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Sicher in die Zukunft Warum Post-Quanten-Kryptographie zum Fundament moderner KI-Infrastruktur gehört

Ein Gastbeitrag von Uwe Kemmer* 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz verändert grundlegend, wie Unternehmen Daten erzeugen, nutzen und langfristig speichern. Jeder KI-Workflow erzeugt enorme Informationsmengen – von Trainingsdatensätzen und Modellergebnissen bis hin zu Logs, Metadaten und archiviertem Wissen, das häufig über Jahre hinweg aufbewahrt werden muss.

Quantencomputing wird nicht nur Segen bringen, sondern zugleich zur Gefahr für Unternehmensdaten werden.(Bild:  KI-generiert)
Quantencomputing wird nicht nur Segen bringen, sondern zugleich zur Gefahr für Unternehmensdaten werden.
(Bild: KI-generiert)

Mit dem Ziel, den langfristigen Mehrwert dieser Daten auszuschöpfen, verändern sich auch die Anforderungen an die zugrundeliegende Infrastruktur für Unternehmen. Kapazität und Leistung bleiben zwar weiterhin entscheidend, gleichzeitig rückt der Faktor Sicherheit zunehmend in den Fokus. Die Herausforderung besteht also nicht mehr allein darin, immer größere Datenmengen zu speichern, sondern sicherzustellen, dass diese über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg geschützt, authentisch und verfügbar bleibt.

Diese Anforderungen gewinnen mit dem Aufkommen von Quantencomputing zusätzlich an Bedeutung. Die Branche muss sich auf eine Zukunft vorbereiten, in der sich die Cybersicherheitslandschaft grundlegend verändern könnte.

Ein langfristiger Vermögenswert

KI beschleunigt nicht nur das Datenwachstum, sondern verlängert gleichzeitig auch die Nutzungsdauer von Informationen. Was heute gespeichert wird, kann noch Jahre später für Compliance-Zwecke, Analysen oder das erneute Trainieren von KI-Modellen von entscheidender Bedeutung sein.

Ein Großteil dieser Informationen liegt auf hochkapazitiven, kosteneffizienten Festplatten. Während Flash-Technologien leistungsintensive Anwendungen unterstützen, bleiben HDDs das Fundament für Aufbewahrung und Archivierung. Sie vereinen hohe Kapazität mit Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit, die für die langfristige Speicherung stetig wachsender Datenmengen erforderlich sind.

Die entscheidende Frage lautet: Wie lässt sich der heutige Informationsbestand und sein Wert auch zukünftig schützen?

Die aufkommende Quanten-Herausforderung

Aktuelle Verschlüsselungstechnologien schützen weiterhin zuverlässig vor konventionellen Bedrohungen. Quantencomputing wird jedoch voraussichtlich einige der kryptografischen Verfahren infrage stellen, die für Authentifizierung und Schlüsselaustausch eingesetzt werden.

Daraus resultiert die Sorge vor sogenannten „Harvest now, decrypt later“-Angriffen: Verschlüsselte Inhalte werden schon heute abgegriffen, in der Erwartung, sie später mithilfe leistungsfähiger Quantencomputer zu entschlüsseln.

Für Unternehmen, die sensibles geistiges Eigentum, Forschungsergebnisse oder KI-Trainingsdatensätze speichern, heißt das, dass heutige Sicherheitsentscheidungen sich noch über Jahre hinweg auswirken können.

Wer sich auf diese Zukunft vorbereiten will, muss schon jetzt handeln.

Warum Speichersicherheit entscheidend ist

Sicherheit wird oft primär mit Verschlüsselung assoziiert – aus gutem Grund. Self-Encrypting Drives (SEDs) bieten eine permanent aktive, hardwarebasierte AES-256-Verschlüsselung, die Informationen im Ruhezustand schützt, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.

