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Kontinuierliche Datensicherung in der Praxis Kann Continuous Data Protection ein traditionelles Backup ersetzen?

| Autor / Redakteur: W. Curtis Preston / Nico Litzel

Bei der Continuous Data Protection (CDP) werden Daten gesichert, sobald sie verändert werden. Ob ein Virus viele Daten beim Backup befallen kann, hängt von Real-CDP oder Near-CDP ab. Der nachfolgende Artikel erläutert die Unterschiede.

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W. Curtis Preston, bekannt als „Mr. Backup“
W. Curtis Preston, bekannt als „Mr. Backup“
( Archiv: Vogel Business Media )

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Der Begriff Continuous Data Protection bezieht sich nur auf das, was Real-CDP genannt wird. Real-CDP ist im Grunde eine Datenreplizierung, bei der die Änderungen auf einem Speichersystem sofort auf ein weiteres System repliziert werden. Replizierung und CDP unterscheiden sich allerdings voneinander, da auf dem Target unterschiedliche Dinge ablaufen.

Bei Real-CDP werden die Informationen auf der Target-Seite permanent aktualisiert. Zusätzlich speichert Real-CDP eine Log-Datei, in der die Änderungen festgehalten werden. Dadurch kann man mit dem System zu einem früheren Zeitpunkt gehen und Änderungen rückgängig machen. Real-CDP versetzt einen also im Wesentlichen in die Lage, alle Änderungen an einem Speichersystem innerhalb des Zeitraums rückgängig zu machen, in dem die Daten vorher gespeichert wurden.

Erst CDP, später Snapshots

Die meisten Real-CDP-Anwender speichern jede Änderung ab und heben diese Kopien einige Tage auf. Häufig werden bestimmte Zeitpunkte festgelegt, die dann wie Snapshots behandelt werden. Die Änderungen, die zwischen den einzelnen Zeitpunkten vorgenommen wurden, werden dadurch allerdings verworfen. Ein Beispiel: Nehmen wir mal an, dass ein Admin, der Real-CDP einsetzt, jede Veränderung im Datenbestand für drei Tage in stündlich erstellten Snapshots aufbewahrt. Nach einer Woche oder einem Monat wird dieser Admin dann dazu übergehen, nur noch eine Kopie pro Tag aufzubewahren und so weiter.

Near-CDP hält hingegen nur die Änderungen am Datenbestand zu bestimmten Zeitpunkten fest. Der Begriff Near-CDP ist inoffiziell. Treffender ist, dass Near-CDP eine Kombination aus Snapshots und Datenreplizierung ist. Snapshots sind für sich genommen aber keine gute Methode, um Daten zu sichern, da sie sich immer auf das zu sichernde System beziehen.

Auch die Replizierung ist für sich genommen nicht sonderlich gut, denn wenn man etwas Dummes anstellt, etwa ein Verzeichnis löscht oder sich einen Virus einfängt, dann kann das einen noch größeren Schaden anrichten, denn alles wird ja auch auf das zweite System übertragen.

Wenn man allerdings beide Verfahren miteinander kombiniert, dann erhält man einen guten Mechanismus zur Datensicherung. Diese Kombination wird häufig Near-CDP bezeichnet. Bei Near-CDP werden also im Grunde Snapshots erstellt, etwa stündlich, und diese werden dann auf ein zweites System repliziert.

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