Open-Source-Storage-Lösungen: OpenMediaVault

Netzwerkspeicher mit Open Source betreiben

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

NAS for free – neben FreeNAS und XigmaNAS/NAS4Free gibt es beispielsweise OpenMediaVault.
NAS for free – neben FreeNAS und XigmaNAS/NAS4Free gibt es beispielsweise OpenMediaVault. (Bild: © profit_image - stock.adobe.com)

Wer im Netzwerk einen Datenspeicher benötigt, findet mit OpenMediaVault eine gute Lösung, die auch auf Raspberry Pi lauffähig ist. Der Zugriff erfolgt mit SMB, NFS, SNMP und FTP.

OpenMediaVault ist ein NAS-System, das auf Debian-Linux basiert. Im Fokus der Umgebung stehen kleinere Büros oder Systeme in Privathaushalten. Es gibt allerdings keine Beschränkungen für den Zugriff. Generell kann der Einsatz auch in größeren Netzwerken erfolgen.

Im Folgenden finden Sie eine Anleitung zur Installation und grundlegenden Funktionen. Screenshots mit Anmerkungen sind in der Bildergalerie hinterlegt.

OpenMediaVault installieren

Der Vorteil der NAS-Lösung besteht darin, dass hier auch Plug-ins zur Verfügung stehen, mit denen das NAS-System erweitert werden kann. Die Installation erfolgt über eine CD oder einen USB-Stick. Sobald der Rechner gestartet ist, müssen nur einige wenige Anpassungen vorgenommen werden. Dazu gehören der Name des Servers, das Kennwort für den Root-Benutzer und die Spracheinstellungen.

Sobald diese Einstellungen vorgenommen wurden, erfolgt die Installation. Die meisten optionalen Konfigurationen, wie die Angabe des Download-Servers für ein Update für Debian, können einfach bestätigt werden. Wichtig ist noch die Auswahl für die Speicherung des Boot-Loaders. Hier werden die Boot-Dateien gespeichert. Diese Festplatte kann und sollte später nicht für das Speichern von Daten verwendet werden. Idealerweise sollte für das Boot-System ein eigener Datenträger zur Verfügung stehen, und für die Datenspeicherung sollten es mindestens zwei weitere sein.

Erste Einrichtung von OpenMediaVault

Nach der Installation startet der Server neu. Die Anmeldung an der Befehlszeile erfolgt mit dem Benutzer „root“ und dem Kennwort, das bei der Installation angegeben wurde. Um die Web-Oberfläche aufzurufen, werden in einem Browser im Netzwerk die IP-Adresse oder der Name des Servers eingegeben. Die IP-Adresse kann unter Debian mit dem Befehl „ip address“ abgerufen werden.

Die Standardanmeldedaten für die Web-Oberfläche sind „admin“ und als Kennwort „openmediavault“. Ein Neustart des Servers erfolgt aus der Konsole heraus mit dem Befehl „reboot“.

Nach der Anmeldung an der Web-Oberfläche kann das Kennwort für den Benutzer „admin“ über Allgemeine Einstellungen und die Auswahl von Web Administrator Passwort geändert werden. Bei Web Administration kann auch die SSL-Verbindung zur Web-Oberfläche gesteuert werden.

Festplatten, RAID und Dateisystem verwalten

Für einen sinnvollen Einsatz von OpenMediaVault sollten mindestens zwei Festplatten zum Einsatz kommen, besser drei oder mehr. Denn in diesem Fall lassen sich auch hochverfügbare RAID-Umgebungen aufbauen. Die zur Verfügung stehenden Festplatten werden in der Weboberfläche bei Datenspeicher\Laufwerke angezeigt. Über RAID-Verwaltung kann ein neues RAID erstellt werden. Dazu wird die Schaltfläche +Erstellen verwendet. Der Assistent zeigt die Festplatten an, die für das RAID zur Verfügung stehen. Im Fenster kann die Art des Software-RAIDs angegeben werden. Danach ist es möglich, das RAID zu erstellen. Der aktuelle Zustand wird in der Web-Oberfläche angezeigt. RAIDs können jederzeit erweitert werden. Die Basis eines RAIDs sind also zunächst Laufwerke, die zu einem RAID hinzugefügt werden.

