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Cloud-Trend setzt verlässliche Backup-Strategie voraus Sichere Daten in der Cloud

| Autor / Redakteur: Sabine Schilg* / Dr. Jürgen Ehneß

Ein umfassender Schutz geschäftskritischer Daten durch intelligente Backups, eine smarte Wiederherstellung und eine hohe Systemverfügbarkeit sind zentrale To-dos für 2020.

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Wer seine Daten in die Cloud verlagert, nimmt oft fälschlicherweise an, dass eine Backup-Strategie vorhanden ist. Für die Sicherheit der eigenen Daten ist jedoch der End-User verantwortlich.
Wer seine Daten in die Cloud verlagert, nimmt oft fälschlicherweise an, dass eine Backup-Strategie vorhanden ist. Für die Sicherheit der eigenen Daten ist jedoch der End-User verantwortlich.
(Bild: © wsf-f - adobe.stock.com)

Das internationale Datenvolumen wächst und wächst. Laut Prognosen der Studie Data Age 2025 wird die globale Datenmenge in den kommenden fünf Jahren von derzeit rund 33 auf bis zu 175 Zettabyte ansteigen. Die IDC-Experten sagen zugleich voraus, dass im Jahr 2025 bis zu 40 Prozent der weltweiten Daten in öffentlichen Cloud-Umgebungen vorliegen.

Während Datenwachstum und Cloud Unternehmen und IT auch in den kommenden Monaten stark beschäftigen werden, sollten sie dabei Themen wie den zunehmenden Fachkräftemangel, immer flexiblere Arbeitsmodelle und umfassende Backup-und-Recovery-Strategien nicht vernachlässigen.

Cloud-Treiber Fachkräftemangel

Nach vielen Diskussionen, insbesondere hinsichtlich ihrer Datensicherheit, ist die Cloud jetzt im Mittelstand angekommen. Bei Aspekten wie Office-365-Backups oder Disaster Recovery mit „Application-Failover through the Cloud“ wird die Frage, wie eine Lösung implementiert wird, dabei vermehrt getrieben vom fortschreitenden Fachkräftemangel: Immer mehr Unternehmen laufen in Engpässe bezüglich benötigter IT-Skills. Das führt dazu, dass sie Anwendungen und IT-Bereiche verstärkt verlagern – auch im Storage- und Backup-Bereich. Sogar Cloud-Hoster denken über einen Transfer nach, was gleichzeitig einen Shift von Ressourcen beinhaltet: Durch die Umschichtung können sich Mitarbeiter auf andere wertschöpfende Aufgaben konzentrieren und beispielsweise den Kundendienst optimieren.

Effektive Absicherung neuer Arbeitsmodelle beachten

2020 und darüber hinaus werden sich Unternehmen zunehmend flexiblen Arbeitsmodellen zuwenden. Das bedeutet beispielsweise, dass immer mehr Mitarbeiter im Home-Office, von unterwegs, zu den unterschiedlichsten Zeiten und an verschiedenen Orten arbeiten. Diese Entwicklung geht einher mit dem Trend zu mehr Online- beziehungsweise Cloud-Diensten, aber auch fundierterem Know-how, bedingt durch steten Datenzugriff. IT-Abteilungen müssen diesen wachsenden Bedarf mit den richtigen Tools unterstützen.

Dazu gehört, dass sich Daten remote löschen lassen, wenn etwa ein Gerät verloren geht. Die Skepsis vor der Cloud ist mittlerweile gewichen. Nun müssen Unternehmen einen Schritt weiter gehen und eine umfassende Backup-und-Recovery-Strategie für in der Cloud gespeicherte Daten entwickeln, so dass Mitarbeiter unterwegs und im Büro stets die Anwendungen und Informationen zur Hand haben, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Es sind Tools erforderlich, die umfassende Backup- und Wiederherstellungsoptionen für die gesamte Microsoft Office 365 Suite bieten. Des Weiteren werden individuell anpassbare Modelle immer wichtiger – von Term-Lizenzen über Hybrid-Angebote, bei denen ein Teil auf einer Appliance läuft, ein anderer Teil in der Cloud –, so dass der User frei entscheiden kann, wie er Services nutzen möchte. Wenn gewünscht, muss zudem auch lokale Nähe gewährleistet sein.

Cyber-Security im Mittelstand

Datenabsicherung und Bedrohungsabwehr ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema für Firmen unterschiedlichster Branchen. 2020 werden sich kleine und mittelständische Unternehmen vermehrt mit Möglichkeiten beschäftigen, wie sie sich und ihre Daten in jeglicher physischer, virtueller und Cloud-Umgebung bestmöglich absichern können.

