Suchen

Migration zu SQL Server 2019 Alte Datenbankserver aktualisieren

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

In vielen Fällen werden Datenbankserver nicht komplett neu eingeführt, sondern ältere Datenbanksysteme werden auf eine neue Version aktualisiert. Auch mit Microsoft SQL Server 2019 ist es möglich, von älteren Servern Daten zu übernehmen. Wir zeigen die Vorgehensweise.

Firmen zum Thema

Datenmigration zu Microsoft SQL Server 2019 – gewusst, wie!
Datenmigration zu Microsoft SQL Server 2019 – gewusst, wie!
(Bild: © k_yu - stock.adobe.com)

Die Migration zu SQL Server 2019 ist vor allem dann sinnvoll, wenn im Unternehmen noch ältere Versionen von Microsofts Datenbankserver eingesetzt werden, zum Beispiel SQL Server 2008/2008 R2. Diese Version wird seit 14. Januar 2020 nicht mehr unterstützt. SQL Server 2019 bietet die Möglichkeit, umfassend auf Windows-Servern installiert zu werden. Auch die Installation auf Linux und in Docker-Containern ist möglich.

Allerdings sind hier die Funktionen etwas eingeschränkt. Im Beitrag „Der intelligenteste SQL Server aller Zeiten“ gehen wir näher auf das Thema ein. Die Installation von Microsoft SQL Server in einem Container entspricht im Grunde den Möglichkeiten eines Betriebs mit Linux. Dieses Thema behandeln wir im Beitrag „SQL Server in der Linux-Welt“.

Vor der Installation sollte mit dem Menüpunkt getestet werden, ob die Voraussetzungen auf dem Server für SQL Server 2019 geeignet sind. Diese Prüfung wird zwar auch während der Installation durchgeführt. Es ist allerdings sinnvoll, vor dem Start der Installation die Überprüfung durchzuführen.

Bildergalerie

PHP und andere externe Software testen

Grundsätzlich ist die Übernahme von Datenbanken auf einen neuen SQL-Server kein Problem. Allerdings sollte auch darauf geachtet werden, dass Bereiche, die mit SQL-Server zusammenhängen, ebenfalls migriert werden sollen. Neue Versionen von PHP, ODBC und auch Firewall-Regeln sowie Anwendungen, die auf die Server zugreifen, sollten im Vorfeld geprüft werden. Hier sind ausführliche Tests sinnvoll, die über das einfache Übernehmen von Datenbanken hinausgehen.

Auch Prozeduren und die Jobs, die auf dem SQL-Server vorhanden sind, können generell kopiert werden. Hier bietet es sich aber oft an, sie neu zu erstellen, um Altlasten zu entfernen und sicherzustellen, dass alles funktioniert.

Migration zu SQL Server 2019 überprüfen

Zur Migration wird zunächst auf einem Server SQL Server 2019 installiert. Ob die vorhandene Hard- und Software dazu in der Lage sind, kann im Rahmen des Installationsassistenten überprüft werden. Dazu stellt der Installationsassistent von SQL Server 2019 den Menüpunkt „Planen\Systemkonfigurationsprüfung“ zur Verfügung. Dieser kann vor der Installation überprüfen, ob alle Voraussetzungen getroffen sind. Wenn SQL Server 2019 auf einem Server generell installiert werden kann, erfolgt nachträglich die Planung der Migration. Grundsätzlich können ältere SQL-Server-Versionen auch direkt zu SQL Server 2019 aktualisiert werden. Auch hier sollten zunächst die Voraussetzungen überprüft werden.

Eine direkte Aktualisierung ist aber nur ab SQL Server 2012 möglich. Wird von SQL Server 2008/2008 R2 zu SQL Server 2019 aktualisiert, ist das nur über eine Neuinstallation mit Datenübernahme möglich.

Im Rahmen der Installation von SQL Server 2019 steht die Option „Upgrade aus einer früheren Version von SQL Server“ bereit. Mit diesem Menüpunkt können einzelne Instanzen von SQL-Server direkt aktualisiert werden.

Vor der eigentlichen Aktualisierung überprüft der Assistent zunächst, ob SQL Server 2019 installiert und die vorhandene SQL-Version aktualisiert werden kann. Die Migration zu SQL Server 2019 kann auch über das Kopieren der Datenbanken auf einen neuen Server erfolgen. Allerdings ist die Datenübernahme mit dem Assistenten sicherer, da hier auch Probleme erkannt und Fehler vermieden werden können.

Microsoft Data Migration Assistant zur Migration nutzen

Microsoft stellt ein Tool zur Verfügung, mit der die Migration zu SQL Server 2019 durchgeführt werden kann. Mit dem Data Migration Assistant können Datenbanken zwischen SQL-Servern migriert werden. Dazu werden beim Start des Tools der Quell- und der Ziel-Server ausgewählt. Über einen Assistenten werden die Daten migriert. Für die Migration sind Sysadmin-Rechte auf den SQL-Servern notwendig. Data Migration Assistant kann auch Datenbanken zu Microsoft Azure migrieren.

Die Software entdeckt Kompatibilitätsprobleme, welche die Migration von lokalen SQL Server-Datenbank(en) zu Azure SQL-Datenbank(en) blockieren. DMA bietet Empfehlungen, um Ihnen bei der Lösung dieser Probleme zu helfen.

Weitere Migrationsvarianten sind die Möglichkeit der Wiederherstellung von Datenbanken auf neuen Servern oder das Einrichten der Replikation. Viele Administratoren nutzen den Weg zur Sicherung von Datenbanken auf dem Quell-Server und die Wiederherstellung der Sicherung auf dem Ziel-Server.

Data Migration Assistant steht auch für die Migration von Datenbanken anderer Hersteller zu SQL Server 2019 zur Verfügung. Als Migrationsziel können auch ältere SQL-Server-Versionen verwendet werden. Auch die Linux-Versionen von SQL Server 2016/2017/2019 können als Ziel für die Migration von Datenbanken genutzt werden.

Editions-Upgrades für SQL Server 2019

Reichen die Funktionen der aktuell eingesetzten Edition von SQL Server 2019 nicht aus, kann im Installationsassistenten auch ein Upgrade der Edition durchgeführt werden. Dazu steht der Menüpunkt „Wartung\Editionsupgrade“ zur Verfügung. Die einzelnen Schritte werden in der Dokumentation beschrieben.

Fazit

Die Migration zu SQL Server 2019 ist grundsätzlich kein unlösbares Problem. Wie bei allen Migrationen gilt es natürlich auch hier umfassend zu testen, bevor über Datensicherung, Replikation oder Tools eine Umstellung erfolgt. Wichtig sind hier auch die Client-Tools und die Funktionen auf dem SQL-Server, mit denen die Datenbanken arbeiten. Dazu gehören Programmierumgebungen wie PHP, Firewall-Regeln, Programme und Tools, andere Server und vieles mehr.

Bildergalerie

(ID:46974907)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist