Nur noch wenige Jahre bleiben den SAP-Kunden, bis die Wartung von SAP ECC ausläuft und sie auf S/4HANA migrieren müssen. Ein solches Migrationsprojekt kann langwierig und kostspielig werden, doch mit „SAP Advanced Data Migration and Management” lässt sich die Migration erstens verkürzen und zweitens wirtschaftlich bewältigen.
Aus der Nutzung von SAP ADM ergeben sich nicht nur technische, sondern vor allem wirtschaftliche Vorteile: Die Produktivität von IT-Abteilungen und Projektteams steigt.
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Stefan Kaltwasser ist als Vice President für Global SAP Alliances bei Syniti „dafür verantwortlich, dass Synitis gemeinsames Geschäft mit der SAP wächst, indem wir Kunden dabei helfen, auf neue Software der SAP zu migrieren oder hineinzuwachsen, oder aber den Übergang von einer alten Version oder von einer alten Architektur zu einer neuen Architektur zu machen“. Der Übergang zu S/4HANA bietet also zugleich die Chance, eine neuartige, agilere IT-Architektur zu erstellen.
Eine SAP-Landschaft vor und nach dem Einsatz von SAP ADM by Syniti.
(Bild: Syniti)
„Wir haben eine Software namens SAP ADM, und diese Software benutzen wir in Verbindung mit unseren Beratern“, erläutert Kaltwasser im Gespräch. Denn die Umsetzung einer kompletten IT-Landschaft auf eine neue Plattform ist ohne intensive Beratung nicht zu stemmen. „Wir haben rund 1.000 Datenexperten, die direkt vor Ort helfen.“
SAP ADM ist nach Angaben der IDC-Unternehmensberater Steward Bond und Harsh Singh „eine Lösung für die Migration und Integration von Daten, die von Unternehmen verwendet wird, um auf S/4HANA, SuccessFactors, Ariba und andere SAP-Anwendungen zu migrieren. Die Lösung lässt sich auch dazu verwenden, Probleme der Migration und Integration von Daten zu lösen, die in der vielfältigen, verteilten und dynamischen Applikationsdatenumgebung der digitalen Wirtschaft auftreten. So können vollständige, genaue und geschäftsfähige Daten erzielt werden. SAP ADM ermöglicht auch die Team-Zusammenarbeit, die Orchestrierung und Sichtbarkeit von Prozessen über komplizierte Applikations- und Datenmigrationsprojekte hinweg. Sie verhindert Reibungsverluste und erhöht die Effizienz und Wirksamkeit von Migrationsvorhaben.“
Kaltwasser erläutert die Arbeit von Syniti-Beratern: „Wir migrieren Daten aus einer alten Welt in eine neue Welt, und zwar an sehr komplexen Stellen. Das könnte man zwar auch mit Excel machen. Wir machen das Ganze mit einer Methodik und toolbasiert und somit wiederholbar und vorhersehbar. Ein Teil unserer Leistung besteht darin, dass der Kunde eine Plattform bekommt, mit der er die alten Daten umwandeln kann.“ Der Einsatz von SAP ADM Syniti sei auch sehr hilfreich bei Fusionen und Zukäufen.
Methoden zur Auswahl
Nach der Vorbereitungsphase lassen sich demnach eine Reihe von Methoden im Zusammenhang mit SAP ADM nutzen. Die erste Methode besteht im direkten Laden von Altsystemen, unter anderem SAP ECC, denn das geht schneller als über APIs. Das ist der Greenfield-Ansatz. Der Brownfield-Ansatz sieht nur ein technisches Upgrade vor, aber keine Migration. Drittens kommt die Hybrid-Methode infrage, die als Selective Data Transition (SDT) bezeichnet wird: ein technisches Upgrade, mehrere Erweiterungen und die Übernahme ausgewählter Daten. Sie wird oft als Bluefield-Ansatz bezeichnet.
Die SDT-Methode erfolgt laut Kaltwasser durch das Schreiben von Skripten „mithilfe von SAPs Anwendungs-Logik, also keinesfalls auf der Ebene von Tabellen“. Denn Letzteres würde bedeuten, 800 bis 900 Tabellen zu lesen, was im Hinblick auf die Aktualität der Daten nicht einfach sei: „links das Original, rechts die Kopie bei einem Mitarbeiter“. Kaltwasser fügt hinzu, dass SAP selbst Tools für Schreiben von Skripten in seiner Programmiersprache ABAP liefere. „Denn um die Daten in den Zielzustand zu bringen, gehen wir in die SAP-Anwendungslogik und sind darauf angewiesen, das Ganze über diese ABAP-Tools zu machen.“ Aber die Syniti-Lösung laufe in einer AWS-Cloud und orchestriere die Daten von einer AWS-Instanz zu einem Ziel.
„Die Business Logik kommt vor Programm-Logik bei einer Migration“, empfiehlt Kaltwasser. „Die Mitarbeiter aus den Fachabteilungen sind unbedingt zu beteiligen, denn es gibt oft knifflige Herausforderungen. So etwa bei der Schreibung von Straßennamen, unter anderem in Mannheim, wo es nur Quadrate gibt. Hier ist die Datenbereinigung bzw. -anpassung ganz wichtig.“
Das SAP-ADM-Dashboard von Syniti.