Hackerattacken können Systeme und ganze Unternehmen lahmlegen. Daher ist es sinnvoll, Security-Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht länger allein inhouse abdecken zu wollen, sondern auch hier auf die Cloud zu setzen. Diesbezüglich sollten sich Firmen zunächst Gedanken machen, was Cloud-Backup bedeutet und beinhaltet.

Wird in die Cloud ausgelagert, müssen sich Anwender in wachsendem Maße mit der Absicherung ihrer eigenen Daten beschäftigen. Wer in die Cloud geht, nimmt oft fälschlicherweise an, dass eine Backup-Strategie vorhanden ist. Erst in einem zweiten Schritt stellt sich heraus, dass dem nicht so ist. Zwar wird ein Environment am Laufen gehalten, und es gibt ein Backup für Anwendungen. Für die Sicherheit der eigenen Daten ist aber nach wie vor der End-User verantwortlich.

Immer mehr Anwender nutzen etwa Office 365 in der Azure-Cloud. Erst später wird den Endkunden klar, dass eigene Daten hier noch kein Backup erfahren. Sie müssen sich also dringend überlegen, welches Tool sie nutzen wollen, um zukunftssicher zu agieren. Dieses Bewusstsein, welches Maß an Datensicherheit gewährleistet ist, dringt erst peu à peu zu den Nutzern im Unternehmen durch und muss künftig gestärkt werden.

Ganzheitliche Ansätze gefragt

Beim Thema Cloud Computing achten viele zunächst auf den Weg, den Daten zur Cloud nehmen. Was vergessen wird: Ungefähr ein Drittel der Informationen, die in die Cloud gestellt werden, wird auch wieder aus der Cloud herausgenommen, beispielsweise wenn Unternehmen geschäftsrelevante Daten doch wieder lokal speichern wollen. Durch dieses Verschieben und Umverteilen werden noch mehr Daten in Umlauf gebracht.

Gerade Channel- und Business-Partner setzen sich stark mit Themen wie diesen auseinander, um Kunden neue Services anbieten zu können. Das Hin- und Herschieben von Daten verlangt spezielle Backup-Technologie, die es gestattet, von „any to any“ (Hardware zu hybriden Umgebungen und mehr) zu migrieren, ohne dass die Anwender in ihrem Tun gestört werden, damit sie nahtlos weiterarbeiten können. Derartige Tools werden verstärkt und auch immer wieder eingesetzt – eine weitere Entwicklung, die sich in den kommenden Monaten fortsetzen wird.

Auf mehrstufige Storage- und Recovery-Lösungen setzen

Daten müssen zunehmend vor Cyber-Bedrohungen und menschlichen Fehlern geschützt werden. Das versehentliche Löschen von Daten, unbeaufsichtigte Laptops oder Handys, ihr Verlust oder Diebstahl können schwerwiegende Folgen für ein Unternehmen haben. Es ist daher nicht länger damit getan, Datenspeicher lediglich auf einer Ebene abzusichern. Stattdessen sollten Unternehmen einen mehrstufigen und umfassenden Ansatz verfolgen.

Hierzu zählen Backups für Endgeräte, eine Server-Ausfallsicherung und der Schutz physischer, virtueller und älterer Systeme. Gefragt sind ganzheitlicher Schutz, Prävention und Cyber-Absicherung, Backup und Recovery für Endgeräte sowie das Stoppen von Cyber-Bedrohungen in Echtzeit.

Neben einfachem und automatischem Backup sowie der schnellen Wiederherstellung von Daten wird es in diesem Zusammenhang immer wichtiger, Daten auf Geräten zu kontrollieren. Beachtung finden muss darüber hinaus eine rechtssichere E-Mail-Archivierung.

Sabine Schilg, Vice President Carbonite EMEA.
Sabine Schilg, Vice President Carbonite EMEA.
(Bild: Copyright 2018 HeadShot Factory | http://www.headshot-factory.ch)

Anwendungsspezifischer Speichermix: Beispiel Carbonite

Die Backup- und Recovery-Experten von Carbonite verwenden bei ihrer Produktinfrastruktur einen Mix von Speichertypen. Die Server, die zentrale Services und das Front-End für die Speicherung der Kundendaten bereitstellen, nutzen sowohl SSD als auch HDD, je nach der Leistung, die von den von ihnen unterstützten Anwendungen benötigt wird. Der Back-End-Speicher, der die Kundendaten hostet, besteht ausschließlich aus SAS-HDDs. Regelmäßige Aktualisierungen und Laufwerkskapazitäts-Upgrades maximieren die Subsystemdichte. Band ist derzeit nicht Teil der Carbonite-Speicherstrategie, könnte künftig jedoch in Betracht gezogen werden.

*Die Autorin: Sabine Schilg, Vice President Carbonite EMEA

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