Doch dieser Schutz allein reicht nicht mehr aus. Auch die Laufwerke selbst müssen vertrauenswürdig sein. Firmware, Authentifizierungsmechanismen, Provisionierungsprozesse und Diagnosewerkzeuge tragen gemeinsam dazu bei, dass eine HDD über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg sicher funktioniert.

Gelingt es bei einem Angriff, die Firmware oder die Vertrauensarchitektur eines Geräts zu kompromittieren, können übergeordnete Sicherheitsmaßnahmen ausgehebelt werden – unabhängig davon, wie gut die Daten an anderer Stelle im System verschlüsselt sind. Das macht Speichersicherheit zu einem zentralen Baustein umfassender Cyber-Resilienz.

Post-Quanten-Schutz für HDDs

Hier kommt die Post-Quanten-Kryptografie (PQC) ins Spiel. Initiativen zur Post-Quanten-Sicherheit in der Speicherbranche konzentrieren sich darauf, quantenresistente Kryptografie direkt in zentrale Sicherheitsfunktionen von Festplatten zu integrieren. Statt nur die Inhalte zu schützen, geht es darum, die Vertrauensarchitektur abzusichern, auf der das Laufwerk basiert.

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PQC-Technologien werden in Bereichen wie der sicheren Schlüsseleinrichtung, der Firmware-Authentifizierung, der sicheren Provisionierung und vertrauenswürdigen Diagnoseverfahren eingesetzt. Diese Fähigkeiten orientieren sich an den etablierten NIST-Standards für Post-Quanten-Kryptografie und werden über hybride Ansätze umgesetzt, die klassische Kryptografie mit quantenresistenten Algorithmen kombinieren.

In der Praxis bedeutet das: Die Mechanismen, die Vertrauen aufbauen, Firmware-Integrität prüfen und administrative Funktionen schützen, bleiben sowohl gegenüber konventionellen als auch künftigen quantengestützten Angriffen widerstandsfähig. Da HDDs häufig eine Betriebslebensdauer von fünf Jahren oder mehr haben, hilft die Implementierung von PQC schon heute, sich gegen quantenbasierte Bedrohungen zu wappnen. Dass diese kommen werden, ist sicher – wenn auch möglicherweise erst in einigen Jahren.

Wichtig dabei: HDDs verfügen bereits seit langem über Sicherheitsmechanismen, die gegen aktuelle Bedrohungen schützen. PQC ersetzt diese nicht, sondern erweitert sie um eine zusätzliche Schutzebene gegen neu entstehende Angriffsvektoren.

Vertrauen schaffen für das KI-Zeitalter

Jahrelang wurde Innovation im Speicherbereich vor allem über Kapazitätssteigerungen definiert. Heute gehen die Anforderungen an moderne Infrastruktur deutlich weiter.

Uwe Kemmer, Director, Field Application Engineering bei WD.(Bild:  Alex Rumford/WD)
Uwe Kemmer, Director, Field Application Engineering bei WD.
(Bild: Alex Rumford/WD)

Unternehmen benötigen Speicherplattformen, die mit dem KI-getriebenen Datenwachstum skalieren, zuverlässige Leistung liefern, Integrität über lange Aufbewahrungszeiträume bewahren und einem zunehmend komplexen Bedrohungsumfeld standhalten können.

PQC markiert einen wichtigen Schritt in dieser Entwicklung. Der Schutz geht dabei über die reine Verschlüsselung hinaus und umfasst auch die Vertrauensmechanismen der Speicherlösungen. So helfen PQC-fähige HDDs Unternehmen, sich auf künftige Sicherheitsherausforderungen vorzubereiten und gleichzeitig ihre heute verwalteten Daten zu schützen.

Da KI den Wert und die Lebensdauer gespeicherter Informationen weiter erhöht, kann Vertrauen nicht länger als kurzfristige Überlegung betrachtet werden. Es muss so gestaltet sein, dass es über die gesamte Lebensdauer der Daten hinweg Bestand hat.

* Der Autor: Uwe Kemmer, Director, Field Application Engineering bei WD

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