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Dateifreigaben und Storage: Welche Lösung passt am besten? Open-Source-Dateiserver: NAS oder Samba?

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Die Entscheidung zwischen einem Open-Source-NAS-System wie TrueNAS oder OpenMediaVault oder einer eigenständigen Samba-Installation hängt von den spezifischen Anforderungen und Einsatzszenarien ab. Kommerzielle Lösungen wie Synology und QNAP spielen ebenfalls eine Rolle, besonders für Anwender, die Komfort und integrierte Funktionen suchen.

NAS-System oder Samba-Installation? Auf den Einsatzzweck kommt’s an …(Bild:  vladimircaribb - stock.adobe.com)
NAS-System oder Samba-Installation? Auf den Einsatzzweck kommt’s an …
(Bild: vladimircaribb - stock.adobe.com)

Kommerzielle NAS-Systeme sind für ihre Benutzerfreundlichkeit bekannt. Sie bieten grafische Oberflächen, mit denen sich auch komplexe Aufgaben wie RAID-Konfigurationen, Backups oder der Aufbau eines Cloud-Servers einfach umsetzen lassen. Diese Systeme integrieren oft Anwendungen für Multimedia-Streaming, Virtualisierung oder Container-Lösungen wie Docker.

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Die Möglichkeit, Daten direkt mit Cloud-Diensten zu synchronisieren, erhöht die Attraktivität, insbesondere für Unternehmen oder private Anwender, die eine unkomplizierte Lösung suchen. Allerdings gehen diese Vorteile mit hohen Anschaffungskosten einher. Bereits Einstiegsmodelle mit zwei Festplatteneinschüben sind kostspielig, während leistungsstärkere Varianten schnell mehrere tausend Euro kosten. Gleichzeitig bieten diese Systeme nur begrenzte Anpassungsmöglichkeiten, da die Hard- und die Software stark an die Vorgaben der Hersteller gebunden sind.

Open-Source-NAS-Systeme: Flexibilität ohne Lizenzkosten

Open-Source-NAS-Systeme wie TrueNAS, OpenMediaVault oder XigmaNAS bieten eine flexible Alternative, die keine Lizenzkosten erfordert und eine breite Palette an Funktionen ermöglicht. TrueNAS basiert auf FreeBSD und nutzt das ZFS-Dateisystem, das fortschrittliche Funktionen wie Snapshots, Pool-Scrubbing und Deduplizierung unterstützt. Dies macht TrueNAS zu einer ausgezeichneten Wahl für Umgebungen, in denen hohe Datensicherheit und Verfügbarkeit erforderlich sind. OpenMediaVault hingegen basiert auf Debian und unterstützt verschiedene Dateisysteme wie EXT4, XFS und Btrfs. Dank der Plug-in-Architektur lässt sich der Funktionsumfang leicht erweitern, was es zu einer beliebten Option für Heim- und Kleinunternehmensanwendungen macht. XigmaNAS, ebenfalls FreeBSD-basiert, bietet eine minimalistische Lösung für Netzwerkspeicher und legt den Fokus auf einfache Verwaltung sowie umfassende Protokollunterstützung.

Samba: leichte Lösung für einfache Netzwerke

Samba stellt eine völlig andere Herangehensweise dar, da es als eigenständige Lösung für die Bereitstellung von Dateifreigaben im Netzwerk genutzt wird. Besonders in kleineren Umgebungen oder bei Anwendern, die auf fortgeschrittene Funktionen wie Snapshots oder Datenredundanz verzichten können, ist Samba eine effiziente und kostengünstige Alternative. Die Konfiguration auf einem Debian-basierten System ist unkompliziert und ermöglicht eine schnelle Integration in Windows-Umgebungen. Der Hauptvorteil von Samba liegt in seiner Leichtigkeit, während ein Nachteil in fehlenden Funktionen für Datensicherung und erweiterte Verwaltung besteht.

Ein weiterer Aspekt, der Samba besonders vielseitig macht, ist seine Fähigkeit, als Domänencontroller in einem Netzwerk zu agieren. In Kombination mit einer Samba-Installation auf Ubuntu oder einem anderen Linux-basierten System ermöglicht dies die Einrichtung einer vollständig integrierten Netzwerkinfrastruktur, die sowohl Linux- als auch Windows-Clients unterstützt. Samba kann Benutzern und Gruppen Berechtigungen zuweisen, Passwortrichtlinien umsetzen und zentralisierte Datei- und Druckdienste bereitstellen.

