Storage-Insider Service: Test der Barracuda Backup Appliances, Teil 1

Attacke auf den Backup-Markt

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Rainer Graefen

In der Status-Darstellung sieht der Administrator alle wichtigen Informationen auf einen Blick
In der Status-Darstellung sieht der Administrator alle wichtigen Informationen auf einen Blick (Bild: Michael Schlede)

Für die meisten Administratoren ist der Name der Firma Barracuda wahrscheinlich untrennbar mit Sicherheitssystemen für professionelle IT-Umgebungen verbunden. Weitaus weniger bekannt dürfte es hingegen sein, dass die Firma auch in einem gänzlich anderen Marktsegment tätig ist: mit Backup-Software.

Mit Barracuda Backup bieten die Spezialisten aus Campbell in Kalifornien eine komplette Lösung für die Datensicherung von physischen, virtuellen und SaaS-Umgebungen mit Cloud-Integration an.

Administratoren und Consultants werden den Namen Barracuda höchstwahrscheinlich mit den Begriffen Content Filtering und Network Security in Zusammenhang bringen. Wenn es hingegen nach den Produktmanagern des Unternehmens geht, wird aber auch der Bereich "Professional Backup" in kurzer Zeit direkt mit dem guten Ruf des Unternehmens in Verbindung gebracht werden. Wir wollten feststellen, in wieweit diese Vorschusslorbeeren begründet sind und haben uns die Backup-Appliances des Herstellers im Testlabor einmal näher angeschaut.

Die Testgeräte: Ausstattung und Features

Für den Test stellte uns Barracuda gleich zwei Systeme zur Verfügung – eine kleinere 19-Zoll-Backup Server 290 Appliance und eine größere Backup Server Appliance vom Typ 690. Das Modell 290 von Barracuda Backup verfügt über insgesamt ein Terabyte nutzbaren Speicherplatz. Damit reiht es sich zwischen den Modellen 190 mit 500 GByte und dem kürzlich auf 2 TByte aufgestockten Modell 390 des Herstellers ein.

In der 690er Ausprägung bietet die Appliance eine maximale Speicherkapazität von 8 TByte. Dieser knapp 13 Kilogramm schwere und robust gebaute 19-Zoll Server mit einer Höheneinheit bietet vier Hot-Swap-fähige Festplatten, zwei Gigabit-Ethernet-Ports und optional 2x10 Gigabit Glasfaser SFP/+ Ethernet-Schnittstellen.

Das empfohlene Backup-Volumen gibt Barracuda stets mit der Hälfte der Bruttokapazität an, um ausreichend viele Generationen der Sicherungen vorhalten zu können. Was sofort auffiel: Während die leise 290er-Appliance problemlos direkt im Büro mitlaufen kann, ohne dass die Arbeit oder Konzentration dadurch gestört würde, ist das größere Modell eindeutig für den Server-Raum oder das Rechenzentrum konzipiert: Die Platten und Lüfter liefern eine ordentliche Geräuschkulisse.

Alle Modelle der Appliances bietet der Hersteller mit einem eigenständigen Abonnement oder als Backup-as-a-Service ab. Dieser Service umfasst dabei:

  • die eigentliche Appliance,
  • ein so genanntes Energize Update Abonnement (Sicherheits-Updates gegen Bedrohungen aus dem Internet),
  • die Instant Replacement Garantie (Ersatzteil- und Austausch-Service) und
  • beliebig erweiterbaren Cloud-Speicherplatz bei ein-, drei- oder fünfjähriger Zahlungsweise.

Barracuda bezeichnet dieses Paket als vollständige, Cloud-integrierte Lösung für die Sicherung von physischen, virtuellen und SaaS Umgebungen. Eine Besonderheit stellt in diesem Konstrukt die standortferne Notfallwiederherstellung in der Barracuda Cloud mit Unlimited Cloud Storage oder die private Standort-zu-Standort-Replikation dar. Dabei bilden die vor Ort positionierten Appliances einen zügigen Cache-Speicher für aktuelle Daten.

