Das bislang vor allem als NAS-Anbieter bekannte Unternehmen Synology wächst in neue Leistungs- und Marktsegmente. Wir hatten die Gelegenheit, ein Interview mit Geschäftsführer Jeffrey Huang zu kürzlich vorgestellten Produkten, der Strategie von Synology und Trends des Storage-Marktes zu führen.
Das skalierbare Rackmount-Speichersystem HD6500 ist eine der Neuheiten aus dem Hause Synology.
(Bild: Synology)
Storage-Insider: Welche Bedürfnisse stehen heute in Hinblick auf Storage bei den Anwendern im Vordergrund?
Jeffrey Huang, Synology: Da gibt es verschiedene Themen. Erstens wird Ransomware zu einem immer wichtigeren Thema. Also brauchen Anwender sichere NAS-Storage. Zweitens werden Stromverbrauch und soziale sowie Nachhaltigkeit in Umweltfragen immer wichtiger auch für unsere Kunden. Sie versuchen, energiesparsame Speichersysteme zu finden und schätzen Tiering, damit sie nicht immer mächtigere Storage-Systeme kaufen müssen. Drittens erleben wir, dass Anwender eher NAS mit vier oder fünf Steckplätzen statt den bislang sehr verbreiteten NAS-Systemen mit zwei Steckplätzen kaufen. Das liegt an der Geschwindigkeit, mit der sich die Daten-Cloud entwickelt. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, Daten zu speichern. Aber man braucht auch eine intuitiv verständliche Schnittstelle für das Datenmanagement wie unser DSM 7.0.
Welche Herausforderungen halten Sie für besonders dringlich?
Huang: Je mehr analytische und Auswertungsfunktionen genutzt werden, desto wertvoller werden Daten. Damit wächst aber auch rasant das Risiko datengebundener Kriminalität. Hier hinken derzeit die Datenschutzkonzepte hinterher. Ein Beispiel ist die Backup-Strategie. Anwender wissen zwar, dass man seine Vermögensgegenstände versichern muss. Aber digitale Assets sind etwas Neues, und die genauso wichtig zu nehmen, muss sich erst einbürgern. Ich bin sicher, das wird zu einem überragend wichtigen Thema.
Mit High Density HD6500 haben Sie kürzlich das Highend erweitert. Was ist die Zielgruppe?
Huang: HD6500 zielt auf Petabyte-Szenarien vor allem in Rechenzentren. Aber auch Bestandskunden, die langsam in den Petabyte-Bereich hineinwachsen, können profitieren. Dazu kommen der Videoüberwachungs- und der Video-Editing-Markt. Das dichte Design spart Kosten für Schränke und Raum. Wir bringen immerhin 60 HDD auf vier Höheneinheiten unter – bisher waren es 12 HDD auf zwei Höheneinheiten.
Wie integriert sich diese Lösung in Ihr Produktspektrum?
Huang: Das Gerät ist unser erstes NAS-System dieser Größenordnung. Man kann es mit Erweiterungseinheiten (4 RX6022sas) auf 300 Festplattenplätze erweitern. Werden 16-TB-HDDs verwendet, liegt die obere Grenze also bei etwa vier Petabyte. Das ist eine ganze Menge. Außerdem arbeitet das Gerät mit zwei sehr leistungsfähigen Intel-Xeon-Silver-4210R-CPU aus der Purley-Plattform.
Jeffrey Huang, Managing Director der Synology GmbH.
(Bild: Synology)
Welche Software-Funktionen zeichnen das System aus?
Huang: Erstens haben wir die Volume-Größenbeschränkungen der Vorversion aufgehoben. Volumes können jetzt 200 Terabyte bis 1 Petabyte groß sein. Zweitens unterstützen wir Multipath-Technologie für mehr Fehlertoleranz, Leistung und weniger Latenz. Drittens ermöglichen wir Out-of-Band-Management. IT-Admins können die Storage aus dem Hintergrund booten und Fehler-Logs sammeln, selbst wenn das Hauptbetriebssystem nicht mehr arbeitet.
Wie steht das System im Konkurrenzvergleich da?
Huang: Wir bieten den Kunden eine Komplettlösung, also Hardware, Software, Anwendungen, HDD, SSD und Cloud-Datenzentrum für möglichst viel Kompatibilität und einen einzigen Servicekontakt für möglichst hohe Verfügbarkeit. Außerdem sehen wir uns bei den Gesamtkosten angesichts unserer sehr guten Service-Level in einer guten Position. Zum Beispiel bieten wir über unser Ökosystem 24/7-Vor-Ort-Service am nächsten Geschäftstag an. Schließlich bieten unseren Kunden in jedem Quartal entweder lizenzfrei oder zu wettbewerbsfähigen Preisen neue Zusatzpakete mit interessanten Funktionen an. Kundenbeispiele zeigen die sehr flexiblen Einsatzmöglichkeiten.
Ihr zweites neues Produkt ist die Rack Station RS422+. Können Sie es ebenfalls klassifizieren, seine wichtigsten Funktionen, Verbesserungen und Alleinstellungsmerkmale nennen?
Huang: RS422+ ist unser erstes Produkt mit einer AMD-Ryzen-R1600-Dual-Core-CPU. Das verdoppelt die Leistung gegenüber der RS819. Wir unterstützen jetzt über das optionale Netzwerk-Upgrade-Modul E10G22-T1-Mini 10 Gbit/s-Ethernet. Außerdem bieten wir mehrere Möglichkeiten der Rackmontage. Wir liefern das Gerät entweder in einem 12 Inch tiefen Chassis, das direkt in ein Zwei-Säulen-Rack eingebaut werden kann. Es passt aber mittels des Synology Rail Kit RKS-02 auch in ein Vier-Säulen-Rack.
