Arxes ist von der Systemhaus-Pleite nicht betroffen, Geschäfte laufen weiter

TDMi AG und Comparex melden Insolvenz an

27.07.2009 | Redakteur: Harry Jacob

Erst seit 15. Mai ist Detlef Linde CEO von TDMi – jetzt musste er Insolvenz anmelden.
Erst seit 15. Mai ist Detlef Linde CEO von TDMi – jetzt musste er Insolvenz anmelden.

Wegen der stark zurückgehenden Umsätze und Finanzierungsproblemen mussten heute mehrere TDMi-Gesellschaften und die Comparex-Töchter Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden. Betroffen sind rund 300 Arbeitsplätze der TDMi-Gruppe, die insgesamt 1.100 Mitarbeiter zählt, nicht aber das IT-Service-Geschäft der Arxes GmbH.

Das Management der TDMi AG verbreitet Zuversicht: Der Weg zur Sanierung sei richtig, aber die Zeit sei zu knapp geworden, nachdem die Investitionen in neue Informationstechnologie in Deutschland so spürbar zurückgegangen sind und die Banken bei der langfristigen Finanzierung nicht mitgezogen hatten, heißt es in der Mitteilung der Kölner Systemhaus-Gruppe. Sie gehört mit 36 Niederlassungen hierzulande und einem Jahresumsatz von 410 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2008 zu den größten unabhängigen Systemhäusern in Deutschland.

Betroffen von der Insolvenz sind die Comparex Deutschland GmbH und ihre Tochtergesellschaft Comparex Services GmbH, die seit 2007 zur TDMi-Gruppe gehören. Auch die TDMi Deutschland Holding GmbH und die TDMi AG stellten Insolvenzantrag.

Vorstandsvorsitzender Detlef Linde, erst seit 15. Mai im Amt, betont: „Die TDMi-Gesellschaften becom Informationssysteme GmbH und inforsacom Informationssysteme GmbH und deren Töchter können ihren Geschäftsbetrieb eigenständig weiterführen. Wir werden für diese Unternehmen gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter umgehend einen neuen Investor suchen“. Die Kunden würden in den nächsten Tagen angesprochen und über die nähere Zukunft des Unternehmens informiert.

Die IT-Services-Tochter Arxes dagegen ist liquide. „Die Arxes GmbH und ihre Tochtergesellschaften, also das IT-Service-Geschäft der TDMi AG, ist von der Insolvenz nicht betroffen. Die IT-Betriebskunden werden wie bisher vertragsgemäß und zuverlässig mit IT-Betriebsleistungen versorgt“, so Vorstand Hans-Jürgen Bahde, der erst vor gut zwei Monaten den CEO-Posten abgegeben hatte, um sich stärker auf Arxes konzentrieren zu können.

Zu den Gründen der Zahlungsunfähigkeit gibt TDMi-Chef Linde an: „Wir haben intensive Gespräche mit einem Finanzinvestor und Banken geführt, um die notwendige Liquiditätslücke zu schließen. Eine Überbrückungsfinanzierung war gesichert, die langfristige Ausstattung mit ausreichend Kapital blieb aus. Ich bedauere die Entwicklung zutiefst. Besonders die betroffenen ausgezeichneten Mitarbeiter leiden nun unter den Auswirkungen der Krise“.

Ein Minuspunkt bei den Banken sind unter anderem schnelle Managementwechsel. So hatte der Wechsel von Bahde, der sich vom CEO-Stuhl zurückgezogen hatte, aber im Unternehmen verblieben war, für Verwunderung in der Branche gesorgt. Dies stand im Zusammenhang mit dem Einstieg der ehemaligen Magirus-Vorstände Axel Feldhoff und Claus Niedworok bei TDMi. Doch Feldhoff hatte bereits einen Monat später das Handtuch geworfen, wegen „unterschiedlicher Ansichten bei der Unternehmensstrategie”, wie es damals hieß.

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