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Kontinuierliche Datensicherung in der Praxis

Kann Continuous Data Protection ein traditionelles Backup ersetzen?

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Klassische Backups sind doof

Offen gestanden hoffe ich, dass CDP oder etwas Vergleichbares sich künftig stärker verbreiten wird, denn es ist ziemlich doof, wie wir heute Backups machen. Mit herkömmlichen Backup-Systemen werden Voll-Backups erstellt oder inkrementelle auf Dateiebene. Das bedeutet, dass beispielsweise wenn sich nur ein Block in meiner Powerpoint-Präsentation ändert, die ganze Datei nochmals gesichert wird. Continuous Data Protection auf der anderen Seite ist viel smarter, da man keinen vollen Restore machen muss – denn das ist doof. Dafür haben wir heute im Rechenzentrum einfach keine Zeit mehr.

Darüber hinaus löst CDP die meisten Probleme des herkömmlichen Backups, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind. Von daher, ja: Ich denke, dass CDP ein herkömmliches Backup ersetzen kann und schon heute sehe ich, dass es in vielen Umgebungen das traditionelle Backup ablöst. Ich hoffe inständig, dass CDP besser akzeptiert werden wird und im Laufe der Zeit das klassische Backup in immer mehr Umgebungen ersetzen wird.

Wer sollte den Einsatz von CDP im Unternehmen in Betracht ziehen?

Jeder sollte eine kontinuierliche Datensicherung in Betracht ziehen. Der größte Motivator ist: Sie betreuen große Systeme und wissen nicht, wie Sie Ihre RPO- und RTO-Vorgaben erfüllen sollen. Mit CDP-Systemen kann man Dinge rückgängig machen, die drei Sekunden vorher geändert wurden. Ich kenne niemanden, den das nicht glücklich machen würde. Zusätzlich sind die RTOs so lange, wie es dauert, das Recovery-System zu mounten. Es empfiehlt sich also, auf CDP zu setzen, wenn man Probleme mit den RTOs und den RPOs hat.

Ein weiterer Grund sind die Kosten. Man kann für ein Dedup-System tausende Dollar ausgeben, aber es ist letztlich nur eine Notlösung für Ihr Backup-System. Gehen Sie zurück zum Reißbrett und überlegen Sie, anstelle eines Dedup-Systems ein CDP-System zu kaufen.

Welche CDP-Produkte gibt es heute?

Es gibt einige. Die meisten werden von großen Herstellern wie Atempo, CA, Falconstor, IBM oder Symantec angeboten. Diese großen Hersteller haben alle Continuous Data Protection oder Near-CDP im Programm. NetApp war so ziemlich das erste, wenn auch nicht das bekannteste Unternehmen, das CDP angeboten hat. Auch jeder weitere Hersteller, der derzeit Snapshots oder Replizierung für seine Produkte anbietet, kommt potenziell in Frage. Alle erwähnten Unternehmen, abgesehen von NetApp, bieten übrigens Real-CDP an.

Es gibt auch eine Reihe von kleineren Herstellern, etwa AppAssure Software, Double-Take Software und InMage, die eine kontinuierliche Datensicherung anbieten. Und wenn Sie auch mit Startups einverstanden sind, dann sollten Sie sich diese näher anschauen, denn einige wollen CDP auf die nächste Stufe heben und das Verfahren als Hebel für ihre Backup-Produkte einsetzen. Wenn Sie hingegen lieber auf ein traditionelles Produkt eines größeren Herstellers setzen wollen, dann sollten Sie Ihren Anbieter kontaktieren und ermitteln, welche CDP-Angebote er im Programm hat.

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