Mobile-Menu

Tipp: S3-Anbindung und verschlüsselte Push-Synchronisation Objektspeicher wird zum stabilen Proxmox-Backup-Ziel

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Proxmox Backup Server öffnet sich mit Version 4.2 vollständig für S3-kompatiblen Objektspeicher als reguläres Backup-Ziel. Die Anbindung verlässt den Vorschau-Status. Zusätzlich verschlüsselt der Push-Sync Sicherungen vor dem Versand an entfernte Instanzen, und parallele Arbeits-Threads beschleunigen die Übertragung über langsame Leitungen.

In der aktuellen Version 4.2 unterstützt Proxmox Backup Server S3-kompatible Objektspeicher als Datensicherungsziel.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
In der aktuellen Version 4.2 unterstützt Proxmox Backup Server S3-kompatible Objektspeicher als Datensicherungsziel.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Proxmox Backup Server sichert virtuelle Maschinen, Container und einzelne Dateien über einen deduplizierenden Datenspeicher. In der aktuellen Version unterstützt die Software S3-kompatible Objektspeicher offiziell als Ablageort. Die Funktion lief seit dem Vorgängerstand als technische Vorschau und gilt nun als produktionsreif. Damit landen Sicherungen wahlweise auf lokalen Datenträgern, im ZFS-Pool oder in einem Objektspeicher bei einem Anbieter sowie im eigenen Rechenzentrum.

S3-Objektspeicher verlässt den Vorschaustatus

Ein S3-Datastore legt die Datenblöcke des Backup-Servers in Buckets ab, an Stelle eines blockbasierten Dateisystems. Für Betreiber ergibt sich daraus eine günstige Option für große, selten gelesene Bestände, da Objektspeicher pro Terabyte oft unter den Kosten klassischer Storage-Systeme liegt. Version 4.2 erfasst zu jedem S3-Datastore die Zahl der Anfragen und den übertragenen Datenverkehr. Diese Zähler helfen bei der Kostenkontrolle, denn viele Anbieter berechnen Anfragen und ausgehenden Verkehr getrennt.

Der lokale Cache bleibt Teil des Konzepts. Der Backup-Server hält Metadaten und Indizes vor Ort, um Prüfungen und Deduplizierung ohne ständige Anfragen an den Objektspeicher auszuführen. Das begrenzt die Zahl der kostenpflichtigen Zugriffe und hält die Wiederherstellung berechenbar. Ein Verlust der lokalen Metadaten lässt sich aus dem Objektspeicher rekonstruieren, was die Ablage als vollwertiges Ziel absichert.

Verschlüsselte Push-Synchronisation für fremde Ziele

Sync-Jobs replizieren Sicherungen zwischen zwei Backup-Servern. Der Push-Modus schiebt Daten aktiv an ein entferntes Ziel und ebnet den Weg an einen zweiten Standort ohne eingehende Verbindung zum Quellsystem. Version 4.2 verschlüsselt die Snapshots beim Push direkt vor dem Versand. Der Zielserver speichert nur den Chiffretext und kennt die Schlüssel nicht, was die Ablage bei einem weniger vertrauenswürdigen Betreiber absichert. Ein Pull-Job auf der Gegenseite entschlüsselt die Daten bei Bedarf wieder.

Parallele Threads gegen Latenz auf der Leitung

Über die neue Eigenschaft „worker-threads“ verarbeitet ein Sync-Job mehrere Backup-Gruppen gleichzeitig. Auf Verbindungen mit hoher Latenz steigt der Durchsatz deutlich, da die Übertragung nicht mehr auf eine einzelne Verbindung wartet. Die Neuerung umgeht zugleich die Grenzen einzelner HTTP/2-Verbindungen. Proxmox stellte die Version 4.2 am 29. April 2026 bereit und setzt darin auf den Linux-Kernel 7.0 sowie OpenZFS in der Version 2.4, was aktuelle Hardware und die jüngsten Dateisystem-Funktionen erschließt.

Fazit

Mit dem stabilen S3-Backend rückt Proxmox Backup Server näher an Szenarien mit günstigem Objektspeicher und geografisch verteilter Ablage. Die Verschlüsselung im Push-Sync erlaubt Sicherungen an Zielen außerhalb der eigenen Kontrolle, ohne die Vertraulichkeit aufzugeben. Zusammen mit den parallelen Threads mildert die Version bekannte Engpässe verteilter Backup-Landschaften über langsame Leitungen.

Aktuelles E-Book

Ransomware-Schutz durch Object Lock und WORM

E-Book „Ransomware-Schutz“
(Bild: Storage-Insider)

Um ein Storage-System effektiv von Ransomware-Angriffen zu schützen, bieten sich neben Backup/Disaster Recovery und Verschlüsselung vor allem Object Lock und WORM an. Das gelingt nicht nur im eigenen Haus, sondern auch in der Hybrid-Cloud.

Die Themen im Überblick:

  • Ransomware-Trends
  • Air-Gapping
  • Amazon S3 Object Lock
  • WORM mit Bandspeicher
  • Schutz durch Algorithmen

(ID:50895834)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Data-Storage und -Management

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung