Remote-Work-Studie von HubSpot Im Home-Office ist nicht alles Sonnenschein

Autor: Heidemarie Schuster

Das Arbeiten von zu Hause aus hat viele Vorteile – aber nicht nur. Einer Studie von HubSpot zufolge sehen sich viele Arbeitnehmer in der Beweispflicht gegenüber ihrem Chef, dass sie auch wirklich arbeiten. Aber das ist längst nicht alles, womit die Homeworker kämpfen.

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Home-Office hat nicht nur Vorteile.
Home-Office hat nicht nur Vorteile.
(Bild: Tierney - stock.adobe.com)

Seit Jahren hört man von vielen Büroangestellten, dass sie gerne im Home-Office arbeiten wollten. Das Coronavirus hat diesen Wunsch schneller wahr werden lassen, als es so manchem Unternehmen lieb war, und stellte sie vor großen Herausforderungen. Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass auch für Arbeitnehmer im heimischen Büro nicht alles eitel Sonnenschein ist.

So zeigt eine Studie von HubSpot zur Remote-Arbeit, dass 42 Prozent der Deutschen im Home-Office den Druck spüren, beweisen zu müssen, dass sie auch wirklich arbeiten. Knapp ein Viertel glaubt zudem, dass ihre Vorgesetzten nicht den vollen Umfang ihrer Arbeit wahrnähmen. Für mehr Produktivität wünschen sich mehr als ein Drittel (38 %) mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit, um Job und Privatleben besser zu vereinen. 35 Prozent fordern Unterstützung von Vorgesetzten und Teammitgliedern.

Mehr Zugehörigkeitsgefühl

Immerhin hat die Hälfte der Befragten (50 %) bereits das Gefühl, dass ihr Unternehmen aktiv daran arbeitet, ein integratives Umfeld für Remote-Mitarbeiter zu schaffen. Auch der Zusammenhalt wird gestärkt: 41 Prozent geben an, dass sie ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit innerhalb ihres Teams oder Unternehmens haben, wenn alle remote arbeiten. Knapp die Hälfte hat außerdem Möglichkeiten, sich an den Programmen ihres Unternehmens für Vielfalt, Integration und Zugehörigkeit zu beteiligen.

Geregelte Arbeitszeiten adieu

Auch die psychische Gesundheit leidet unter Remote Work: 44 Prozent der Befragten arbeiten mehr als acht Stunden am Tag, ein Fünftel (22 %) fühlt sich ausgebrannter und gestresster als noch vor Corona. 21 Prozent geben zudem an, dass ihre mentale Gesundheit negative Auswirkungen auf ihre Arbeitsleistung habe. Mehr als ein Drittel (36 %) sagt, dass die Arbeitsleistung aufgrund von Veränderungen zu Hause durch Covid-19 leide. Mehr als zwei Drittel sind seit der Krise vollständig für die Kinderbetreuung oder Pflege eines Familienmitglieds verantwortlich.

Die Karriere leidet auch

Neben der Arbeitsleistung leidet auch die Karriere: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) erklären, nicht befördert worden zu sein, seit sie remote arbeiten. 38 Prozent finden es durch Remote Work schwieriger, befördert zu werden.

Über die Studie

HubSpot befragte im November 2020 im Rahmen der Remote-Work-Studie in den USA, Großbritannien, Irland, Australien und Deutschland 1.000 Personen aus über 25 Branchen, die bereits vor Corona vollständig remote arbeiteten. In diesem Artikel sind nur die Antworten der deutschen Befragten berücksichtigt.

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