Weitreichende Produktunterstützung

Wenn es um die Sicherung geht, unterstützt die Backup-Lösung die derzeit gängigen Betriebssysteme und Anwendungen. Dazu gehören neben Microsoft Windows, VMware und OS X auch andere Unix-Formate, der Microsoft Exchange- und SQL-Server sowie die Microsoft SharePoint-Dienste. Auf der Gast-Level-Ebene arbeitet das Produkt auch mit Citrix XenServer, Oracle VM, Red Hat Enterprise Virtualization oder KVM zusammen. Direkt auf Host-Level-Ebene unterstützt es zudem VMware, vSphere und Microsoft Hyper-V.

Kommen in der Firma SaaS-Umgebungen zum Einsatz, so kann der Administrator mit einer Backup Appliance Microsoft Office 365 Konten inklusive Exchange Online und OneDrive for Business sichern und bei Bedarf natürlich auch wiederherstellen. Auf andere häufig in den Unternehmen eingesetzte Anwendungen, wie die von SAP oder Oracle, müssen Kunden von Barracuda nicht verzichten, jedoch ist die Einbindung in das Backup etwas aufwändiger.

Da die Barracuda-Lösung insgesamt eine so weitreichenden Produktunterstützung in Zusammenhang mit der Integration der Cloud-File-Dienste bietet, die einen Benutzerzugriff auch im Falle einer Katastrophe ermöglichen, können Administratoren bei Einsatz des Backups möglicherweise auch erwägen, bisher eingesetzte kombinierte Sicherungslösungen von mehreren Anbietern durch diese Appliances zu ersetzen. Die Systeme kann der IT-Verantwortliche auch als "Purpose Built Backup Appliances" oder virtuelle Maschine von Barracuda beziehen. Dies ist für die Unternehmen wichtig, die ausschließlich spezielle Hardware-Systeme nutzen möchten.

Aufbau und Anschluss: Eine Sache von wenigen Minuten

Dank einer kompakten und gut geschriebenen Schnellanleitung sollte jeder IT-Profi die Barracuda Backup Appliances in wenigen Minuten aufbauen und, falls dies gewünscht ist, auch mit dem Cloud Backup-Service verbinden können. Mit Hilfe dieses Dienstes können Administratoren über die Web-Verbindung direkt auf die Geräte zugreifen ohne dass sie dazu eine lokale Netzwerkverbindung benötigen. Wer lieber ohne „Wolkendienste“ arbeiten möchte, greift lokal über den Browser auf die Maschine zu.

Erwartungsgemäß verschlüsselt der Anbieter die Cloud-Anbindung aus Sicherheitsgründen mit AES 256 Bit. Insbesondere IT-Service-Dienstleister könnten Gefallen am Cloud-Management finden, da sie jederzeit einen einfachen und sicheren Zugriff auf die Appliances besitzen. Uns hat dabei sehr gut gefallen, dass der Administrator exakt für jeden Backup-Auftrag steuern kann, ob die Daten, die von der Appliance im Zuge des Backups „eingesammelt“ werden, auf den Cloud-Speicher bei Barracuda repliziert werden sollen oder nicht.

Die Netzwerkkonfiguration der Appliance hat uns beim Aufbau etwas überrascht: Während die Geräte anderer Hersteller mit einer fixen IP-Adresse auf die Grundkonfiguration warten oder sich per DHCP-Lease mit dem Netzwerk verbinden, dass der Administrator danach über eine Starter-Software weiter konfigurieren kann, ist das bei der Barracuda-Lösung etwas anders gelöst: Zum Aufbau muss der IT-Profi Monitor und Tastatur an die Appliance anschließen und die Konfiguration des Netzwerkzugriffs auf der Konsole vornehmen – wir fühlten uns in die Zeit der KVM-Switches zurückversetzt. Allerdings gingen uns dann diese Einstellungen leicht von der Hand und erforderten schließlich nur die Eingabe von IP-Adresse, Gateway und DNS-Server.

Am 10. August folgt der 2. Teil über Konfiguration und triviale Probleme, die nerven.

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