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Steeleye sorgt mit Cluster-Software für Failover-Lösungen Teil 1 Servervirtualisierung garantiert keine Hochverfügbarkeit

| Autor / Redakteur: Gerd Jelinek und Rainer Graefen / Nico Litzel

Die Servervirtualisierung à la VMware ESX Server, Microsoft Virtual Server, Xen und IBM Power Virtualization genießt zu Recht eine hohe Wertschätzung. Der unabhängige Betrieb mehrerer Anwendungen auf einem virtualisierten Server konsolidiert das Rechenzentrum, sorgt für eine bessere Auslastung physischer Ressourcen und vereinfacht die Wartung. Servervirtualisierung birgt aber auch Gefahren: Die Verfügbarkeit von Anwendungen und Services verringert sich.

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Beziehung zwischen den einzelnen Komponenten eines virtualisierten Servers.
Beziehung zwischen den einzelnen Komponenten eines virtualisierten Servers.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei der Servervirtualisierung erwecken Hersteller gerne die Vorstellung, dass mit „Verschiebe-Werkzeugen“ wie VMotion eine Anwendung sehr leicht auf ein zweites, funktionstüchtiges System zu verschieben sei und damit Katastrophenfälle beherrschbar würden.

Gerne wird dabei unterschlagen, dass eine virtualisierte Infrastruktur komplexer ist als ein einfacher physischer Server, sich durch die Virtualisierungsschicht des Host-Servers und mehrfach genutzte Gerätetreiber die Fehlerwahrscheinlichkeit erhöht, eine eigentlich unkritische Anwendung zu Server-Havarien führen kann und nicht zuletzt durch den Ausfall der Server-Hardware selbst viele Anwendungen gleichzeitig betroffen sind.

Trotz der sehr realen Gefahr und einer höheren Wahrscheinlichkeit eines Applikationsausfalls ist die Meinung weit verbreitet, die Virtualisierungstechnik könne die Verfügbarkeit von Applikationen erhöhen, das heißt, Virtualisierung biete Hochverfügbarkeit für Applikationen.

Dieser Mythos beruht zum großen Teil auf der Migrationsfähigkeit virtualisierter Server. Durch dieses Feature kann ein virtualisierter Server von einem physischen Computer auf einen anderen verschoben werden, entweder, indem man ihn auf dem einen Server vollständig stoppt und auf dem anderen völlig neu startet, oder indem man eine Technik verwendet, mit der man den aktuellen Zustand einfriert und später fortsetzt. Doch ist diese Funktion unzureichend, da sie dafür nicht vorgesehen war, um die Verfügbarkeit von Anwendungen zu gewährleisten. Hier sind mehrere Fehlerquellen zu bedenken:

Die Migration eines Clients von einem Host- auf ein anders Hostsystem ist primär für die Durchführung geplanter Wartungsarbeiten gedacht, nicht für Fehlerszenarien. Bei den meisten Produkten ist es Aufgabe des Administrators, diesen Vorgang manuell zu initiieren. Das funktioniert nur dann, wenn der Server noch nicht ausgefallen ist. Und ein völliger Neustart ist langsam, weil das gesamte Betriebssystem gebootet und alle Applikationen am neuen Standort gestartet werden müssen.

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