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Backup gegen Ransomware Arcserve verlegt Datensicherung und -schutz in die Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Der Storage-Spezialist Arcserve, der im Oktober 2019 seine Tape-Backup-Appliance UDP-9000 mit Security-Software von Sophos ausgestattet hat, bietet nun auch dedupliziertes Backup/DR in die Cloud an. Eine Variante wendet sich in erster Linie an Nutzer von Microsoft Office 365.

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Mit der Sicherung in die Cloud bietet Arcserve seinen Kunden zwei Medienbrüche.
Mit der Sicherung in die Cloud bietet Arcserve seinen Kunden zwei Medienbrüche.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Arcserve UDP Cloud Hybrid Secured by Sophos wird als vollständig verwaltete Service-Erweiterung zur Unified-Data-Protection-Software (UDP) und den Arcserve-Appliances angeboten. Die Lösung soll IT-Experten die Erstellung einer kohärenten Strategie für Datensicherheit, -schutz und -aufbewahrung mit Cloud-basierten Backups und DR in öffentlichen und privaten Clouds sowie tief greifender Endpoint-Protection zum Schutz von Backups vor Cyberattacken ermöglichen.

Zu diesen Cyberattacken gehört heute nach den Worten von Sven Haubold, Territory Account Director bei Arcserve Deutschland, in erster Linie Ransomware. Solche Hacker seien dazu übergegangen, zuerst die Backups eines anvisierten Unternehmens anzugreifen, um auf diese Weise sozusagen die „Lebensversicherung“ des Opfers abzuschneiden.

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Zwei Ebenen

En wirklicher Schutz von Informationen, Systemen und Anwendungen gegen Ransomware benötigt daher laut Haubold zwei Ebenen: als erste die Abwehr von Cyber-Attacken, als zweite die Sicherung von Daten durch Backup und die Möglichkeit, Sicherungen im Disaster-Fall schnell wiederherzustellen: „Selbst wenn eine Malware-Attacke erfolgreich ist, steht dann eine Malware-freie Sicherung zur Verfügung.“

Wenn Daten, Anwendungen und ganze Systeme innerhalb von Minuten wiederhergestellt werden könnten (schnelles Recovery Time Objective, RTO) und die gesicherten Daten hinreichend aktuell seien (Recovery Point Objective, RPO), sei ein erfolgreicher Ransomware-Angriff weitgehend neutralisiert.

Bei Arcserve UDP ab v7.2 bietet die Sicherung in die Cloud zwei Medienbrüche: lokale von Disk auf Tape und von dort in die Cloud. Dabei kann der Nutzer zwischen der Arcserve UDP Appliance und einem Recovery Point Server (RPS) wählen. Hier werden das Primär-Backup und sämtliche weiteren Snapshots verwaltet. Und von hier kann auch eine granulare Datenwiederherstellung erfolgen. Arcserve Cloud Hybrid repliziert die Backups auf dem RPS oder der Appliance in die Cloud, die wahlweise bei Arcserve in Manchester, Großbritannien, oder bei Amazon in Frankfurt am Main betrieben wird. Der nächste Schritt, den der Nutzer gehen kann, ist der vollständige Betrieb von RPS und Arcserve UDP in der Cloud. „Das erlaubt eine höhere Verfügbarkeit“, gibt Haubold zu bedenken. Insbesondere dann, wenn der Nutzer die Option „Virtual Standby“ mit Windows oder Remote RPS wählt.

So funktioniert die Option „Virtual Standby“.
So funktioniert die Option „Virtual Standby“.
(Bild: Arcserve)

Die nötige Sicherheit bietet sowohl auf dem RPS als auch in der Cloud die Software Intercept-X von Sophos, die nicht nur die lokalen Endpunkte schützt, sondern auch die Cloud-Backup-Snapshots scannt und dedupliziert, so dass sie weniger Speicherplatz beanspruchen. „Downloads von Daten wie etwa für die Wiederherstellung sind bei Amazon ein Kostenfaktor“, weiß Haubold. Um den Schutz der Daten sowohl im Speicher als auch bei der Übertragung zu gewährleisten, findet stets eine Verschlüsselung nach dem AES-256-Verfahren statt. Um die Kosten auch bei der Arcserve- und Sophos-Lizenzierung niedrig zu halten, kann der Nutzer verschiedene Wartungsintervalle wählen, so etwa eines alle 36 Monate.

Sicheres Backup für Office 365

Arcserve hat den Office-365-Markt für sich entdeckt und bietet nun mit „Cloud Backup for Office 365 secured by Sophos“ eine entsprechende Lösung an. Der Markt für Office 365 umfasst derzeit laut Arcserve 350 Millionen Seats. 56 Prozent aller Unternehmen hätten Office 365, und der Markt wachse pro Jahr um rund 34 Prozent. Doch der Anteil der Unternehmen, die keine Backups für Office 365 anlegen, liege bei 92 Prozent. Der Grund: Datensicherungen müssen in den Papierkorb abgelegt werden, wo sie für 90 Tage verbleiben dürfen. Danach ist keine Wiederherstellung mehr möglich. Ein gelöschtes Postfach kann man nur binnen 30 Tagen wiederherstellen. Eine Offsite-Sicherung und Wiederherstellung zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht möglich.

„Cloud Backup for Office 365“ schützt Microsoft-Office-365-Daten vor absichtlicher oder unabsichtlicher Löschung, programmatischen Problemen und externen Sicherheitsbedrohungen mit Cloud-to-Cloud-Backup für Microsoft Exchange Online, OneDrive for Business und SharePoint Online. Arcserve Cloud Backup für Office 365 repliziert automatisch Postfächer und Nutzerdaten von Office 365 direkt in die Arcserve Cloud.

Sven Haubold ist Territory Account Director bei Arcserve Deutschland.
Sven Haubold ist Territory Account Director bei Arcserve Deutschland.
(Bild: Arcserve)

Schnelle Wiederherstellung

Die Nutzer verwalten den gesamten Prozess von einer intuitiven Webkonsole aus und geben die zu sichernden Daten von Office 365 an. Die Cloud-Backup-Lösung erlaubt ein schnelles Wiederherstellen von Exchange-Online- und SharePoint-Daten, indem der Nutzer diese im Falle einer absichtlichen oder versehentlichen Löschung zurück auf seinen Office-365-Server verschiebt. Ein einfaches Verschieben von OneDrive-Daten ist durch Exportieren der gewünschten Daten aus dem Cloud-Backup auf den Office-365-Server des Nutzers möglich.

Die auf Arcserve UDP und Sophos Intercept X Advanced for Server basierende Lösung bietet Cyberschutz, richtlinienbasierte Verwaltung, schnelle Wiederherstellung in Office 365 und die granulare Wiederherstellung mit einem GRT (Granular Restore Tool). Cloud Backup for Office 365 ermögliche laut Sven Haubold „nicht nur den Schutz von Daten, die von Microsoft nicht geschützt werden, sondern erfüllt auch die steigenden Anforderungen zum Schutz von Mitarbeitern“, die etwa die DSGVO formuliert hat. Zudem ermögliche es einen höheren ROI, weil die Datensicherung vollautomatisch erfolge und KI-basierte Scans sowie Deduplizierung beinhalte.

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