Storage-Insider traf Peter Sjoberg, Vice President Worldwide Solution Architects, Cloudian, zum Gespräch in München. Frisch von AWS zu Cloudian gewechselt, fokussiert er sich nun auf die Weiterentwicklung leistungsstarker Objektspeicherlösungen und neuer Technologien wie „cuObject“. Als neuer Partner von Nvidia plant Cloudian zudem, sich insbesondere der „Neo-Clouds“ als Alternative zu den Hyperscalern anzunehmen.
Unstrukturierte Daten fallen im Unternehmen massenweise an, sind für die Nutzung bei KI-Projekten jedoch eine Herausforderung.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Peter Sjoberg, Vice President Worldwide Solution Architects, Cloudian, hat gerade erst von AWS gewechselt – mehr als fünf Jahre hatte er dort führende Positionen eingenommen und war die Hälfte seiner Zeit für S3 verantwortlich. Nun will er bei Cloudian unter anderem die Entwicklung von High-Performance-Objektspeichern und neuer Technologien wie cuObject vorantreiben. Storage-Insider traf ihn zum Gespräch in München.
„Mein Wechsel zu Cloudian war motiviert durch meinen Wunsch, größeren Einfluss auf die Entwicklung von Objektspeicher-Technologien zu haben“, erläuterte Sjoberg eingangs. „Cloudian ist in diesem Bereich glänzend aufgestellt und hat großes Potenzial, die sich mit der zunehmenden Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) neu entwickelnde Datenlandschaft zu bedienen. Storage kommt nach wie vor eine grundlegende Bedeutung zu, der Schwerpunkt verlagert sich jedoch weg vom reinen Aufbewahren hin zur Wertschöpfung aus gespeicherten Daten.“
Frische Partnerschaft mit Nvidia
Das sei auch der Grund, warum Nvidia an Cloudian herangetreten sei – der Beitritt von Cloudian zum Nvidia Partner Network war erst vor wenigen Tagen auf der GTC-Paris-VivaTech 2025 in der Paris Expo Porte de Versailles groß gefeiert worden. „Dies war ein wichtiger Meilenstein in unserer Mission, KI-Workloads der nächsten Generation mit Objektspeicher der Enterprise-Klasse zu unterstützen“, so der Speicherexperte. Vorrangiges Ziel der Partnerschaft sei die weitere Verbesserung der heute bereits überdurchschnittlichen Objektspeicherleistung für kommende KI-Trainingsanforderungen. „Dies erreichen wir durch die Implementierung von RDMA über Converged Ethernet für die S3-Kommunikation“, sagte Sjoberg.
GPUDirect ermögliche eine direkte Verbindung zwischen dem Speicherlaufwerk und dem GPU-Speicher, so dass keine Dateien mehr in den Speicher des Speicherservers verschoben werden müssten. Die gesunkene Latenzzeit für den Zugriff auf die Dateidaten, weil die GPUs beschäftigt werden, anstatt auf die Datei-IO zu warten, ist für Sjoberg eine technologische Revolution.
„Allerdings warten die GPUs immer noch auf die IO von Objektdaten, was die Verwendung von Objektdaten für die GPU-KI-Verarbeitung unpraktisch macht. Cloudian hat diesen Engpass beseitigt und ermöglicht es, dass gespeicherte Objektdaten direkt in der KI-Verarbeitung verwendet werden können, anstatt indirekt über die Migration in Dateidaten, die dann über GPUDirect zu den GPUs gelangen können.“ Die Folgen seien ein wesentlich höherer Durchsatz, eine geringere CPU-Belastung sowie eben eine verbesserte Latenz.
Auch sitze Cloudian aktuell intensiv an der Entwicklung von cuObject, einer neuen Nvidia-Bibliothek für die Integration von Objektspeichern. Sie ist aktuell noch nicht allgemein verfügbar, werde aber in Bälde Leistungsverbesserungen ohne Kerneländerungen ermöglichen. „Durch die Kombination von Cloudian HyperStore mit den Accelerated-Computing-Technologien von Nvidia ermöglichen wir KI-Training und Inferencing in großem Maßstab – von Terabytes bis Exabytes. Cloudian ist der erste Objektspeicheranbieter, der die neue Nvidia-Zertifizierung durchläuft.“ Anwender dürften durch Nvidias GPUDirect schnellere, intelligentere KI-Datenpipelines, bis zu 70 Prozent TCO-Einsparungen gegenüber herkömmlichen Dateisystemen, eine nahtlose Skalierung und Sicherheit auf Unternehmensniveau sowie Inferencing auf der Speicherebene erhoffen.
