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Trends bei der Datenrettung Sensibilität gegenüber schwarzen Schafen nimmt zu

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Ein Aufkommen von 30 Prozent mehr Zweitgutachten im Falle defekter oder zerstörter Datenträger stellt die CBL Datenrettung GmbH fürs Jahr 2019 fest. Die Kunden lassen sich demnach weniger oft abzocken als in den Jahren zuvor. In einem anderen Bereich zeichnet sich der Endverbraucher jedoch durch Sorglosigkeit aus.

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Die CBL Datenrettung GmbH vermeldet fürs Jahr 2019 einen Anstieg von „30 Prozent mehr Datenverlustfällen zur Diagnose“ von Geräten, die zuvor bereits bei der Konkurrenz gelandet waren.
Die CBL Datenrettung GmbH vermeldet fürs Jahr 2019 einen Anstieg von „30 Prozent mehr Datenverlustfällen zur Diagnose“ von Geräten, die zuvor bereits bei der Konkurrenz gelandet waren.
(Bild: CBL Datenrettung)

Dass sich in der Datenrettungsbranche „schwarze Schafe“ herumtreiben, hat sich offenbar zumindest teilweise herumgesprochen. Folgerichtig scheint die Sensibilität gegenüber Abzockern zuzunehmen: Die CBL Datenrettung GmbH verweist darauf, dass sie im Jahr 2019 „30 Prozent mehr Datenverlustfälle zur Diagnose“ bekommen habe, die zuvor durch die Hände anderer Unternehmen gewandert seien.

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Das CBL-Urteil fällt eindeutig aus: „Erschreckend dabei: Viele Datenträger waren unsachgemäß behandelt worden, und teilweise wurde offensichtlich gar nicht versucht, die Daten zu retten.“ Dies deckt sich mit den Erfahrungen des NDR-Reporters Armin Ghassim, der in einem TV-Beitrag einen entsprechenden Selbstversuch unternommen hatte – ausgestrahlt am 15. Oktober 2019 im Politikmagazin „Panorama 3“ und in der NDR-Mediathek archiviert. Die rund 19 Minuten längere Version des Beitrages mit dem Titel „Selbstversuch Datenrettung: Welches Unternehmen zockt mich ab?“ ist bei Youtube zu finden.

Ein deutliches Zeichen für Datenrettungsnepper und -bauernfänger ist eine kostenpflichtige Diagnose, bevor es zur eigentlichen Rettung der Daten beschädigter Festplatten, SSDs oder anderer Datenträger kommt. Seriöse Anbieter erstellen grundsätzlich kostenfreie Befunde und eindeutige Kostenvoranschläge. Conrad Heinicke, Projektmanager bei CBL Datenrettung, erläutert: „Beunruhigend sind die Fälle, die auf fahrlässiges Verhalten, Unfähigkeit oder Unwilligkeit der angeblichen Datenretter hinweisen. Hier werden Kunden mit Vorauszahlungen abgezockt, die durchaus machbare Datenrettung unterbleibt dann aber.“

Doch auch aus anderen Gründen empfiehlt sich in vielen Fällen eine weitere Meinung: „Die technischen Möglichkeiten und Methoden der Dienstleister unterscheiden sich – es kann durchaus sinnvoll sein, es noch bei einem zweiten zu probieren. Obwohl die Mehrzahl dieser Fälle tatsächlich hoffnungslos sind, können wir immer häufiger Daten retten, wo es nach Meinung der Mitbewerber unmöglich war“, so Heinicke.

Als weitere Trends neben dem Zweitgutachten im Fall eines Datenverlustes macht CBL zum einen ein vermehrtes Aufkommen defekter SSDs aus, das hauptsächlich auf die deutlich gestiegene Verbreitung der NAND-Flash-Speicher zurückzuführen sein dürfte. Zum anderen mehren sich laut CBL Smartphones mit Wasserschaden, was wiederum neben der flächendeckenden Verbreitung auf eine steigende Sorglosigkeit im Umgang mit den portablen Telefoncomputern hinweist.

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