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Sustainability-Gastkolumne, Folge 8 Software als Schlüssel zu umweltverträglicher Digitalisierung

Ein Gastbeitrag von Petra-Maria Grohs* 2 min Lesedauer

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Ohne Software ist jeder Rechner bis hin zum millionenteuren Highend-Server letzten Ende nicht mehr als ein Haufen Blech. Über Jahrzehnte waren Software und Hardware wie kommunizierende Röhren: Einer neuen Hardware-Generation folgte die Software, welche die neuen Ressourcen nutzt, auf der anderen Seite erforderten neue Aufgaben (beispielsweise Streaming) wiederum neue Chips und Speichertechnologie.

In dieser Folge ihrer Gastkolumne zum Thema Nachhaltigkeit erläutert Petra-Maria Grohs von Hitachi Vantara die Rolle der Software.(Bild:  supansa - stock.adobe.com)
In dieser Folge ihrer Gastkolumne zum Thema Nachhaltigkeit erläutert Petra-Maria Grohs von Hitachi Vantara die Rolle der Software.
(Bild: supansa - stock.adobe.com)

Dabei übernimmt die Software eine immer größere Rolle in unserem Leben und löst auch ganze Industriezweige ab. Netflix war der Sargnagel für Videotheken, Amazon hat den klassischen Versandhandel beerdigt, Buchungsportale haben die Reisebüros verdrängt, um nur einige Beispiele zu nennen. Heute haben wir mit künstlicher Intelligenz eine Software-basierende Technologie, die ganze Industrien auf links drehen wird, wie die gerade beendete Hannover Messe eindrucksvoll bewiesen hat. Marc Andreessen, mit Netscape ein Internetpionier und später einflussreicher Investor, hat das mit seiner Aussage „Software is eating the world“ bereits 2011 gut auf den Punkt gebracht.

Prozesse sind immer wichtiger als Technologien

Beim Punkt Nachhaltigkeit wurde bisher der Fokus vor allem auf die Hardware gelegt: Wie kann die Performance immer weiter gesteigert werden, ohne dass der Energieverbrauch im selben Maße steigt? In diese Kerbe schlägt auch das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG), dem zufolge Rechenzentren zukünftig immer weniger Energie beispielsweise für die Kühlung einsetzen dürfen. Jetzt sagt aber die Energieeffizienz nichts über die betriebliche Effizienz des Data-Centers aus. Ein hochmodernes Rechenzentrum kann noch so leistungsfähig und energiesparend sein: Wenn die dort ablaufenden Prozesse auf Deutsch gesagt Quatsch sind, bleibt es ein gigantischer Kostenfaktor.

Der Schlüssel zu einem wirtschaftlichen Betrieb liegt zum einen in einer optimalen Auslastung der vorhandenen Ressourcen und zum anderen – meines Erachtens deutlich wichtiger – in sinnvollen, optimal aufeinander abgestimmten Prozessen. Geschäftsprozesse werden dabei durch IT-Prozesse abgebildet, die wiederum durch Software gesteuert werden. Die Frage ist: Wie kann die Software gleichzeitig für eine bessere Umweltverträglichkeit sorgen?

Effiziente Software macht einen messbaren Unterschied

Das EnEfG regelt aktuell nur den Bereich der Hardware, dabei hat die Software messbar einen ähnlichen Einfluss auf den Energieverbrauch. Nicht auf Effizenzoptimierung getrimmte Software kann messbar mehr Energie verbrauchen als solche, bei deren Entwicklung der Energieverbrauch mit eingeplant wurde. Das Umweltbundesamt hat das einmal getestet: Verglichen wurden zwei Textverarbeitungsprogramme, die auf derselben Hardware dasselbe Standardnutzungsszenario durchexerziert haben. Das Ergebnis: Programm A hat viermal so viel Energie dazu benötigt wie Programm B (Quelle: Umweltbundesamt).

Natürlich hat ein einzelner Software-Prozess isoliert betrachtet in aller Regel nur einen minimalen Stromverbrauch. Aber viele Prozesse laufen millionenfach, und aufgrund dieser zum Teil extremen Skalierung machen sich viele minimale Veränderungen schnell und deutlich in der Gesamtbilanz bemerkbar – damit lohnen sich auch kleine Optimierungen schnell für die eigene Stromrechnung und das Klima!

Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland. (Bild:  Hitachi Vantara)
Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.
(Bild: Hitachi Vantara)

Hinzu kommt: Wenn ein Software-gesteuerter Prozess effizienter ist, kommen die vorhandenen Systeme nicht so schnell an ihre Grenzen und können länger betrieben werden. Dabei helfen auch Technologien wie Cloud Computing, das IoT und dezentrale Datenanalysen. Sie können in das Gesamtbild integriert werden und die IT dabei unterstützen, immer die beste IT-Variante für einen Geschäftsprozess zu finden.

Zeit für ein Fazit: Die Zeit für mehr Nachhaltigkeit bei der Digitalisierung ist genau jetzt, und dabei wird die Rolle der Software immer noch dramatisch unterschätzt. Also ran an den Code …

* Die Autorin: Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.

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