(Bild: Syniti)
Das Tool für die Datenbereinigung liefere Syniti. Die Datenbereinigung sei insbesondere wichtig, wenn man als nächste Methode „Lift-and-Shift“ in die Cloud nutze. „Unsere Plattform läuft auf einer AWS-Cloud, wo die Daten umgewandelt werden, sogenannte Staging Areas. Das sind die Daten, die sich in der Transformation befinden.“ Aber es gebe einen Zwischenschritt, nämlich dass Syniti ADM etwa 800 bis 900 Tabellen aus der Zieldatenumgebung lese, um sicherzustellen, dass es die Konfiguration der Zielumgebung erhält. „Wie in einer Waschmaschine dreht sich laufend der Syniti-Prozess, weil auf beiden Seiten weiterhin Dynamik herrscht. Wir verbinden im Konzept live mit beiden Seiten.“ Das Ideal sei indes das „Global Ultimate“, das den Idealzustand der Datenbestände in allen Firmensystemen repräsentiere.
Stand: 08.12.2025
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Spezifische Transformation
Bei der vierten Methode werden von Syniti-Beratern oder firmeneigenen Mitarbeitern Regeln für die Datentransformation erstellt. Diese Regeln sind entweder spezifisch für die aktuelle Migration, oder es handelt sich um generische Anforderungen an die Datenqualität, die wiederholt angewandt werden sollen. „Es gibt also bestimmte Programme oder Skripte, die man definiert, und diese Programme laufen immer wieder über die Daten“, so Kaltwasser. „Wir glauben, dass Kunden, die die Anforderung haben, die Daten zu transformieren, mehrere Methoden brauchen, die universell verwendbar sind, also keineswegs nur ein System, das man betreiben kann.“
„Die Unternehmen, die uns zu diesem Zeitpunkt nutzen, haben eine sehr solide Vorstellung davon, was ihr Zielmodell ist und wo die Daten hineingeschoben werden müssen und was die Regeln dafür sind“, fährt Kaltwasser fort. „Die Regeln dienen als Vorgaben im Datenmodell und als Richtlinien im Rahmen der Governance. Leider sind diese Richtlinien oftmals nicht vorhanden, weil es meist keinen Governance Supervisor im Unternehmen gibt.“
Vorteile des ADM-Einsatzes
Die IDC-Unternehmensberater Steward Bond und Harsh Singh haben mehrere Vorteile zusammengefasst, die sich aus der Nutzung von SAP ADM ergeben. Die Vorteile sind nicht technologischer, sondern wirtschaftlicher Natur: „Durch erhöhte Datenqualität und -integrität wird die Produktivität der IT-Abteilung und des Projektteams erhöht. Dies führt zu einer effizienteren Datenharmonisierung, welche wiederum in einer verbesserten Kosteneffektivität des Betriebs resultiert. Systemintegratoren berichten uns, dass sie Dinge gesehen hätten, die mit manuellen Werkzeugen unsichtbar geblieben wären, so dass sich die Qualität und der Zeitplan des Projekts und seiner Ergebnisse erheblich erhöhten.“
Weitere wirtschaftliche Vorteile ergeben sich laut IDC aus höherwertigen geschäftlichen Ergebnissen, der Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter, dem erhöhten Vertrauen in die bereinigten Daten durch die Dämpfung datenbezogener Geschäftsrisiken, der Senkung von Betriebskosten durch weniger geplante Downtime und weniger Wartungsarbeiten sowie schließlich der Rückgewinnung verlorener Produktivität.
Die Vorteile aus dem Datenmigrationsprojekt umfassen die Senkung der IT-Infrastrukturkosten durch Deduplikation, Bereinigung und Validierung der Daten sowie die Senkung der Speicherkosten. Schließlich werden Entwickler durch die Wiederverwendung von Geschäftsregeln und die Automation von Datenbearbeitung und -profilierung produktiver gemacht.
SAP ADM automatisiert das Sammeln von Metadaten in allen Quellsystemen der SAP-Applikationen. Dieser Datenkatalog trägt zum Wissen bei, das notwendig ist, um Daten zu bereinigen und zu harmonisieren, und um entscheiden zu können, wie viele Daten zu migrieren sind. SAP ADM berücksichtigt, dass die Ziel-Applikationen vielschichtig sind, indem es die Anwendung von Regeln für Geschäfts- und Datenintegrität auf die Quelldaten anwendet, um dafür zu sorgen, dass diese mit Daten-Schemata und Anwendungsfunktionen konform sind.
Bildergalerie
Die bei der Migration gesammelten Metadaten bilden eine Wissensdatenbank im stetigen IT-Betrieb, die sich für Belange der Daten-Governance, der Verwaltung sowie der Applikationsnutzung verwenden lässt. Dieser Datenkatalog ist indes dynamisch, denn die Randbedingungen ändern sich laufend. Der Datenkatalog ist umso notwendiger, je höher die Anforderungen an die geschäftliche Widerstandskraft angesichts lokaler und globaler Disruptionen ausfallen müssen.
Die genannte Widerstandskraft ist nach Ansicht der IDC-Analysten Teil der geschäftlichen Agilität, welche sie als einen Hauptfaktor für den Erfolg betrachten. Der dynamische Wandel in Technologie und Wirtschaft erfordere ebenso dynamische Auskunft über die Daten, die zugänglich, rechtzeitig bereitgestellt und relevant sein müssen, sodass verlässliche Entscheidungen in Zeiten der Unsicherheit getroffen werden können.
Die in der IDC-Studie befragten Unternehmen demonstrierten, wie wichtig der Einblick in korrekte und umfassende Daten ist, wenn Änderungen an geschäftlichen Applikationen vorgenommen werden müssen. Die Unternehmen zeigten, wie sie mit SAP ADM effizient und wirksam auf den Wandel antworten können, während sie zugleich den Geschäftserfolg verbessern und Risiken mindern.