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Intelligente Helfer So hilft KI schon jetzt im Storage-Umfeld

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – immerhin ist dieses Tool, richtig angewandt, nahezu universell einsetzbar. Dabei muss es durchaus nicht immer ChatGPT sein. Viele Hersteller nutzen KI und ML heute schon ganz selbstverständlich.

Für sämtliche Eventualitäten gerüstet: KI kann bei vielen Storage-Themen unterstützen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Für sämtliche Eventualitäten gerüstet: KI kann bei vielen Storage-Themen unterstützen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Zum Schweizer Taschenmesser der IT-Branche könnte sich KI entwickeln. Jedenfalls, wenn man den Marketingversprechen der Branche und dem Hype nach der Veröffentlichung der vierten Generation generativer Sprachmodelle wie ChatGPT glaubt. Doch was bedeutet das für die Storage-Systeme und für Reseller, die Storage an ihre Kunden verkaufen, Storage-Produkte in Kundenumgebungen integrieren oder das Storage-Management für Kunden übernehmen?

Aus der Warte des Handels betrachtet, ermöglicht die Nutzung von KI beispielsweise die intensivere Analyse der Kunden und ihrer Bedarfe. Allerdings werden sich Erfolge hier wohl am ehesten einstellen, wenn das Unternehmen erstens seine Datenbestände in Ordnung hat, zweitens Storage-Silos konsequent auflöst und drittens darin investiert, durch Feinanpassung ein ans individuelle Geschäft angepasstes KI-Umfeld zu entwickeln. Ohne Invest ist das nicht zu haben. Deshalb werden wohl gerade viele kleinere Reseller vorläufig vor solchen Anstrengungen zurückschrecken. Für die Großen allerdings dürften sich solche KI-Projekte schon bald zum Muss entwickeln, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Doch auch ein einfacher Standard-Account bei ChatGPT kann schon nutzen. Er kann beispielsweise helfen, Werbeschreiben stilistisch gekonnter abzufassen. Und wer sagt, dass sich mit gekonntem Prompting nicht neue, vielleicht sogar durch Zahlen unterlegte Argumente für den Vertrieb bestimmter Lösungen generieren lassen?

Alternativen zu ChatGPT

Wer ChatGPT scheut, kann sich auch darauf stützen, dass Microsoft als Standard-Büro-Software mehr und mehr Intelligenzfunktionen in seine Online-Lösungen einbauen will. Die stehen dann jedem Anwender zur Verfügung und werden wohl auch ohne externe Lösungen die Gewinnung tieferer Einsichten aus den vorhandenen Datenbanken und sonstigen Quellen gestatten. Möglicherweise nutzen die Hersteller, die man selbst führt, auch ihrerseits schon KI-verfeinerte Empfehlungsmaschinen. Sie können helfen, das richtige Produkt oder die richtige Lösung für einen Kunden zu finden. Wer als Serviceanbieter das Management mehrerer Kundensysteme übernimmt, wird AI in Zukunft zum Management von Kunden und Kundensystemen verwenden können. Und wer selbst Storage-Services aus der Cloud offeriert, wird mit entsprechenden Tools seine eigenen Systemlandschaften optimal an die Kunden verteilen.

Definitiv hält KI bei allen komplexeren Aufgaben des Storage-Management und -Betriebs Einzug. Man spricht diesbezüglich auch von AIOps. Ein wichtiges Feld ist hier die Sicherheit. So verkündete NetApp Anfang März den Einbau von KI in sein Betriebssystem Ontap und damit in den Primärspeicher. Erklärtes Ziel: die Abwehr von Ransomware, Erpressungsversuchen und anderen auf die Storage gerichteten maliziösen Aktivitäten. Sogar vollkommen unbekannte Angriffsformen sollen mit hoher Wahrscheinlichkeit erkannt werden.

Beispiele für Einsatzfelder von KI im Storage-Umfeld:

- Verteilung der Systemlandschaft an Kunden,
- Management der Kundensysteme,
- KI als Security-Booster für Storage-Betriebssysteme und Backup,
- kostenoptimierte Datenspeicherung,
- Optimierung der Ressourcen- und Kapazitätsplanung,
- Predictive Maintenance,
- Energie- und Abo-Management.

Weitere Beispiele

Veeam integriert in seine Backup-Lösungen und -Services eine AI-Engine für die Malware-Detektion. Sie untersucht während der Sicherung Daten-Entropie und Datenerweiterungen, so dass Auffälligkeiten schnell erkannt werden.

Auch Commvault hat mit MetallicAI einen entsprechenden Service im Programm, der Malware-Erkennung und Automatisierung kombiniert. Ein weiteres Einsatzfeld von KI: Die Datenplatzierung kann erheblich von AI profitieren, indem Daten so teuer wie nötig und so günstig wie möglich gespeichert werden. Und dies muss im Grunde für jede Dateneinheit entschieden werden. Bei dieser fortlaufenden Optimierungsaufgabe ist KI ein idealer Helfer.

Beispielsweise hat Datacore vor nicht allzu langer Zeit entsprechende Funktionen für die Datacore-Software SANsymphony angekündigt, die automatisches Platzieren und Verschieben zwischen Storage-Tiers garantiert. Basis der Entscheidungen sind Nutzungsmuster und Richtlinien, die vom Admin formuliert werden müssen.

Infinidat liefert seine InfoBox-Systeme inzwischen mit AIOps und einem großen Satz anonymisierter historischer Nutzungsdaten aus anderen Anwenderumgebungen aus. Die in die Systeme integrierte KI sucht schon am ersten Nutzungstag nach bekannten Mustern, indem Nutzungscharakteristik und vorhandene Daten verglichen werden. So optimiert sie das Betriebsverhalten auf Basis der jeden Tag dazukommenden Erkenntnisse aus der aktuellen Nutzungsumgebung permanent weiter. Die generierten Einsichten können beispielsweise bei der flexiblen Kapazitäts- und Ressourcenplanung helfen, wie sie etwa bei IoT-Projekten mit stark schwankendem Datenanfall nötig ist. Soll Storage nicht ausfallen, ist vorbeugende Wartung (Predictive Maintenance) absolut sinnvoll. Die Geräte sind dann mit Sensoren versehen, die stetig Daten (natürlich nur mit Einwilligung der Kunden) an eine zentrale KI-Ressource liefern. Diese hat einen riesigen Pool aus aktuellen und historischen Nutzungsdaten zur Verfügung und kann so einschätzen, wann einem System der Breakdown droht. Dann wird gewarnt und repariert oder ausgetauscht, bevor etwas passiert.

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Flash-Marktführer Pure nutzt mit Pure1 Meta ebenfalls eine KI-Plattform für AIOps für seine Systeme. Funktionen sind hier Upgrade- und Workflow-Planung, intelligente Platzierung, Sicherheit und Datenschutz, Fehlerbehebung und Problembekämpfung. Dazu kommen noch das Energie- und das Abomanagement. KI steckt schon jetzt in vielen Storage-Produkten und -Services. Es führt also kein Weg um das Thema herum. Neben der Technik könnte aber KI Storage-Fachhändlern, -Integratoren und -Serviceanbietern auch betriebswirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten eröffnen und den Vertrieb ankurbeln.

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