FreeNAS, XigmaNAS und Co. – Netzwerk-Speichern ohne Kosten

Der nächste Schritt besteht darin, ein Dateisystem auf dem RAID-System zu etablieren. Dazu wird der Menüpunkt Dateisysteme ausgewählt. Über +Erstellen kann anschließend dem erstellten RAID-System ein Dateisystem zugewiesen werden. Dazu wird das RAID ausgewählt und anschließend das gewünschte Dateisystem aktiviert. Danach erfolgt eine Formatierung des Datenträgers.

Als Dateisysteme stehen EXT4, EXT3, BTRFS, XFS und JFS zur Verfügung. Hier muss beachtet werden, dass OpenMediaVault alle Daten auf dem System löscht. Aktuell ist sicherlich EXT4 das am besten geeignete Dateisystem. Zwar kann auch das moderne BTRFS-System genutzt werden, das ähnlich zu ZFS genutzt werden kann, allerdings ist dieses nicht komplett in OpenMediaVault eingebunden, sodass in produktiven Umgebungen noch Probleme entstehen können.

Sobald der Speicherpool durch das Zuweisen des Dateisystems erstellt wurde, muss er über Einbinden in OpenMediaVault zur Verfügung gestellt werden. Erst dann ist das Erstellen von Freigaben möglich. Dazu wird das System anklickt und dann die Schaltfläche Einbinden ausgewählt.

Protokolle für den Zugriff aktivieren

Sobald der Speicherpool erstellt wurde, können Freigaben erstellt werden, die den Speicherpool mit dem ausgewählten Dateisystem nutzen. Dazu müssen die Protokolle aktiviert werden, mit denen Anwender über das Netzwerk auf die Freigaben zugreifen sollen. Über den Menüpunkt Dienste kann aktiviert werden, über welche Protokolle der Zugriff erfolgen soll. In den meisten Fällen wird hier sicherlich SMB/CIFS für den Zugriff von Windows-Rechnern und NFS für den Zugriff von Linux/Unix-Rechnern verwendet.

SMB-Freigaben erstellen

Freigaben lassen sich in OpenMediaVault auf der Registerkarte Freigabe erstellen, die bei Dienste\SMB/CIFS zur Verfügung steht. Zunächst muss mit „Aktivieren“ das Protokoll auf dem NAS eingeschaltet werden. Mit Speichern\Anwenden wird die Anpassung schließlich fest im System integriert.

Über Freigegebene Ordner kann bei Zugriffskontrolle festgelegt werden, dass auf dem RAID-System ein Ordner erstellt und freigegeben wird, der wiederum die Freigabeprotokolle nutzt, die konfiguriert wurden. Beim Erstellen eines freigegebenen Ordners muss als Laufwerk ein Speicherpool ausgewählt werden, der zuvor über Dateisysteme erstellt und auch eingebunden (gemountet) wurde.

Im Rahmen der Erstellung der Freigabe können auch die Berechtigungen festgelegt werden. In diesem Fall ist es natürlich sinnvoll, vorher bei Zugriffskontrolle\Benutzer die entsprechenden Benutzer und bei Gruppe die Gruppen dazu anzulegen.

Wenn ein freigegebener Ordner erstellt wurde, muss er für das entsprechende Protokoll noch bei Dienste, zum Beispiel für SMB/CIFS, freigegeben werden. Dazu steht die Registerkarte Freigabe zur Verfügung. Hier kann mit +Hinzufügen entweder ein bereits erstellter, freigegebener Ordner als SMB-Freigabe erstellt werden, oder es lässt sich an dieser Stelle zu jeder Freigabe auch der dazugehörige freigegebene Ordner erstellen.

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