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Elementar im Notfall: das perfekte Disaster-Recovery-Response-Team Planen, testen, optimieren – und das richtige Team

| Autor / Redakteur: Florian Malecki* / Dr. Jürgen Ehneß

Unabhängig davon, wie detailliert Backup-und-Disaster-Recovery-Pläne (DR) auch sind, ohne die Koordination der entscheidenden Spezialisten ist das Scheitern vorprogrammiert. Im Klartext: Wenn es gelingt, die verloren gegangenen Daten schnell und möglichst vollständig wiederherzustellen, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, kann sich die Katastrophe ausweiten – von Datenverlust bis hin zur Gefährdung des gesamten Unternehmens.

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Die Gründe für die Notwendigkeit eines Disaster Recovery sind mannigfaltig. Wie man sich effektiv auf Notfälle aller Art vorbereitet, erläutert Florian Malecki von StorageCraft.
Die Gründe für die Notwendigkeit eines Disaster Recovery sind mannigfaltig. Wie man sich effektiv auf Notfälle aller Art vorbereitet, erläutert Florian Malecki von StorageCraft.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wer sind also die richtigen Leute, die dafür sorgen, dass dies nicht geschieht? Welche Fähigkeiten müssen sie haben, und wie lassen sich ihre Aktivitäten koordinieren?

Zusammenstellen eines DR-Teams

Je nachdem, mit welcher Art von Katastrophe ein Unternehmen konfrontiert ist und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, sollte das Team aus hochqualifizierten Personen mit speziellen und Fähigkeiten bestehen. Einige von ihnen sollten sich im Ernstfall um die sofortigen Wiederherstellungsmaßnahmen kümmern, andere Teammitglieder haben eine unterstützende Funktion. Folgende Personen sollten an den Schutz- und Wiederherstellungsaktivitäten beteiligt sein:

DR-Experten

Unternehmen, die keine konkrete Strategie für eine Notfallwiederherstellung haben, sollten sich bei der Erstellung von DR-Plänen unbedingt helfen lassen. Diese komplexen Pläne sind die eigentlichen Erfolgsgaranten und sollten Wiederherstellungsziele, technische Abhängigkeiten von Systemen und Diagramme enthalten, welche die verschiedenen Wiederherstellungsszenarien skizzieren. Wer nicht weiß, wo er anzufangen hat, sollte in jedem Fall einen DR-Berater hinzuziehen.

Business-Continuity-Experten

Die Wiederherstellung der IT im Katastrophenfall ist nur ein Bestandteil der gesamten Business-Continuity-Strategie (BC). Für viele Unternehmen ist es empfehlenswert, jemanden einzubeziehen, der einen umfassenden BC-Plan erstellen kann. Dieser schließt die IT ein, erstreckt sich aber auch auf alles andere, was ein Unternehmen am Laufen hält. Beispielweise kann dazu auch das leitende Personal von Lieferanten und so weiter gehören. Wie beim Disaster-Recovery-Thema gibt es auch für die Business Continuity Berater, die qualifiziert helfen können.

Führungsteam

Egal, ob man einen Plan für das eigene Unternehmen oder für Kunden erstellt – in jedem Fall braucht man Entscheidungsträger, die ihre Aufgabe verstehen. Diese sollten sich mit DR-Plänen und Ressourcenanforderungen auskennen, damit sie auch genau das bekommen, was sie benötigen. Gemeinsam wird dann entschieden, was innerhalb von Budget-, Personal- und anderen Ressourcenüberlegungen möglich ist.

Katastrophenmanager

Benötigt wird auch ein Katastrophenmanager, der im Ernstfall der Projektverantwortliche für die Wiederherstellung ist. Er koordiniert interne, aber auch externe Spezialisten, Ressourcen und Zeitpläne, sodass alle effizient zusammenarbeiten, um schnellstmöglich das Geschäft wieder zum Laufen zu bringen.