Als neuer Partner von Nvidia plant Cloudian laut den Worten von Peter Sjoberg, VP Worldwide Solution Architects,
seine KI-fähige Speicherinfrastruktur weiterzuentwickeln,
weitere Schritte im Zertifizierungsprozess des Nvidia Partner Network zu unternehmen,
die Bedienung des aufstrebenden „Neo-Cloud“-Marktes aus souveränen und lokalen Cloud-Anbietern,
seine S3-API-Kompatibilität weiter mit Amazons SDK abzustimmen, um eine nahtlose Integration zu ermöglichen,
die Ausführung von Nvidias Microservices-Modulen auf oder in der Nähe von Cloudian-Hyperstore-Plattformen,
den Ausbau der eigenen Hybrid-Cloud-Fähigkeiten, um sowohl On-Premises- als auch Cloud-Implementierungen optimal zu unterstützen,
ein Engagement auf dem Markt für Datenrückführung unter Einsatz seiner On-Premises-Lösungen,
die weitere Unterstützung von Managed-Service-Providern (MSPs) beim Angebot lokalisierter, souveräner Cloud-Lösungen.
Fokus auf „Neo-Clouds“
Sjoberg erklärte im Gespräch mit Storage-Insider weiter, dass Cloudian sich gewappnet mit dieser neuen Technologie auf den aufstrebenden Markt für „Neo-Clouds“ konzentrieren wolle und das Ziel verfolge, die Nvidia Cloud Provider Certification zu erhalten. Bei den von Sjoberg so genannten Neo-Clouds handele es sich um lokalisierte Cloud-Provider, die eine Alternative zu den bekannten Hyperscalern böten – oft mit Services, die bis zu 50 Prozent weniger kosteten als bei AWS und Co.
Diese Services würden signifikant häufiger nachgefragt als noch vor ein paar Jahren, nicht zuletzt wegen immer stärkerer Bedenken hinsichtlich Datensouveränität und Kosteneffizienz. Die Angst vor einem staatlichen Zugriff auf Daten, die von in den USA ansässigen Unternehmen gespeichert werden, wachse. Die Folge sei eine deutliche Marktverschiebung eben hin zu den lokalen Cloud-Anbietern, insbesondere in Europa. Auch könnten die Neo-Clouds lokalen Support und Datenspeicherung offerieren, was ebenfalls zunehmend nachgefragt werde. Cloudian offeriere den Kunden zudem grundsätzlich, Daten sowohl vor Ort als auch in der Cloud zu speichern, inklusive einer konfigurierbaren Datenreplikation.
Stand: 08.12.2025
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Strategien zur Nutzung unstrukturierter Daten für KI
Was wird denn eigentlich so gespeichert? Bekanntermaßen machen unstrukturierte Daten den Großteil aller Daten in Unternehmen aus; deren Verwaltung und Nutzung für KI-Projekte sei sehr herausfordernd. Anwender kämen um den Einsatz von Objektspeichern wie von Cloudian kaum herum, zumal wenn sie mit der S3-API für eine einfache Datenaufnahme und Skalierbarkeit zusammenarbeiteten. Der Data Lake von Cloudian halte als ein skalierbarer, lokaler Datenspeicher unstrukturierte Daten aller Art für Anwendungsfälle der KI, der Datenanalyse und des Datenschutzes bereit.
IT-Führungskräfte müssten zunehmend in der Lage sein, Speicherarchitekturen zur Strukturierung solcher Data Lakes und zur Verwaltung von Metadaten zu erstellen, um unstrukturierte Daten effektiv nutzen zu können. Auch müssten die IT-Verantwortlichen ein großes Verständnis für Geschäftsanforderungen und Problemlösungen bei der KI-Implementierung entwickeln.
Die KI-Implementierung beginne bei der Speicherung von Rohdaten und reiche über die Datenverarbeitung und -aufbereitung bis hin zum Modelltraining und zur Inferenz. Cloudian als ein sich entwickelndes KI-Speicherunternehmen offeriere hierfür eine konsolidierte Plattform. Unternehmen könnten nur KI-fähig werden, indem sie Entscheidungen träfen, die auf eine KI-Zukunft ausgerichtet seien – „auch wenn sie heute noch nicht genau wissen, was diese Zukunft mit sich bringt“.
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