Wann sind die beiden Systeme verfügbar?
Huang: Wenn alles gutgeht hinsichtlich der Lieferketten und der Logistik, erwarten wir, dass HD6500 ab dem dritten Quartal lieferbar ist. RS422+ ist in Europa bereits seit 1. Juni erhältlich.
Wie schützen die beiden Lösungen Anwender vor Ransomware-Angriffen?
Huang: Das ausführlich zu schildern, würde einen eigenen Artikel erfordern. Interessierte finden dazu umfassende Informationen auf unserer Website. Kurz gesagt, bieten wir eine komplette Lösung von Schutz vor unberechtigten Zugriffen über Schutz des Systems, die Vermeidung verdächtiger Files, automatische Scans des Geräte-Sicherheitslevels bis zur Recovery nach einer Ransomware-Attacke.
Stand: 08.12.2025
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Bislang hat das kleinere System RS422+ keine Kompressionsfunktionen. Sollen die später integriert werden?
Huang: Derzeit unterstützen wir drei verschiedene Deduplizierungsverfahren auf unseren NAS-Systemen: Ich gehe davon aus, dass sich Ihre Frage auf die Deduplizierung der Storage-Volumes bezieht. Dass wir die nicht auf allen Systemen bereitstellen, liegt an den begrenzten CPU- und RAM-Ressourcen dieser Systeme. Außerdem unterscheiden sich hier die Anforderungen stark zwischen den Anwendern. Wir haben uns daher entschieden, Dedupe nur auf ausgewählten Modellen anzubieten, um eine optimale Nutzungserfahrung zu bieten. Wir arbeiten auch daran, die Effizienz der Algorithmen zu steigern und die weniger leistungsfähige Hardware besser auszunutzen, um letztlich dasselbe Ziel zu erreichen.
Ihre Laufwerkskompatibilitätsliste ist sehr umfangreich. Welche Anforderungen müssen erfüllt sein, damit ein Laufwerk dort erscheint? Und wie schnell können Sie neue Produkte und Technologien hier integrieren?
Huang: Unsere oberste Priorität ist nicht, die aktuellste Technologie einzusetzen, sondern eine sichere und zuverlässige Gesamtlösung. Wir prüfen neue Produkte über längere Zeit auf Kompatibilität, Leistung, Zuverlässigkeit und so weiter. Außerdem erwarten wir für zertifizierte Laufwerke mindestens fünf Jahre schnellen und hochqualitativen After-Sales-Service. Manchmal ergeben sich Probleme mit der Firmware, mit der Leistung oder mit der Kompatibilität. Überzeugt uns eine neue Technologie nicht, integrieren wir sie auch nicht. Also hängt es davon ab, wie lange uns die Hersteller ihre Laufwerke kostenlos als Testexemplare zur Verfügung stellen und unsere Fragen beantworten, wie schnell wir neue Laufwerke oder Technologien integrieren.
Ihre Systeme kommen mit einer Fünfjahres-Garantie, das ist vergleichsweise viel. Wie viele Jahre unterstützen Sie maximal Systeme, deren Anwender Supportverträge haben?
Huang: Zusammen mit unserem autorisierten Partner Technogroup bieten wir sieben Jahre garantierten Support. Die Servicepakete umfassen auch Zusatz- und Erweiterungseinheiten. Man kann sie im Hochsicherheitsbereich um eine Laufwerkssicherung erweitern. Mit unserem deutschen Distributor Wortmann zusammen bieten wir sogar acht Jahre garantierten Support. Außerdem haben wir in der Region DACH Partner, die auch außerhalb dieser Zeitspanne Geräte reparieren. Viele Anwender tauschen die Systeme nach einigen Jahren gegen aktuellere aus, behalten die alten aber und setzen sie für andere Aufgaben ein.
Welche Innovationen kann der Markt von Ihnen in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten erwarten?
Huang: Lange waren wir NAS-Spezialisten. Inzwischen sind wir auch auf dem Backup-Markt und arbeiten an besserem Schutz vor und Schadensminimierung bei Ransomware-Attacken. Einer unserer Schwerpunkte ist, wie man Identitätsservices übergreifend gestalten kann. Identitätsdienste sollten man über Windows, MacOS und Cloud hinweg synchronisieren können. Ein weiteres Thema ist die sichere Mail-Migration von On-Premises-Exchange-Servern. Denn veraltete Exchange-Server sind ein wichtiger Angriffspunkt. Bei DSM können Anwender schon bald unter anderem mit unveränderlicher WORM-Storage rechnen, wir wollen mit AI-/ML-Mechanismen Ransomware schneller entdecken und ganze Volumes verschlüsseln.
Und schließlich: Was ist für Sie der wichtigste Storage-Trend der nächsten fünf Jahre?
In den vergangenen Jahren haben Unternehmen mehr Daten generiert als je zuvor, und dieser Trend wird sicher so bald nicht abklingen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist ein NAS-System (Network Attached Storage) eine der einfachsten Lösungen angesichts des rapide zunehmenden Datenaufkommens. Kapazität, RAM und Security sind nur einige der Aspekte, die beim Kauf zu beachten sind. In diesem eBook geben wir einen vollständigen Überblick und nennen die aktuell beliebtesten NAS-Systeme: