IBM erweitert Ransomware-Schutz und kündigt Storage-as-a-Service an

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

IBM hat für seine FlashSystem-Produkte eine Stärkung des Schutzes vor Ransomware-Angriffen angekündigt. Außerdem will „Big Blue“ im September seine Storage-as-a-Service-Angebote in Europa starten. Diese basieren auf dem FlashSystem und der Hybrid Cloud.

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Verlockende Vorstellung: Die Speicherlösung wird mundgerecht serviert.
Verlockende Vorstellung: Die Speicherlösung wird mundgerecht serviert.
(Bild: Pixabay/IBM/Vogel IT-Medien)

Laut einem Report des Security-Anbieters SonicWall hat die Zahl der Cyberangriffe mit Erpresserforderungen zwischen 2019 und 2020 um 62 Prozent auf 304,6 Millionen gestiegen. Eine Abnahme ist unwahrscheinlich, wie die jüngsten Cyberangriffe gezeigt haben. Bis Mai 2021 meldete SonicWall bereits 226,3 Ransomware-Angriffe, was einer Zunahme um 116 Prozent gegenüber 2020 entspricht.

Safeguarded für FlashSystem

„Big Blue“ reagiert mit einer Erweiterung des Ransomware-Schutzes auf die zunehmende Bedrohung der Daten seiner Kunden. IBM Safeguarded Copy erstellt auf den AFA-Geräten der IBM-FlashSystem-Familie automatisch Datenkopien (Snapshots) in einem „Datensafe“ innerhalb eines FlashSystems.

IBM-FlashSystem-Produktfamilie.
IBM-FlashSystem-Produktfamilie.
(Bild: IBM)

Diese Daten seien sicher isoliert, nicht veränderbar, und man könne nicht ohne Befugnis darauf zugreifen. Im Falle eines Datenverlusts, einer Schutzverletzung, einer böswilligen Aktivität oder eines anderen Ereignisses, das Daten gefährdet, können Kunden ihre Daten-Snapshots aus Safeguarded Copy wiederherstellen – basierend auf bekannten Zeitpunkten vor der Schutzverletzung. Denn die schnelle Wiederherstellung von Backups ist für die Geschäftstätigkeit eines Nutzers ebenso wichtig der lückenlose Schutz.

Nebeneffekte

Mit Safeguarded Copy sollen Speicheradministratoren die automatische Erstellung der logischen Point-in-Time-Snapshots planen können. Diese Snapshots werden in verschiedene dedizierte Safeguarded-„Pools“ auf dem Speichersystem verteilt. Dadurch seien die Snapshots unveränderlich und für Unbefugte unzugänglich. Sobald die Snapshots im „Pool“ seien, könnten sie zur Nutzung nur noch wiederhergestellt werden, wodurch das Risiko von Datenmanipulationen oder -löschungen ausgeschlossen sei.

Kunden können Safeguarded Copy auch nutzen, um bestimmte Daten zu extrahieren, um Produktionsprobleme zu diagnostizieren oder für die regelmäßige Validierung der Datenbestände. Schließlich taugen beschädigte Snapshots nicht für die Wiederherstellung. Die Kunden können die Systeme selbst konfigurieren und Backups selbst terminieren. Sie müssen also nicht auf einen Dienstleister warten, wodurch sich der Zeitraum bis zur Nutzung und Wiederherstellung verkürzt.

Die Software Safeguarded Copy basiert laut IBM auf der gleichen Technologie wie die der IBM-DS8000-Serie, also der Speichersystemfamilie von IBM, die für Mainframe-Computing-Umgebungen entwickelt wurde. Sie ist also relativ leistungsfähig.

QRadar für SafeGuarded Copy

Safeguarded Copy lässt sich nun mit IBM Security QRadar integrieren. QRadar, das Big Blue schon vor Jahren eingekauft und integriert hat, überwacht jegliche Aktivitäten im System und sucht nach Anzeichen, die auf einen Angriff hindeuten, wie etwa den Anmeldeversuch einer nicht autorisierten Person. QRadar lässt sich nun dazu verwenden, um aktiv Safeguarded Copy aufzurufen, damit schon beim ersten Anzeichen einer Bedrohung automatisch ein geschütztes Backup erstellt wird.

IBM Storage-as-a-Service

Ab September will IBM in Nordamerika und Europa sein Storage-as-a-Service-Angebot einführen. Es soll Kunden eine neue Möglichkeit bieten, hybriden Cloud-Speicher in jede Rechenzentrumsumgebung zu integrieren und verbrauchsabhängig abzurechnen. Mit Optionen für ein bis fünf Jahre und ohne Vertragsverlängerungsgebühr zahlen Kunden eine einzige Rate auf der Grundlage von Terabyte pro Monat zu einem festen Jahrespreis und dem Leistungsniveau des eingesetzten Systems. Big Blue will so die Kontrolle einer On-Premises-Bereitstellung mit der Einfachheit eines Cloud-Services verbinden.

Der Kunde legt die passende Leistungsklasse, Kapazität und Service-Laufzeit fest. Bei IBM Storage-as-a-Service sind der Grundpreis und der variable Preis (etwa wenn zusätzliche Kapazität benötigt wird) gleich. Darüber hinaus profitiert ein Kunde von der zur Verfügung stehenden Datenreduktion.

Interessant ist die Möglichkeit der Einbindung anderer Cloud-Anbieter. Die Lösung soll auf hybride Cloud-Anwendungsfälle mit IBM Spectrum Virtualize für Public Cloud in AWS oder der IBM Cloud erweitert werden können. Geplant sei auch eine Unterstützung für Microsoft Azure. IBM Storage-as-a-Service soll zudem hybride Cloud-Lösungen unterstützen, die über eine Cloud-Adjacent-Architektur bei Equinix bereitgestellt werden.

Preis und Optionen

Der Service beginnt bereits bei 27 US-Dollar pro TB pro Monat auf effektiver Basis. Die Preiskonfiguration gilt für mindestens 400 TB Tier-3-Speicher bei einer Datenkomprimierung von drei zu eins über fünf Jahre und bietet umfassende Concierge-Lifecycle-Services.

Darüber hinaus sollen Kunden die Möglichkeit haben, die optionale hundertprozentige Datenverfügbarkeitsgarantie von IBM in Anspruch zu nehmen. Wenn sie von den IBM Lab Services in Anspruch genommen wird, trägt die Funktion die Bezeichnung „IBM HyperSwap“. Für jede Wahlmöglichkeit stellt IBM etwa 50 Prozent zusätzliche Reservekapazität zur Verfügung, die über den Bedarf des Kunden hinausgeht, um sofort auf ein Datenwachstum reagieren zu können. Diese Reservekapazität wird zum selben Satz wie die Basiskapazität abgerechnet, sobald sie in Anspruch genommen wird.

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