Paradigmenwechsel auch beim Thema Storage

Speicher nutzen statt kaufen

| Autor / Redakteur: Jürgen Million* / Dr. Jürgen Ehneß

Selbst des Deutschen „liebstes Kind“ gibt’s „as-a-Service“. Warum also nicht auch Storage-Hardware?
Selbst des Deutschen „liebstes Kind“ gibt’s „as-a-Service“. Warum also nicht auch Storage-Hardware? (Bild: © mast3r - stock.adobe.com)

Bevor in neue Speicher-Hardware investiert wird, überlegen Unternehmen mittlerweile, ob es nicht sinnvoller ist, die Daten in eine Cloud auszulagern. Doch es gibt noch einen dritten Weg.

Im Privatleben ist es längst vollkommen normal geworden: Wir kaufen keine Songs mehr, wie streamen sie, wenn wir sie hören wollen, und bezahlen dafür eine Abo-Gebühr. Ein eigenes Auto? Wozu! Mobility-as-a-Service und Carsharing-Angebote ersetzen das „stehende Sparschwein“ in der Garage, bezahlt wird nach dem „Pay-per-Use“-Modell bequem per App. Unternehmen wie Rent the Runway schicken sich an, noch weitere Lebensbereiche für eine nutzungsbasierte Ökonomie zu erschließen.

Der Wandel hat schon begonnen

Rechenzentren und damit einhergehend auch Storage sind von diesem Trend bisher weitgehend verschont geblieben – so scheint es zumindest auf den ersten Blick. Zwar steigen laut „Worldwide Quarterly Cloud Infrastructure Tracker, 3Q18“ von IDC die Ausgaben für Cloud-Anwendungen, ebenfalls Vertreter der nutzungsbasierten Ökonomie, jedoch nicht auf Kosten des Geschäfts mit traditioneller Hardware für das Rechenzentrum (siehe Grafik 1 in der Bildergalerie).

Ein Blick auf die Wachstumszahlen der vergangenen vier Jahre spricht jedoch eine andere Sprache (siehe Grafik 2): Während die Ausgaben für traditionelle Hardware im Jahresvergleich um knapp über 10 Prozent zugelegt haben, verzeichneten die Investitionen in Private-Cloud-Lösungen Wachstumszahlen jenseits der 20 Prozent, für Public-Cloud-Lösungen lagen sie sogar bei über 40 Prozent im Jahresvergleich.

Kostenersparnis, Flexibilität und Skalierbarkeit: Mit diesen Anforderungen sehen sich CIOs häufig konfrontiert, wenn es um das Thema Rechenzentrumsinfrastruktur und damit auch Storage geht. Der technologische Wandel vollzieht sich heute schneller, denn Unternehmen müssen in der Lage sein, neue Technologien und Workloads effizient und nahtlos zu integrieren – auch in Zeiten von Ressourcen-, Budget- und Kapitalbeschränkungen.

Was du auch machst, mach’ es nicht selbst

Da ist es naheliegend, IT-Ressourcen und deren Management auszulagern, idealerweise an einen Anbieter mit einem flexiblen Zahlungsmodell oder einem „Pay-per-Use“-Abrechnungsmechanismus – Deutsche mögen keine Abos! IaaS (Infrastructure-as-a-Service), PaaS (Platform-as-a-Service) und SaaS (Software-as-a-Service) sind allesamt besonders populäre Angebote, bei denen IT-Organisationen für die in Anspruch genommene Leistung bezahlen, ohne sich um die Investitionen in Hardware (CapEx) kümmern zu müssen, die mit dem Aufbau der Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum verbunden wären.

Im Gegenzug opfern Unternehmen ein gewisses Maß an Kontrolle über ihre Daten, die Sicherheit im Sinne des physischen Zugriffs auf die Rechenzentrumsinfrastruktur sowie unter Umständen beim Thema Leistungslatenz und bei den Kosten. Wie viele IT-Organisationen aus eigener, leidvoller Erfahrung bestätigen können, folgen die Kosten in der Cloud nur sehr selten den anfänglichen Prognosen.

Aber warum sehen IT-Organisationen in Cloud-Lösungen dann dennoch häufig das attraktive Bereitstellungsmodell für die benötigte Rechenzentrumsleistung?

Teure Infrastruktur

Es sind nicht nur die hohen Anfangsinvestitionen in Hardware und Infrastruktur, die viele abschrecken. Auch die Tatsache, dass sie in eine Ressource investieren sollen, die fast nie ihr volles Potenzial entfaltet, hält viele Organisationen ab. Daran hat auch der Einzug der Virtualisierung in praktisch jedes Rechenzentrum wenig geändert: Auch in virtualisierten Umgebungen wird die Server-Hardware in aller Regel nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet.

Je mehr Infrastruktur benötigt wird, desto größer werden die Kopfschmerzen der IT-Verantwortlichen und von deren Geldgebern: Der zeitliche Aufwand und das benötigte Know-how wachsen mit jedem Stück Hardware und Firmware, das neu ins eigene Rechenzentrum einzieht. Rasch gelangt man an den Punkt, an dem die IT den größten Teil ihres Tages damit verbringt, nur noch auf Probleme zu reagieren, anstatt aktiv auf die Bedürfnisse des Unternehmens einzugehen oder an Innovationen und Verbesserungen der IT zu arbeiten.

