62-fache Kapazität von LTO-6

IBM und Fujifilm schreiben 154 Terabyte auf ein Barium-Ferrit-Tape

| Redakteur: Nico Litzel

Blick ins IBM-Forschungslabor. Mit einer Speicherdichte von rund 13,3 Gigabit pro Quadratzentimeter könnte ein aktuelles LTO-6-Tape unkomprimiert 154 Terabyte an Daten fassen.
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Blick ins IBM-Forschungslabor. Mit einer Speicherdichte von rund 13,3 Gigabit pro Quadratzentimeter könnte ein aktuelles LTO-6-Tape unkomprimiert 154 Terabyte an Daten fassen. (Bild: IBM)

Das IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon bei Zürich hat in Zusammenarbeit mit Fujifilm ein Barium-Ferrit-Magnetband entwickelt, das sich mit 85,9 Gigabit pro Quadratzoll (rund 13,3 Gigabit pro Quadratzentimeter) beschreiben lässt.

Mit einer Speicherdichte von rund 13,3 Gigabit pro Quadratzentimeter könnte ein aktuelles LTO-6-Tape unkomprimiert 154 Terabyte an Daten fassen. Das sind ungefähr 154 Millionen Bücher, die wiederum ein 1.800 Kilometer langes Regal füllten.

„Bandspeicher sind wie geschaffen für Big Data”, erklärt Evangelos Eleftheriou, IBM-Fellow am IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon. „Die Technologie bietet eine hohe Speicherkapazität mit geringem Platzverbrauch und zudem über Jahrzehnte hinweg zuverlässig. Außerdem verbrauchen Bandspeicherkassetten keine Energie, wenn sie nicht in Betrieb sind – all dies für weniger als zwei Eurocent pro Gigabyte.“

Um die Speicherdichte von 13,3 Gigabit pro Quadratzentimeter zu erzielen, haben die Wissenschaftler nach Angaben von IBM nicht nur das Magnetband selbst weiterentwickelt, sondern auch die Technik des Schreibkopfes verbessert, sodass dieser mit viel feineren Barium-Ferrit-Partikeln auf dem Tape arbeiten kann. So erlaube eine verfeinerte Steuertechnik eine nanometergenaue Positionierung des Lese- und Schreibkopfes und damit eine bis zu 27-mal höhere Spurdichte im Vergleich zum heute kommerziell erhältlichen LTO6-Format. Signalverarbeitungs-Algorithmen ermöglichten zudem eine zuverlässige Datenverarbeitung beim Einsatz eines nur 90 Nanometer breiten, magnetoresistiven (GMR) Lesekopfes, erklärt IBM.

IBM und Fujifilm arbeiten seit 2002 zusammen, insbesondere bei der Optimierung von zweifach beschichtetem und auf Barium-Ferrit basierendem Magnetband. Die Tape-Technik biete noch viel Potenzial, ist sich IBM sicher: Kürzlich haben Forscher des Unternehmens unter Laborbedingungen nachgewiesen, dass mithilfe eines nicht näher beschriebenen „neuartigen Magnetbandmaterials“ eine Speicherdichte von bis zu 85,9 Milliarden Gigabit pro Quadratzoll möglich ist.

Den aktuellen Rekord bei der Speicherdichte hält Sony. Dem Unternehmen ist es kürzlich gelungen, unter Laborbedingungen eine Speicherdichte zu erzielen, die im Bezug auf aktuelle LTO-6-Medien rund 185 Terabyte pro Cartridge erlauben würde.

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