups schützen muss, vielfältiger und komplizierter geworden sind. Backup schützte über Jahrzehnte vor technischen oder logischen Fehlern, schlimmstenfalls vor einem Desaster wie Brand oder Überflutung. Heute schätzen fast alle die Bedrohung durch einen Cyberangriff und die gezielte Zerstörung von Daten deutlicher höher ein. Und letztlich kann die Antwort darauf nur ein adäquates Backup-Konzept sein.

Datensicherung muss in diesem Zusammenhang nicht nur die Absicherung der primären Daten sicherstellen, sondern sich selbst gegen einen derartigen Angriff wappnen. Der Trend geht dazu, Backups für eine bestimmte Retentionperiode immutable zu speichern. Das kannte man bisher nur von Compliance-sicheren Archivlösungen. Ob der Weg „zurück“ zum Tape geht, muss sich zeigen. Viele Unternehmen haben Erfahrungen mit Tape-Sicherungen gemacht, und die Verbreitung von diskbasiertem Backup kommt nicht von ungefähr.

Zum Abschluss eine etwas provokante Frage: Warum sollten sich die Konferenzbesucher Ihren Vortrag anhören?

Masching: Ich sehe, Sie behalten sich die knackigen Fragen bis zum Schluss. Festo beschäftigt sich seit gut drei Jahren intensiv mit einer Cloud-first-Strategie und der Möglichkeit zur Cloud-Transformation. Da stellt sich im Lauf der Projekte schon die Frage „können oder wie können wir liebgewonnene und benötigte Funktionen in der Cloud abbilden?“, und was geht vielleicht auch nicht. Ich würde mich freuen, wenn viele Teilnehmer den Vortrag als Auftakt für eine angeregte Diskussion zu diesen Themen und zum Austausch eigener Erfahrungen in den anschließenden Round-Table-Gesprächen nutzen. Frühere Gespräche haben gezeigt, dass wir mit diesen Fragestellungen ganz sicher nicht alleine unterwegs sind. Vermutlich ist der anschließende Austausch wichtiger als der Vortrag, aber er bietet hoffentlich einen guten Anknüpfpunkt.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Masching!

+++ Veranstaltungsupdate +++

Da für uns die Gesundheit und Sicherheit unserer Teilnehmer, Partner und Teammitglieder an erster Stelle steht, haben wir uns entschieden, die bisherigen Präsenztermine der DATA Storage & Analytics Conference 2020 in den Herbst zu verschieben. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, jedoch ist es angesichts der aktuellen Situation rund um COVID-19 die einzig richtige. Zusätzlich bieten wir Ihnen die Teilnahme an unserer Virtual Conference an, welche am 30. April und am 12. Mai stattfinden wird.

Storage-Insider ist Mitveranstalter und Medienpartner der DATA Storage & Analytics Technology Conference 2020. Wenn Sie Marcus Masching und viele weitere interessante Speaker live erleben wollen, melden Sie sich hier zur virtuellen Konferenz oder zu den Konferenzterminen im September an:

► Zur Agenda & Anmeldung – DATA STORAGE & ANALYTICS Technology Conference 2020

 

 

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