Eine Folge davon: Die Agilität nimmt ab! Dies geschieht zum einen aufgrund des hohen Aufwands für das Infrastrukturmanagement, zum anderen auch durch die Unmöglichkeit, neue Technologien schnell einzuführen und bereitzustellen. IT-Organisationen haben zumeist weder die Zeit noch das Geld, um im Voraus in Infrastruktur zu investieren, die eine intelligente Transformation ihres eigenen Geschäfts ermöglichen würde.

Die dritte Möglichkeit

Es gibt einen dritten Weg, um sich die benötigte Rechenzentrumsleistung auf einem verbrauchsbasierten, skalierbaren und flexiblen Weg zu besorgen: Hardware-as-a-Service. Bei diesem Beschaffungsmodell wird die Rechenzentrumsinfrastruktur unmittelbar am gewünschten Standort des Kunden eingesetzt – bei Infrastructure-as-a-Service und Managed-Hosting-Beschaffungsmodellen steht die Hardware hingegen am Standort des Providers.

Das jüngste Beispiel für dieses „As-a-Service“-Angebot sind die Lenovo TruScale Infrastructure Services. Hier nutzt die IT-Abteilung des Kunden bei Bedarf Rechen- und Speicherressourcen, die zuvor am gewünschten Standort bereitgestellt wurden, ohne dass der Kunde sie deswegen erworben hat. Jeden Monat zahlt er lediglich für die tatsächlich verbrauchten Ressourcen, genau wie bei seiner Stromrechnung.

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Tatsächlich kann man sagen, dass die Bezahlung bei Lenovo TruScale der Bezahlung einer Stromrechnung gleicht: Der Ressourcenverbrauch wird in Kilowatt pro Stunde (kWh) gemessen und abgerechnet. Kunden können jederzeit auf einem Portal den Ressourcenverbrauch aufgeschlüsselt nach Compute, Storage und I/O einsehen, um den geplanten und den tatsächlichen Verbrauch zu verfolgen. Über das gleiche Portal können auch servicebezogene Elemente protokolliert und verwaltet werden.

Gute Gründe

Keine Lösung ist perfekt! Aber es gibt einige gute Gründe, die aus Sicht eines CIOs für Hardware-as-a-Service sprechen, wenn es um das Thema Bereitstellung von Rechenleistung und Storage geht:

1. Echte IT-Agilität

Der Service ermöglicht es IT-Organisationen, agiler zu sein, da sie sich darauf konzentrieren können, ihre Geschäftsabläufe zu optimieren und die Infrastruktur zu verwalten – das sind vergleichsweise einfache und wenig zeitintensive Aufgaben. Zusätzlich bekommen sie die Möglichkeit, die neueste Hardware-Technologie schneller einzusetzen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Tempo der Innovation im Bereich Hardware mit neuen Speichertechnologien, Speicherklassen (SCM), der Einführung von PCIe v4, der Entstehung von Interconnects wie CCIX und mehr deutlich beschleunigt. Diese Technologien tragen dazu bei, Workloads, die Unternehmen bewältigen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, effizient und schnell zu meistern. Mit Hardware-as-a-Service haben IT-Organisationen die Chance, diese neueren Technologien einzusetzen, ohne die CapEx-Budgets erhöhen zu müssen. Außerdem steht es der Reputation jedes Unternehmens gut zu Gesicht, wenn es die neuesten Technologien nutzt.

2. Für jeden geeignet

Lenovo etwa hat sein gesamtes ThinkSystem- und ThinkAgile-Portfolio im Rahmen seines Hardware-as-a-Service-Angebots zugänglich gemacht. So kann jedes Unternehmen den Service für seine Workloads und Anwendungsfälle anpassen, ohne einen Mindestverbrauch erreichen zu müssen oder Hardware zu leasen.

3. Das Beste aus zwei Welten

Lenovo TruScale kombiniert durch sein Pay-per-Use-Modell die wirtschaftliche Flexibilität der Cloud mit der Sicherheit von Daten, die nur ein eigenes Rechenzentrum bieten kann.

Überzeugende Angebote

Jürgen Million ist für das TruScale-Storage-Angebot von Lenovo verantwortlich.
Jürgen Million ist für das TruScale-Storage-Angebot von Lenovo verantwortlich. (Bild: Jane Million)

Hardware-as-a-Service, verbrauchsbasierte Abonnements und Pay-per-Use-Modelle sind auch im Rechenzentrum nicht neu. Hewlett Packard Enterprise HPE bietet Greenlake. Dell Technologies DVMT bietet Flex On Demand und Cloud Flex. Der Service von Cisco ist als Open Pay bekannt. Das Angebot jedes Anbieters ist auf seine Weise überzeugend. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie den Geist eines Ökosystems in sich tragen, das auf Nutzung basiert – Rechenzentrums-Hardware kaufen ist so 2015!

*Der Autor: Jürgen Million, verantwortlich für das TruScale-Storage-Angebot von Lenovo.

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