Online-Umfrage zum Schwerpunkt Software Defined Storage - Ulrich Hamm, Teil 5

SDS funktioniert auch ohne Standards

| Redakteur: Rainer Graefen

Ulrich Hamm, Consulting System Engineer Datacenter bei Cisco Deutschland
Ulrich Hamm, Consulting System Engineer Datacenter bei Cisco Deutschland (Foto: Cisco)

Während die Storage-Branche beim Pooling von Storage-Hardware eine Architektur nach der anderen aus dem Ärmel zog, soll Heterogenität nun dank Software kein Problem mehr sein. Standards sind dewegen nicht notwendig, Zertifizierungen aber schon, heißt es bei Cisco. Storage-Insider unterhielt sich mit Ulrich Hamm über globalisierte Speicherinfrastrukturen.

Storage-Insider: Was ist Software Defined Storage?

Ulrich Hamm: Software Defined Storage (SDS) ist ein Ansatz zur Trennung der Kontrollebene von der physikalischen Ebene in Storage-Infrastrukturen. Dies funktioniert analog zu Software Defined Networks, in denen die Kontroll- von der Datenebene getrennt wird.

Mit SDS müssen Administratoren nicht mehr jede einzelne Storage-Hardware umkonfigurieren, um Änderungen durchzuführen, sondern können dies über eine zentrale Konsole in einem Schritt für die gesamte Infrastruktur erledigen.

Dies führt durch Programmierbarkeit zu mehr Flexibilität und durch Automatisierung zu einem vereinfachten Management. Und damit wird auch die Storage-Struktur der restlichen Infrastruktur im Data Center angeglichen.

Die Software-Steuerung gilt als nicht besonders leistungsfähig!

Ulrich Hamm: Das lässt sich nicht so pauschal behaupten. Die Leistungsfähigkeit der Software hängt natürlich immer von der eingesetzten Hardware ab. Dabei spielt auch eine große Rolle, wie gut die Software auf die Hardware abgestimmt ist.

Schon heute werden in Storage-Controllern Standard-x86-Prozessoren verwendet, wodurch die Geschwindigkeit inzwischen sehr hoch ist.

Was ist notwendig, damit SDS über mehrere unterschiedliche Speichersysteme hinweg funktionieren kann?

Ulrich Hamm: Theoretisch spielt die Heterogenität einer Speicher-Infrastruktur keine Rolle, da SDS ja gerade durch Abstraktion die Unabhängigkeit des Software-Layers gegenüber der darunter liegenden Hardware ermöglicht. In der Praxis muss man aber auf jeden Fall darauf achten, welche Konfigurationen getestet sind und damit auch von den Herstellern unterstützt werden.

Wird es SDS auch für Enterprise Speichersysteme wie die von EMC, Hitachi, IBM oder Oracle geben?

Ulrich Hamm: Unseres Wissens ja. Alle Storage-Hersteller arbeiten derzeit an SDS-Lösungen oder bieten bereits welche an.

Was unterscheidet SDS von einem heterogenen Storage Pool?

Ulrich Hamm: SDS verfolgt einen anderen Ansatz. Es abstrahiert die Kontrollfunktion von der Storage-Hardware. Damit kann im Prinzip jede beliebige Hardware in das SDS-Konzept integriert werden. So lassen sich über SDS auch heterogene Storage Pools zentral steuern. Dies ist ähnlich zur Storage-Virtualisierung.

Was könnte SDS besser machen als automated Storage Tiers?

Ulrich Hamm: SDS könnte eine größere Flexibilität durch die Trennung der Controll-Ebene (Software) von der Hardware bieten.

Müsste man nicht, noch vor SDS, ein einheitliches Datencontainer-Konzept umsetzen?

Ulrich Hamm: Nein, SDS ist durch die Trennung von Kontroll- und Datenebene völlig unabhängig von den verwendeten Dateiformaten für die Speicherung. Es wird ausschließlich für die Steuerung eingesetzt, nicht für Datenspeicherung selbst.

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