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Status quo beim Disk-to-Disk Backup Teil 1

Welche Vorteile hat ein festplattenbasierendes Backup gegenüber Tape?

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CDP erfasst sofort Änderungen im Datenbestand

Wenn RPO und RTO von Stunden auf Sekunden reduziert werden sollen, müsste das Backup-Verfahren alle Datenänderungen nicht nur sofort erfassen, sondern auch die Daten praktisch sofort wiederherstellen können. Das lässt sich nur mit einer Festplatten-basierenden CDP-Strategie (Continuous Data Protection) erreichen.

Einsatzmöglichkeiten von Festplatten

Die meisten gegenwärtig erhältlichen und auf Festplatten basierenden Backup-Techniken fallen in eine von vier Kategorien und können entweder als eine Anwendung oder als Software implementiert werden, die auf eine dedizierte Partition auf einem NAS-System oder einem anderen Speicher-Array schreibt:

Virtual-Tape-Library (VTL): Eine der ersten Backup-Anwendungen für Festplatten war die Emulation eines Bandlaufwerks. Dieses Verfahren war in Mainframe Tape Libraries über viele Jahre im Einsatz, wobei das emulierte Bandlaufwerk als eine Art Cache fungierte - die Backup-Anwendung schreibt ein Volume auf die Festplatte, das dann im Hintergrund auf ein Band kopiert oder geklont wird.

Durch den Einsatz einer VTL können vorhandene Software oder Prozesse ohne Änderung weiterverwendet werden und sie arbeiten auch viel schneller. Allerdings orientiert sich das Ganze immer noch sehr an einer Systemwiederherstellung und die Möglichkeiten für eine Rückspeicherung sind mit denen eines Bandlaufwerks vergleichbar. Im Allgemeinen können virtuelle Bänder nach wie vor im Hintergrund für Langzeitspeicherung auf echte Bänder geklont werden. Dieser Prozess wird als D2D2T oder Disk-to-Disk-to-Tape bezeichnet.

Einfachere VTLs nutzen einen Teil des Speicherplatzes, erstellen die Dateien sequenziell und behandeln sie wie ein Band, sodass die Sicherung einem echten Band gleicht. Allerdings wird so Festplattenplatz vergeudet, da stets die volle Bandkapazität auf der Disk reserviert wird, selbst wenn diese nicht voll ausgeschöpft wird.

Fortschrittlichere VTLs vermeiden dieses Problem mithilfe von Speichervirtualisierung, besser bekannt unter dem Begriff Thin Provisioning. Hier wird ein logisches Volume einer gewünschten Kapazität reserviert und erst dann physikalisch auf Disk geschrieben, wenn die Daten tatsächlich vorliegen. Zudem kann Thin Provisioning beliebige Kapazitäten nutzen, beispielsweise die eines Storage Area Network, einer lokalen Disk und selbst von Network Attached Storage.

Disk-to-Disk (D2D): Normalerweise bezieht sich das auf eine dedizierte Disk-basierende Anwendung oder ein kostengünstiges SATA-Array, aber hier fungiert die Festplatte als Disk und nicht als Band. Die meisten Backup-Anwendungen unterstützen mittlerweile D2D. Dieses Verfahren vereinfacht den Zugang zu individuellen Dateien, obwohl System-Backups langsamer sein können als ein Streaming auf eine VTL.

Weiter mit: D2D-Systeme als Direktzugriffsspeicher

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