Syniti, einem Spezialisten für Datenmigration und -replikation, ist es gelungen, die Heraeus Group, ein altes deutsches Familienunternehmen aus Hanau, als Kunden zu gewinnen. Heraeus hat eine Migration Factory gegründet, mit dem Ziel, die IT-Landschaft sukzessive auf S/4HANA zu migrieren.
Der Ursprung des Familienunternehmens Heraeus reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Im Oktober 1660 übernimmt Isaac Heraeus (1636–1676, Sohn von Dr. med. Johannes Heraeus) die damalige Faucque-Apotheke in Hanau-Neustadt. 1668 eröffnet er am Marktplatz in der Hanauer Neustadt seine eigene Apotheke unter dem Namen „Zum weißen Einhorn“. Damit hat die legendäre Einhorn-Apotheke ihren endgültigen Platz in Hanau gefunden, und Heraeus gilt heute als eine der ältesten Apotheker- und Unternehmer-Dynastien in Deutschland.
(Bild: Syniti)
Die Plattformlösung Advanced Data Migration Management (ADMM) von Syniti für die Unternehmensdatenverwaltung unterstützt Datenmigration, Datenqualität, Datenreplikation, Stammdatenverwaltung, Analysen, Datenverwaltung und Datenstrategie. Sie ist künftig in die IT der deutschen Heraeus Gruppe integriert.
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Die Heraeus Gruppe ist ein breit aufgestelltes Technologieunternehmen in Familienbesitz mit Hauptsitz in Hanau mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 30 Milliarden Euro. Es ist heute in vielfältigen Bereichen tätig: Metall und Recycling, Gesundheitswesen, Halbleiter und Elektronik sowie Fertigung. Zusammen mit Syniti ADMM hat es die erste Phase einer einheitlichen Datenmanagement-Plattform erstellt, mit Services, die für Transparenz, Governance und Wiederholbarkeit von laufenden Datenmigrationen sorgen sollen.
Ziel Migration Factory
„Denn die Heraeus Gruppe kauft regelmäßig Firmen auf und muss deren IT und Datenbestände integrieren“, berichtet René Haag, VP Go-to-market, Middle & Eastern Europe, Syniti. „Wir helfen Heraeus, eine Migration Factory aufzubauen, mit dem das Unternehmen Fusionen, Akquisitionen und Veräußerungen (MA&D) besser verwalten kann.“ Dies werde bei der geplanten Migration zur neuen Plattform S/4HANA zu einer Herausforderung.
„Erfolgreiche MA&Ds beruhen immer auf Daten – von Due Diligence bis zur Harmonisierung von Datensätzen – und erfordern die Integration oder Trennung von Systemen“, erläutert Haag. „Heraeus möchte einen wiederholbaren, automatisierten Prozess für kritische, hochwertige Daten einrichten, um diese wichtigen Transformationen zu beschleunigen. Das Unternehmen hat sich für Synitis einheitliche Datenmanagement-Plattform ADMM entschieden und nutzt die Dienste des Anbieters für sein erstes komplexes Fusionsprojekt.“ Derzeit laufe die „erste Welle“, die im Co-Delivery-Modus bestehe. Dieser beginnt die weiteren Prozessschleifen in der Migrationsphase. „Mit zusätzlichen Tools unterstützt Syniti die Steigerung der Datenqualität und das Business Process Management“, so Haag weiter.
Datenreplikation für Datensicherheit
Eines der Syniti-Tools ist – wenn auch nicht bei Heraeus – für die Datenreplikation zuständig, einen der wichtigsten Schritte, um Datensicherheit zu gewährleisten. Würde beispielsweise die Lokation 1 angegriffen werden, beispielsweise durch Ransomware, dann bestünde immer noch je ein Backup an den Lokationen 2 und 3. Natürlich müssten diese Lokationen besonders geschützt sein, etwa durch Netzwerksegmentierung, WORM-Technik, Objektsperrung oder Air-Gap-Methoden.
„Die Replikation umfasst keinerlei Transformation“, erläutert Haag, „sondern erfolgt mithilfe von ODBC-Treibern oder anhand der BAPI-Schnittstelle von SAP.“ Die letzte gute Version aller Daten wird dann in einer Staging-Area bereitgestellt. Diese letzte gute Version wird im Change-Data-Capture-Modus erzeugt, bei dem alle relevanten Daten gesammelt werden. Daher könnten selbst Nichttechniker wie etwa Mitarbeiter in Fachabteilungen mithilfe von ADMM darauf zugreifen.
Datenharmonisierung
Die Heraeus-Daten stammen aus mehreren unterschiedlichen Quellen, einschließlich verschiedener SAP- und Nicht-SAP-Systeme sowie zahlreicher komplexer individueller Lösungen und müssen alle in eine harmonisierte globale Vorlage eingepflegt werden. Diese zweite Welle der Datenmigration umfasst die Integration von Zukäufen und wird von Heraeus selbst bewältigt.
Das Unternehmen suchte nach einem Partner, um diese Prozesse zu vereinfachen und ein Framework zu schaffen, das die laufende Datenarbeit von Systemtransformationen verbessert. „Ein wesentliches Argument für die Wahl von Syniti war Enablement – das Unternehmen will sich am Ende selbst um seine laufenden Deployments kümmern können“, berichtet der Syniti-Manager. „Die Heraeus Gruppe suchte nach einem Partner, der ihr mehr Sichtbarkeit ihrer Daten und Datenqualität sowie die Fähigkeit bieten konnte, Daten aus verschiedenen SAP- und Nicht-SAP-Systemen für laufende MA&D-Aktivitäten zu transformieren, zu harmonisieren und zu deduplizieren.“
Stand: 08.12.2025
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Syniti werde das erste Transformationsprojekt übernehmen und damit gleichzeitig das Team von Heraeus schulen, damit es die nächsten komplexen Transformationen selbst mithilfe der Syniti-Software durchführen kann. Wie gesagt, stellt dies dann die zweite Phase der Migration dar. „Da wir viele MA&D-Aktivitäten ausführen, benötigen wir unbedingt eine klare Übersicht über die Qualität unserer Stammdaten“, sagt Christian Hauck, CIO und Head of IT bei Heraeus. „Dank der Unterstützung durch Syniti werden wir schon bald selbst den Datenmigrationsprozess optimieren können.“ Die Zielsysteme sind nach den Worten Haags stets die von SAP, also S/4HANA, Ariba, SuccessFactors und so weiter. Die Quellsysteme könnten auch in Non-SAP-Systemen bestehen. Bei den entsprechenden Partnern greife Syniti auf Firmen wie CDQ oder SmartShift zurück.
Die Plattform
Die Syniti Knowledge Platform wird als SAP Solution Extension unter dem Namen „SAP Advanced Data Migration & Management by Syniti“ (ADMM) verkauft. Es handelt sich dabei nach eigenen Angaben um eine „benutzerfreundliche, Cloud-basierte Datenmanagement-Software, die alle Datenfunktionen in einer einzigen, zentralen Lösung unterstützt“. Sie orchestriere und automatisiere Datentransformationen im gesamten Enterprise-Data-Lifecycle durch wiederholbare Prozesse für zukünftige Projekte. „Cloud-basiert bedeutet jedoch nicht Software-as-a-Service“, betont Haag. Denn die Abläufe bei der Datenmigration seien stets individuell und bedürften der Beratung.
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Ausblick: Einsatz von KI
Doch gerade an der Rekrutierung von Beratern hapert es laut Haag. „Wie überall herrscht ein Mangel an Fachkräften.“ Daher sei die Einführung eines KI-Chatbots in das ADMM-Angebot geplant. Die Ankündigung erfolgte auf der Sapphire-Konferenz 2024. Mithilfe generativer KI sollen Kunden wie Heraeus in die Lage versetzt werden, ihren Systemen entsprechende Fragen stellen zu können. „Einer der Fachbereiche hatte beispielsweise stets Vertriebsprobleme, konnte aber deren Ursache nicht entdecken“, berichtet Haag. Der entsprechende Chatbot-Prototyp existiere bereits.
Jede Art von generativer KI stützt sich auf ein Large Language Model (LLM), das sich wiederum auf einwandfreie Trainingsdaten verlässt. Wenn die firmeneigenen Daten nicht ausreichen, muss das LLM auf externe Daten zugreifen. „Dafür ist Data Sharing eine weitere, wichtige Komponente“, so Haag, „und wenn die Datenqualität verbessert werden muss, kommt unser Partner CDQ ins Spiel.“ Das Data Sharing erfolgt gemäß den Vorgaben der DSGVO, und diese Vorgaben werden von CDQ auf die geteilte Datenbestände angewandt.
Aus der vorhandenen Data Factory plus der Migration Factory in ADMM soll nach Haags Angaben eine Transformation Factory entstehen. „Diese wird es in Kürze als fertige Lösung geben. Sie umfasst neben den vorhandenen Komponenten eine komplette Toolchain sowie Lösungen von Partnern.“
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten müssen geplant, entwickelt und betreut werden. Der Heraeus Digital Hub übernimmt bei vielen wichtigen Projekten nicht nur die Rolle des Entwicklers und Treibers, sondern unterstützt Heraeus insgesamt dabei, die digitale Transformation umzusetzen. In einem Interview auf der Firmen-Webseite erläutert Data Scientist Srinesh Shenoi, Mitarbeiter des Digital Hubs bei Heraeus, die Rolle von KI im Alltag des Unternehmens.
Business-Value-Studie
„Die Heraeus Gruppe ist wie viele andere große Unternehmen auf Sichtbarkeit und wiederholbare Prozesse in der Datenmigration angewiesen“, sagt Kevin Campbell, der CEO von Syniti. „Wir helfen Heraeus mit unserer Data-First-Strategie, einen reproduzierbaren Prozess zu entwickeln, der Anforderungen an Transparenz, Governance sowie Wiederholbarkeit erfüllt.“
Campbell verweist auf eine aktuelle Studie zum Thema: „Laut einer IDC-Studie zum Business Value verzeichneten Kunden, die die Syniti-Lösung nutzen, einen erheblichen Business Value und Projektnutzen mit einer Investitionsrendite (ROI) von 314 Prozent nach drei Jahren und um 914.000 US-Dollar reduzierte Betriebskosten.“
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