Kombination von BPMR und HAMR Was ist Heat-Dot Magnetic Recording (HDMR)?

Autor / Redakteur: zeroshope / Dr. Jürgen Ehneß

Bei Heat-Dot Magnetic Recording (HMDR) handelt es sich um ein technologisches Konzept, um die Speicherdichte von Festplatten zu erhöhen. Dafür werden die Technologien BPMR und HAMR zusammengeführt. Das Potenzial ist enorm.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Technologien für die Übertragungsgeschwindigkeit und Verarbeitung von Daten haben rasante Fortschritte gemacht. Entsprechend ist auch das Volumen an Informationen gewachsen, mit denen insbesondere professionelle Anwender Tag für Tag umgehen. Dadurch ist ein Bedarf an Festplatten mit einer größeren Kapazität entstanden.

Diesen soll das technologische Konzept Heat-Dot Magnetic Recording (HDMR) bedienen. Es handelt sich um eine Zusammenführung der Technologien Bit-Patterned Magnetic Recording (BPMR) und Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR). Maßgeblich entwickelt wird es von großen Festplattenanbietern wie Toshiba und Seagate.

BPMR verständlich erklärt

In Festplatten (Hard Disk Drives – HDDs) wurden die magnetischen Schichten bislang mit einer unregelmäßigen Körnung mit Daten beschrieben. Dieses Verfahren war jedoch ineffizient, weil der physische Platz in den Schichten nicht gleichmäßig ausgenutzt werden konnte. BPMR wählt deshalb einen anderen Ansatz: Die Schichten werden in kleine Inselbereiche aufgeteilt, die voneinander isoliert sind. Auf diese Weise kann eine gleichmäßige Auslastung erreicht werden. Als Metapher zur Verdeutlichung: Spielkarten sollen in einer kleinen Kiste abgelegt werden. Diese füllt sich sehr schnell, wenn die Karten einfach unsortiert in die Kiste geworfen werden. Effizienter ist es, sie geordnet nebeneinander zu legen.

So funktioniert HAMR

Bei HAMR werden die zu magnetisierenden Schichten vor dem Einsatz mit einer Laserdiode erhitzt, die sich im Schreib-/Lesekopf befindet. Die Idee existiert seit 2002 und galt schon damals als sehr vielsprechend. 2,5 bis 3,5 Zoll große Platten sollten eine Speicherkapazität von bis zu 20 Terabyte erreichen können. Serienreife erreichte die Technologie trotzdem lange nicht, weil mit BPMR ein anderer Ansatz als Konkurrenz hinzutrat. HDMR verspricht als Kombination der beiden Technologien die Lösung dieses Problems zu werden.

Das Potenzial von HDMR

HDMR übernimmt die Erhitzung der Schichten per Laserdiode und die Zuteilung von Daten zu isolierten Bereichen. In dieser Kombination lässt sich die Speicherdichte einer üblichen Festplatte theoretisch auf bis zu 100 Terabyte erhöhen. Die ersten diesbezüglichen Versuche sind von Seagate zu erwarten, das seit 2020 die ersten HAMR-Platten produziert. Im Rahmen des zugehörigen Technologiepapiers kündigte das Unternehmen an, dass man diese „irgendwann“ zu HDMR-Speichereinheiten fortentwickeln werde.

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