Alternative Cloud-Anbieter (Teil 6) Neue deutsche Cloud-Alternativen

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Im sechsten Teil der Reihe mit Alternativen zu den Hyperscalern AWS, Microsoft und Google widmen wir uns ein weiteres Mal deutschen Vertretern. Es ist erstaunlich, wie viele „kleine“ Cloud-Provider es in Deutschland gibt. Heute sehen wir uns Powerfolder, Stackit und Cloudwürdig genauer an.

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Im sechsten Teil der Reihe mit Alternativen zu den Hyperscalern widmen wir uns ein weiteres Mal deutschen Vertretern, nämlich Powerfolder, Stackit und Cloudwürdig.
Im sechsten Teil der Reihe mit Alternativen zu den Hyperscalern widmen wir uns ein weiteres Mal deutschen Vertretern, nämlich Powerfolder, Stackit und Cloudwürdig.
(Bild: gemeinfrei© Noelsch / Pixabay )

Powerfolder

Powerfolder und die dahinterstehende dal33t GmbH entstanden 2009 in Düsseldorf, weil der Gründer Christian Sprajc während seines Studiums Unterlagen mit Kommilitonen tauschen wollte, ohne sie per Mail verschicken zu müssen. Zu den ersten Kunden gehörten der französische Fortune-500-Konzern Bolloré und die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN). Ab 2010 konzentrierte man sich anfangs vorzugsweise noch auf den deutschen Mittelstand, insbesondere aus der IT und dem Maschinenbau, war aber später (und ist es bis heute) auch in den Bereichen Bildung, Forschung und öffentlichen Einrichtungen sehr gut aufgestellt.

So gehören seit 2013 auch das Land Baden-Württemberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und seit 2015 auch das Leibniz Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) zu den Kunden. Mit dem ein Jahr später gestarteten Online-Speicherdienst „bw Sync&Share“ wurden rund 350.000 Studenten und 100.000 Beschäftigte aller Hochschuleinrichtungen in Baden-Württemberg bedient. Neben Hochschulen in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern sowie Großbritannien entschied sich 2018 auch die Hessenbox mit ebenfalls 350.000 Nutzern an fünf Standorten für die File, Sync & Share-Lösung aus Düsseldorf/Meerbusch. Weitere namhafte Kunden sind etwa das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und die Healthcare-Non-Profit-Organisation Drugs für Neglected Diseases Initiative (DNDi), die Medikamente gegen vernachlässigte Infektionskrankheiten wie die Schlafkrankheit oder Hepatitis C entwickelt.

Ein mittlerweile weltweites Netz von Mitarbeitern sorgt für eine ständige Weiterentwicklung von Powerfolder – das in erster Linie als On-Premises-Installation zum Einsatz kommt. Nutzer der Content Collaboration Platform (CCP) Powerfolder können von überall auf ihre Dateien zugreifen und diese auch gemeinsam bearbeiten und teilen – auch mobil über die Powerfolder-App. Die Daten werden verschlüsselt und konform zur Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in der ISO-27001-zertifizierten Cloud in Deutschland gespeichert.

Cloudwürdig

Cloudwürdig mit Standorten bei Stuttgart und in Berlin ist trotz des deutsch klingenden Namens streng genommen keine wirkliche Alternative zu den Hyperscalern aus den USA – das Unternehmen nutzt nämlich seit 2008 die Google Cloud. Als einer der ersten „Premier Partner“ im deutschsprachigen Raum bietet es Beratung, Services und Schulungen in den Bereichen Cloud-Infrastruktur, digitaler Arbeitsplatz und digitaler Unterricht.

Im Bereich der Cloud-Transformation offeriert Cloudwürdig Strategieberatung, Total-Cost-of-Ownership-Analyse, Migration der vorhandenen Applikationen sowie die Optimierung der laufenden Cloud-Kosten. Dazu kommen die Umsetzung von API-Initiativen und der Aufbau von Hybrid- und Multi-Cloud-Szenarien. Mit der „Google Cloud Platform Update Flatrate“ erhalten Kunden einmal monatlich eine Zusammenfassung der Updates von Google die Möglichkeit, sich mit den Cloud-Experten von Cloudwürdig auszutauschen. Mit der „On-Demand Onboarding Flatrate“ sollen neue Mitarbeiter an die Google Cloud Platform herangeführt werden.

Im Fokus steht auch die Einrichtung von digitalen Arbeitsplätzen. Dabei setzt Cloudwürdig auf Google Workspace, das Work-Management-Tool Asana sowie Google Chrome Enterprise. Und in Bildungseinrichtungen unterstützt Cloudwürdig die Umsetzung von Homeschooling und digitalem Unterricht mit „Google for Education“.

Stackit

Aus Baden-Württemberg stammt Stackit, das erst 2018 an den Start gegangen ist. Ziel war es ursprünglich, innerhalb der Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland) eine eigene Cloud- und Colocation-Infrastruktur aufzubauen. Damit steht hinter Stackit auch die Schwarz IT KG als zentraler IT-Dienstleister der Schwarz Gruppe. So verfügt Stackit über drei Rechenzentren in Deutschland (Ellhofen, Weinsberg, Neckarsulm) und eines in Österreich (Ostermiething).

Die Stackit-Colocation-Services können auch von Kunden außerhalb der Schwarz-Gruppe bezogen werden. Ein Start-Termin für die externe Vermarktung der Stackit-Cloud-Services steht aber noch nicht fest. Es gibt keine speziellen Branchen, an die sich das Cloud-Portfolio richtet. Interessenten können sich jedoch bereits über die Preise der Cloud-Services informieren. Einen Cloud-Server („XS“ mit 1 CPU und 2 GB RAM) gibt es ab 8,77 Euro pro VM/Monat. „Block Storage SSD“ startet bei 0,05 Euro pro Gigabyte pro Monat, „Object Storage“ bei 0,04 Euro pro GB/Monat. Dazu gibt es Container- und Platform-Services.

Im offenen Colocation-Bereich können in einem überwachten Serverraum einzelne, gesicherte Racks gemietet werden (ab 0,5 Racks möglich). Der dedizierte Colocation-Bereich startet ab sechs Racks und wird individuell ausgestattet.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist