Mehr Tempo beim Speichern Atto stellt Version 3 seiner Tuning-Software Atto 360 vor

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Atto, ein Anbieter von Hard- und Software für die Beschleunigung von Adaptern mit Fokus auf Storage- und Netzwerkkonnektivität, hat die Version 3 seiner Tuning-Software vorgestellt. Sie soll Attos FastFrame 3 SmartNICs mehr Leistung vermitteln und unterstützt drei weitere Protokolle: NVME over Fabrics, iSCSI Extensions over RDMA (iSER) sowie NFS via RDMA.

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Die Geschwindigkeit und die Bandbreite von Ethernet-Adaptern können nicht hoch genug sein.
Die Geschwindigkeit und die Bandbreite von Ethernet-Adaptern können nicht hoch genug sein.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wenn es um Ethernet-Speicherkonnektivität geht, können Geschwindigkeit und Bandbreite der Ethernet-Adapter nicht hoch genug sein. Jede entsprechende Verbesserung erregt Aufmerksamkeit. Eine der verbreiteten Adapterfamilien ist die FastFrame-3-Adapter-Serie von Atto Technology. Diese SmartNICs erlauben den Zugriff vom Netzwerk auf die Speichergeräte.

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Laut Atto punkten die NICs mit einer besseren Performance als herkömmliche NICs, und zwar in jedem Szenario. Insbesondere eigneten sich FastFrame-Adapter jedoch für Anwendungen mit unstrukturierten Daten (Big Data), für Blockdaten sowie für den Dateizugriff über unterschiedlichste Betriebssysteme wie Windows, macOS oder Linux.

Atto 360 v3

Die Tuning-Software Atto 360, von der nicht nur FastFrame-Adapter, sondern auch die Produkte ThunderLink und ThunderBolt profitieren, überwacht, analysiert und optimiert die Leistung solcher Adapter. („ThunderLink“ ist Attos proprietäre Marke der ThunderBolt-Hochleistungsadapter.) Dabei legt sie für jede Umgebung und jeden Workload sogenannte „Tuning-Profile“ an, beispielsweise für geringe Latenz oder hohen Datendurchsatz. Je nach Betriebssystem und Workflow soll sie eine Leistungssteigerung um bis zu 30 Prozent erlauben. Atto hat dafür den „ATTO Disk Benchmark“ entwickelt.

Die Neuerungen in Version 3 sind geeignet, diese Performance zu erhöhen. Sie unterstützt vor allem Remote Direct Memory Access (RDMA) und vereinfacht damit die Einrichtung und Konfiguration dieser fortschrittlichen Technologie. Zusätzlich zu den bisherigen 360-Profilen bietet v3 nun NVMe over Fabrics, iSER und NFS via RDMA. Von NVMe over Fabrics profitieren vor allem Flash-Memory-Speicher mit NVMe, von NFS via RDMA natürlich in erster Linie Nicht-Windows-Systeme. Auf Windows wird neben NFS auch das gleichwertige Server Message Block Protokoll (SMB) beziehungsweise SMB Multi-Channel verwendet.

iSER ist das Kürzel für iSCSI Extensions for RDMA. Das Netzwerkprotokoll erweitert das iSCSI-Schnittstellenprotokoll, sodass es RDMA nutzen kann. RDMA wird entweder durch TCP mit RDMA-Diensten (iWARP) auf Ethernet bereitgestellt, über RoCE (RDMA over Converged Ethernet) ohne TCP-Schicht oder aber über Infiniband. Es ermöglicht die Übertragung von Daten in und aus Memory-Puffern auf SCSI-Computern, also auf der Verbindung zwischen dem Computer und dem Speichergerät. Dabei werden keine Zwischenkopien der Daten angelegt, ohne dass die CPU beteiligt wäre. Je flotter also diese Verbindung, desto besser.

Unterstützung für Dell OneFS

Zu den Technologiepartnern Attos gehören unter anderem Dell Technologies, Autodesk (CAD/CAE) und Avid, welche Videobearbeitungstechnik anbieten. Solche Profile kann der Nutzer von Atto 360 mit nur einem Mausklick auswählen und sofort loslegen.

Mit der neuen Version 3 von Atto 360 liefert Atto ein neues Profil für leistungsfähige PowerScale-Geräte mit OneFS mit. OneFS ist das „Betriebssystem“ für Scale-Out-NAS aus Dells PowerScale- und Isilon-Produktreihen. Das neue Profil unterstützt NFS für RDMA, so dass NFS-Dienste von der RDMA-basierten Beschleunigung profitieren. „Das NFSoRDMA-Profil“, erläutert Atto-CEO Tim Klein, „ist sowohl in die Applikation als auch in den Installer eingebaut und unterstützt das jüngste Release von OneFS, das RDMA-Support beinhaltet.“ Daher könnten Endnutzer von OneFS das NFSoRDMA-Profil bei der Installation wählen. Atto kümmere sich um den Rest, wenn die Client-Verbindung zu Dell-Storage-Geräten via RDMA eingerichtet wird. Aus 15 Installationsschritten wird einer.

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Metriken-Dashboard & Co.

Das Update von Atto 360 verfügt über ein neues Metriken-Dashboard für macOS und zeigt Memory-Buffer an. Neue Diagnosefähigkeiten betreffen nach den Angaben von Klein das Verhalten von Pufferspeicher und das Aufspüren von Flaschenhälsen. „Wir haben Lektionen, die wir seit dem letzten Release im Feldbetrieb gelernt haben, in Diagnosebenachrichtigungen codiert“, so Klein.

Das Tool 360 View umfasst eine Zeitreihendatenbank und ein Dashboard zur Visualisierung statistischer Kennzahlen der Performance und der übertragenen Pakete. „Es enthält einen Benachrichtigungsmanager, der in die Analyse-Engine integriert ist“, berichtet Klein. „All die statistischen Größen, die in den vorangegangenen Versionen von Atto 360 mithilfe von Snapshots überwacht wurden, werden jetzt in einer modernen Datenbank erfasst und permanent aufgezeichnet.“

Ein weiteres Atto-Analysewerkzeug ist Insight Analytics, das aber nur in bestimmten Produkten verfügbar ist: in Xstream CORE und in SiliconDisk, einer RAM-basierten Appliance. „Diese Software für Tuning, Überwachung und Analyse erfüllt die gleiche Aufgabe wie Atto 360 auf FastFrame Ethernet SmartNICs“, erklärt Tim Klein. Apropos Performance: Atto unterstützt laut Klein derzeit PCIe 4 in mehreren Produktlinien mit der Verfügbarkeit von Atto-Generation-7-PCIe-4-Fibre-Channel-HBAs und -12-Gb-SAS-HBAs.

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