Die Installation und Konfiguration eines Samba-Servers auf Ubuntu ist relativ unkompliziert. Nach der Installation des Samba-Pakets lassen sich Benutzer hinzufügen, Verzeichnisse mit entsprechenden Rechten freigeben und spezifische Einstellungen über die Samba-Konfigurationsdatei vornehmen. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse der jeweiligen Infrastruktur. Samba bietet zudem die Möglichkeit, Ressourcen über die grafische Benutzeroberfläche zu verwalten, was vor allem für Umgebungen mit GNOME-Desktop-Systemen wie Linux Mint von Vorteil ist. Durch die Integration von Nautilus-Share können Ordner direkt über den Dateimanager freigegeben werden, ohne dass tiefgehende Kenntnisse der Samba-Konfigurationsdatei erforderlich sind.

Der Einsatz von Samba als Domänencontroller erweist sich vor allem in gemischten Netzwerken als vorteilhaft, in denen sowohl Windows- als auch Linux-Clients betrieben werden. Dies erlaubt eine zentrale Authentifizierung und eine effiziente Verwaltung der Ressourcen, ohne auf eine Windows-basierte Lösung zurückgreifen zu müssen. Die Möglichkeit, Samba mit erweiterten Funktionen wie Benutzer- und Gruppenmanagement sowie Passwortrichtlinien zu kombinieren, macht es zu einer kosteneffizienten Alternative für Unternehmen, die keine Lizenzkosten für Windows-Server tragen möchten. Durch die zentrale Verwaltung lassen sich Zugriffsrechte einfacher steuern und überwachen, was vor allem in größeren Netzwerken mit vielen Nutzern einen erheblichen Vorteil darstellt.

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Im Vergleich zu kommerziellen NAS-Systemen oder anderen Open-Source-Lösungen bietet Samba als Domänencontroller eine herausragende Flexibilität. Diese Funktionalität erweitert die Rolle von Samba weit über die reine Dateifreigabe hinaus und positioniert es als umfassendes Werkzeug für die Verwaltung von Netzwerkinfrastrukturen in hybriden Umgebungen. Damit eignet es sich nicht nur für den Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen, sondern auch in größeren Netzwerken, in denen eine Integration von Windows- und Linux-Systemen erforderlich ist.

NFS: leistungsstarke Alternative für UNIX-Umgebungen

Alternativen wie das Network File System, kurz NFS, sollten ebenfalls berücksichtigt werden. NFS ist besonders in UNIX- und Linux-Umgebungen verbreitet und bietet gegenüber Samba eine höhere Leistung bei geringerem Overhead. Allerdings ist NFS in Windows-Umgebungen nur mit zusätzlichen Konfigurationen einsetzbar, was den Aufwand erhöht. NFS und SMB sind zwei der gängigsten Protokolle für die Dateifreigabe in Netzwerken, die sich vor allem durch ihre Zielumgebungen und Einsatzmöglichkeiten unterscheiden.

Mit der Einführung von Zustandserhaltung in NFS Version 4 hat das Protokoll deutlich an Robustheit gewonnen, wodurch es sich hervorragend für Mission-kritische Anwendungen wie Oracle-Datenbanken und virtuelle Maschinen eignet. SMB, das in Windows-Umgebungen dominiert, wurde mit Version 3 stark verbessert und bietet nun Funktionen wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Cluster-Dialekt-Fencing. Während frühere SMB-Dialekte wie CIFS durch ineffiziente und fehleranfällige Kommunikation auffielen, sind moderne SMB-Versionen sicherer, skalierbarer und in der Lage, auch in Weitverkehrsnetzen (WAN) eine hohe Leistung zu liefern. Trotz ihrer Unterschiede nähern sich NFS und SMB in neueren Versionen funktional immer mehr an, sodass die Wahl des Protokolls zunehmend von der jeweiligen Infrastruktur und den betrieblichen Anforderungen abhängt.

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Fazit: Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab

Die Entscheidung zwischen den genannten Lösungen hängt stark vom Anwendungsfall ab. Kommerzielle NAS-Systeme eignen sich für Anwender, die eine umfassende und einfach bedienbare Lösung mit wenig technischem Aufwand benötigen. Open-Source-NAS-Systeme bieten maximale Anpassungsfähigkeit und sind ideal für technisch versierte Nutzer, die Kosten sparen möchten.

Samba ist die beste Wahl, wenn es lediglich darum geht, einfache Dateifreigaben im Netzwerk bereitzustellen. Für leistungsstarke UNIX-basierte Netzwerke kann NFS eine geeignete Alternative sein. Die Wahl des richtigen Systems sollte daher auf den spezifischen Anforderungen und Prioritäten basieren, um die beste Kombination aus Funktionalität, Kosten und Verwaltungsaufwand zu erzielen.

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