Wenn in Windows Server 2022 neue Datenträger eingebunden werden, müssen sie richtig konfiguriert werden, um möglichst optimal zur Verfügung zu stehen. Fehlkonfigurationen mindern die Leistung und erhöhen den Aufwand.
Speichermedien müssen in Windows Server 2022 korrekt konfiguriert werden.
Wenn ein neuer Datenträger oder auch ein neues RAID-System in Windows Server 2022 eingebunden sind, erscheinen sie in vielen Fällen als offline. In diesem Fall ist es erforderlich, den Datenträger zunächst über das Kontextmenü „Online“ zu schalten. Dadurch ist er in Windows verfügbar und lässt sich konfigurieren. Hier gibt es generell auch keine Unterschiede zwischen HDD und SSD.
Bei der Initialisierung eines Datenträgers, die direkt nach dem Online-Schalten erfolgt, lässt sich auswählen, ob das Partitionsschema MBR (Master Boot Record) oder GPT (GUID Partition Table, GUID-Partitionstabelle) zum Einsatz kommen soll. Das hat später auch Auswirkungen auf die Verwendung des Datenträgers. Das Partitionsschema lässt sich nur dann von MBR zum moderneren GPT ändern, wenn keine Volumes und keine Partitionen vorhanden und damit auch keine Daten auf dem Datenträger gespeichert sind. Besser ist es, gleich das richtige Schema zu verwenden.
Das ältere MBR-Partitionsschema unterstützt Speichervolumen bis zu zwei Terabytes und erlaubt bis zu vier Primärpartitionen pro Speichermedium. Alternativ können drei Primärpartitionen, eine erweiterte Partition und eine unbegrenzte Anzahl logischer Laufwerke unterstützt werden. Das Schema ist sehr einfach gehalten. Am Anfang der Festplatte ist die Partitionstabelle gespeichert.
Im Vergleich dazu erlaubt das neuere GPT-Format Speichervolumen bis zu 18 Exabytes und bis zu 128 Partitionen pro Speichermedium. Im Unterschied zu MBR-Speichermedien werden bei GPT-Datenträgern notwendige Betriebsdaten in Partitionen gespeichert und nicht in unpartitionierten oder verborgenen Sektoren.
Außerdem weisen GPT-Datenträger redundante Tabellen für die Primär- und Sicherungspartitionen auf, was die Datenintegrität der Partitionen verbessert. Bei GPT-Datenträgern können die gleichen Aufgaben wie bei MBR-Datenträgern durchgeführt werden. Die Umwandlung eines Speichermediums von MBR zu GPT oder umgekehrt ist möglich, wenn das Speichermedium leer ist. Diese Änderung kann durch das Kontextmenü des Speichermediums auf der linken Seite vorgenommen werden.
Wenn das BIOS eines Computers nur das MBR-Format unterstützt, lässt sich der Boot-Datenträger nicht mit dem GPT-Schema initialisieren. Umgekehrt gilt das, wenn im Server ein UEFI für den Start verantwortlich ist, das kein MBR mehr unterstützt. Das lässt sich in den meisten Fällen aber in den Einstellungen des UEFI anpassen.
Praxis: Datenträger online schalten, initialisieren und formatieren
Die Datenträgerverwaltung startet in Windows mit „diskmgmt.msc“. Neue Datenträger erscheinen in den meisten Fällen als „Offline“. Das ist in der Datenträgerverwaltung im unteren linken Bereich zu erkennen.
Beim Online-Schalten von Datenträgern sind noch keine Maßnahmen notwendig. Erst danach kann über das Kontextmenü mit „Datenträgerinitialisierung“ das Partitionsschema festgelegt werden.
Im folgenden Fenster wird festgelegt, ob die zu initialisierenden Datenträger das MBR- oder das GPT-Schema nutzen sollen. In den meisten Fällen ist GPT voreingestellt und sollte auch zum Einsatz kommen, da dieses Schema zuverlässiger ist.
Danach ist der Datenträger verfügbar, aber noch nicht partitioniert. Über das Kontextmenü lassen sich mit „Neues einfaches Volume“ herkömmliche Datenträger erstellen. Im Rahmen des Festlegens eines neuen Volumes muss nicht der komplette Datenträger genutzt werden. Dadurch lassen sich mehrere logische Partitionen erstellen. Das ist in den meisten Fällen aber nicht sinnvoll, sondern macht die Datenspeicherung nur komplizierter. Dazu kommt der verschwendete Speicherplatz, da nicht alle Partitionen den kompletten Platz brauchen, auf anderen aber unter Umständen der Speicherplatz ausgeht. Natürlich lässt sich in diesem Fall bei der einen Partition der Speicherplatz abziehen und der anderen zuordnen, aber das sollte auf Servern möglichst vermieden werden.
Es ist generell immer besser, die Speicheraufteilung gleich richtig durchzuführen. Wenn mehrere Partitionen notwendig sind, ist es besser, gleich eigene physische Datenträger dafür zu verwenden. Nachdem die Partitionsgröße festgelegt ist, erfolgt als Nächstes das Zuweisen eines Laufwerksbuchstabens. Dieser lässt sich jederzeit anpassen.
Stand: 08.12.2025
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Nach der Auswahl der Partitionsgröße erfolgt das Festlegen des Dateisystems und die Zuordnungseinheiten. Auf Windows-Servern kommen entweder NTFS oder ReFS zum Einsatz. Zwar ist das Dateisystem ReFS das modernere, aber nicht alle Serveranwendungen und Sicherungsprogramme kommen mit ReFS zurecht. Wir haben im Tipp „Umgang mit ReFS in Windows Server 2019/2022“ bereits gezeigt, wie ReFS auf Windows-Servern zum Einsatz kommen kann. Der Beitrag „Korrupte ReFS-Datenträger mit der PowerShell reparieren“ zeigt weitere Möglichkeiten dazu auf.
Generell ist ReFS vor allem für komplexe Speicherszenarien interessant, also wenn zum Beispiel Storage Spaces Direct zum Einsatz kommen. Bei herkömmlichen Datenträgern ist NTFS oft die bessere Wahl, da ReFS in diesem Bereich seine Vorteile nicht ausspielen kann, dafür aber die Gefahr von Inkompatibilitäten bestehen. Bei sehr großen Speichermengen und bei sehr großen VHDX-Dateien ergibt der Einsatz von ReFS dagegen Sinn.
Bei „Zuordnungseinheit“ kann es sinnvoll sein, eine möglichst große Einheit zu verwenden, wenn nur große Dateien auf dem Datenträger gespeichert werden, zum Beispiel VHDX-Dateien. Werden dagegen auch kleinere Dateien auf dem Datenträger gespeichert, ist die Verwendung der Standardeinstellung am besten, da Windows in diesem Fall selbst steuert, wie groß die Zuordnungseinheiten sein sollen. Ist das festgelegt, steht der Datenträger zur Verfügung.
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