Recovery-Experten

Dies sind Leute, die auftretende Probleme vor Ort oder aus der Ferne bewerten und diese direkt an den Katastrophenmanager melden. Sie sind auch diejenigen, welche die Probleme faktisch beheben, nachdem sie sich mit ihrem Team und dem Katastrophenmanager abgestimmt haben.

Auftragnehmer

Es ist ideal, wenn das Unternehmen alle benötigten Arten von Mitarbeitern im Haus hat. Wenn die Ressourcen aber knapp sind und im Ernstfall zu wenig Personal verfügbar wäre, gilt es bereits im Vorfeld zu planen, wer im Notfall von extern hinzugezogen werden muss. Dabei sollten unbedingt auch die Konditionen und die gegenseitigen Erwartungen an die Zusammenarbeit geklärt sein.

Externe Dienstleister

Wichtig ist auch, dass man für ein mögliches Backup durch einen sekundären, externen Dienstleister sorgt. In jedem Fall sollten die wichtigsten Kontaktinformationen vorliegen, sodass etwa bei einem Strom- oder Netzwerkausfall schnell gehandelt werden kann. Geschwindigkeit ist in dieser Situation ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Pläne und Zielsetzungen

Egal, ob ein Unternehmen externe Dienstleister verpflichtet oder seine internen Mitarbeiter – das Team muss in der Lage sein, alle Anforderungen zu erfüllen. Nur so lassen sich die gesteckten Ziele erreichen.

Zu den wichtigsten Anforderungen gehören:

  • Service-Level-Vereinbarungen (SLAs): Die SLAs müssen sowohl die Notfallbedingungen als auch die Reaktionsgeschwindigkeit erfüllen.
  • Wiederherstellungsziele: Wie schnell muss ein bestimmtes System oder Gerät wiederherstellbar sein? Wie oft werden Daten und Server gesichert?
  • DR-Pläne: Welche konkreten Maßnahmen werden im Katastrophenfall ergriffen, um die Situation zu beheben? Wer wird was und wie tun?

Erwartungen definieren

Um alle Ziele zu erreichen, muss jedes Teammitglied genau wissen, was von ihm erwartet wird. Dazu muss das Team klären:

  • wie die Verantwortlichen in einem Notfall kontaktiert werden und wie schnell die Reaktionszeit sein muss,
  • was die primären Kommunikationsmethoden sind und welche Alternativen es gibt, falls diese Kommunikationsmöglichkeiten ausfallen,
  • wer welche Aktivitäten im Notfall verantwortet,
  • wie DR-Pläne und andere Informationen mit dem Personal ausgetauscht werden können, sodass man schnellstmöglich handlungsfähig ist.

Florian Malecki, International Product Marketing Senior Director bei StorageCraft.
Florian Malecki, International Product Marketing Senior Director bei StorageCraft.
(Bild: StorageCraft)

Fazit

Ein gutes Disaster-Recovery-Response-Team zu haben, ist der erste Schritt zum Erfolg. Sobald dieses Team aufgestellt ist, sind Unternehmen in der Lage, bei einem Katastrophenszenario schnell zu handeln. Essenziell ist aber auch, Pläne, Prozesse und Fähigkeiten zu testen und falls nötig zu optimieren. Rechtzeitiges Testen ist dabei besonders wichtig; niemand sollte erst im Ernstfall herausfinden, ob alle Pläne und Prozesse auch funktionieren. Für die meisten Unternehmen ist ein Testlauf pro Quartal ausreichend, um potenzielle Krisenszenarien durchzuspielen. Nur mit diesen regelmäßigen Tests kann man sicher sein, dass das Team in der Lage ist, die Pläne im Notfall umzusetzen und eventuelle Änderungen in der IT oder der Unternehmensstruktur in die Szenarien einzuarbeiten.

*Der Autor: Florian Malecki, International Product Marketing Senior Director bei StorageCraft

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