Wer sich frühzeitig mit den richtigen Fragen beschäftigt, tut sich leichter, die passende DRaaS-Lösung für sein Unternehmen zu finden. Bei der Auswahl einer passenden Lösung müssen Unternehmen aber einige Punkte berücksichtigen. Sven Richter von Arcserve gibt in diesem Leitfaden Tipps für die erfolgreiche DRaaS-Auswahl.
Schon vor der Einführung einer DRaaS-Lösung lässt sich feststellen, welche Funktionen und Features für das Backup-und-Recovery-Szenario benötigt werden, zu welchen Kosten und auf welchem Level der Business Continuity.
(Bild: jakir - stock.adobe.com)
Investitionen in DRaaS (Disaster-Recovery-as-a-Service) sind sinnvoll und zukunftsweisend, denn DRaaS hilft den Unternehmen, ihre IT-Systeme und Daten im Fall eines Datenverlusts schnell wiederherzustellen. Allerdings sollte man im Vorfeld eine gründliche Marktanalyse durchführen und sich über die Funktionsweise und Kosten der verschiedenen Lösungen informieren.
Die aktuellen „Best-of-Bread“-DRaaS-Lösungen bieten sowohl eine Datensicherung vor Ort als auch eine zügige und vollständige Wiederherstellung – selbst dann, wenn eine standortübergreifende Katastrophe eintritt, bei der Backups vor Ort sowie offsite zerstört werden. Um bei der Vielzahl der Angebote die für das eigene Unternehmen passendste DRaaS-Lösung zu finden, hilft es, sich eingehend mit den nachstehenden Fragekomplexen zu beschäftigen.
1. Unterstützt die DRaaS-Lösung Ziele für die definierten Wiederherstellungspunkte (RPO) und Wiederherstellungszeiten (RTO)?
RPOs und RTOs sind wichtige Messgrößen, wie viele Daten ein Unternehmen maximal verlieren darf und welche Ausfallzeiten es verkraften kann. Moderne Cloud-Services sind in der Lage, individuelle Anforderungen an die Wiederherstellung zu erfüllen und für Business Continuity zu sorgen. Wer bei der Auswahl einer DRaaS-Lösung zudem darauf achtet, dass diese skalierbar ist und sich an veränderliche Business-Continuity-Anforderungen anpassen lässt, stellt sicher, dass im Ernstfall alle geschäftskritischen Systeme unmittelbar, einfach und zuverlässig an ihren Betrieb anknüpfen können.
2. Lässt sich die Lösung an individuelle Bedürfnisse und Budgets anpassen?
Es gibt Cloud-Services, die unterschiedliche Service-Level anbieten, wie beispielsweise verschiedene Packages mit vorkonfigurierten Einstellungen für die Datenaufbewahrung – der Standard liegt hier bei drei täglichen und zwei wöchentlichen Aufbewahrungspunkten. Gute Lösungen bieten – am besten kostenfrei – zusätzliche Aufbewahrungszeitpunkte an, die über den Standard deutlich hinausgehen. Auch die Realisierung individueller RPOs und RTOs sollte angeboten werden.
3. Ist der Schutz vor Datenverlust, Hackern, Ransomware und anderen Bedrohungen gewährleistet?
Sobald eine DRaaS-Lösung auf einer sicheren und redundanten Cloud-Infrastruktur basiert, ist ein umfassender Schutz gegeben. Die dahinter stehenden Rechenzentren sollten über ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept, inklusive eingebauter Redundanz, verfügen. Im Falle eines Datenverlusts lassen sich Backup-Images und das Business as usual fortsetzen.
4. Werden für die Datenwiederherstellung zusätzliche Gebühren fällig?
Viele DRaaS-Anbieter berechnen Gebühren für die Datenwiederherstellung. Es gibt aber auch Anbieter, deren Cloud-Services einen bestimmten Wiederherstellungsumfang enthalten. Je länger (kostenlose) Virtualisierung pro Maschine und Jahr angeboten wird, desto länger haben Unternehmen die Möglichkeit, ihren Business-Continuity-Plan ausreichend zu testen, um sicherzustellen, dass im Ernstfall alle Daten wiederhergestellt werden können, ohne dass ein zusätzliches Budget aufgerufen werden muss.
5. Wie einfach ist die Administration des Backup- und Recovery-Vorgangs?
Moderne Self-Service-Cloud-Portale sorgen dafür, dass IT-Administratoren eine Cloud-Backup-und-Recovery-Lösung jederzeit und überall zentral verwalten können. Dazugehörige Dashboards zeigen in der Regel den Status aller Konten, Maschinen, Seed-Laufwerke, BMR-Laufwerke, virtuellen Maschinen (VMs) und den belegten Speicherplatz an. Einige Cloud-Services bieten darüber hinaus die Möglichkeit, individuelle Kontowarnungen einzustellen, die eine Benachrichtigung verschicken, wenn Uploads inaktiv werden oder das Datenwachstum festgelegte Schwellenwerte überschreitet. Die Administratoren können sich auch „warnen“ lassen, für den Fall, wenn neue Maschinen oder VMs hinzugefügt beziehungsweise gelöscht werden oder Laufwerke Aktualisierungen anfordern. Das versetzt das Unternehmen in die Lage, im Katastrophenfall allein und ohne das Eingreifen Dritter einen Failover durchzuführen.
Stand: 08.12.2025
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6. Bietet die DRaaS-Lösung einen One-Click-Failover und orchestrierte Wiederherstellung?
Viele DRaaS-Lösungen unterstützen eine orchestrierte Datenwiederherstellung. Ideal ist, wenn Anwender bei der Datenwiederherstellung nicht nur die Wiederherstellungsreihenfolge ihrer unternehmenskritischen Systeme konfigurieren können, sondern auch deren Reihenfolge sowie den Zeitplan. Die Arcserve Cloud Services bieten darüber hinaus die Möglichkeit, standortweite Failover-Prozesse zu testen oder zu starten – und zwar mit einem einzigen Knopfdruck.
7. Besteht die Möglichkeit einer erweiterten Netzwerkunterstützung?
Durch Open VPN oder IPsec, um Site-to-Site-, Einzelbenutzer- oder virtuelle private Netzwerkverbindungen (VPN) lassen sich Firewalls eines Wiederherstellungsnetzwerks anpassen und aktualisieren. Erweiterte Netzwerkfunktionen könnten noch sein: Portweiterleitung und -sperrung, Netzwerksteuerungsoptionen, unabhängige und isolierte Wiederherstellungsnetzwerke, die statische Reservierung öffentlicher und privater IP-Adressen, die Verfügbarkeit dynamischer privater IP-Adressen im Ernstfall sowie die flexible und benutzerdefinierte VPN-Konfigurationen.