Online-Umfrage zum CeBIT-Kompendium „Backup & Recovery“ von Storage-Insider.de, Teil 6

Backup-Konzepte ändern sich durch Virtualisierung und virtuelle Maschinen

| Autor / Redakteur: Erwin Breneis / Rainer Graefen

Erwin Breneis, Team Lead Channel Systems Engineers bei VMware
Erwin Breneis, Team Lead Channel Systems Engineers bei VMware (VMware)

In Kürze erscheint das Kompendium „Klassisches Backup, Cloud Storage und Disaster Recovery“ von Storage-Insider.de. Die Redaktion hat im Vorfeld Backup-Spezialisten nach ihrer Einschätzung zu aktuellen Trends gefragt. Hier sind die Antworten von Erwin Breneis von VMware.

Unser nächstes Storage-Kompendium, das auf der Cebit 2013 erstveröffentlicht wird, beschäftigt sich unter anderem mit den Themen "Objektorientierte Speicherung" und "Betriebsprüfer fordern bessere Datenablage von Unternehmen". Ein Print-Exemplar bekommen sie in Halle 2 auf unserem Partnerstand A40 bei Arrow ECS.

Kontinuierliche Snapshots oder differenzielle Images scheinen das Backup-Konzept für moderne IT-Umgebungen zu sein. Stimmt das oder zeichnen sich Alternativen ab?

Diese Konzepte werden primär von Storage-Herstellern getragen, da diese Art der Sicherung äußerst effizient geschieht, also Speicherplatz optimiert. Doch auch die Traditionellen Anbieter von Backup Software verschließen sich nicht gegen diese Entwicklung.

Zudem wird als erweiterte Funktion meist auch eine Replikation der Daten auf Storage-Ebene angeboten. Dadurch wird die Verfügbarkeit der Daten auch noch Array-unabhängig gestaltet. Daher stimme ich dieser Aussage zu und sehe diese Mischung aus Snapshot und differenziellem Images als Backup als moderne Methode an.

Spricht eigentlich die Datentransferrate des Internets beim Online-Backup gegen das Backup in der Cloud? Wie würden Sie Einsatzszenarien definieren?

Bandbreite ist ein wichtiger Baustein bei Online-Backup-Szenarien. Moderne Backup-Produkte verfügen aber über intelligente WAN-Optimierungen und Deduplikations-Funktionalität, um die vorhandene Bandbreite optimal nutzen zu können. Somit spricht Bandbreite nicht prinzipiell gegen ein Online Backup-Konzept, muss aber bei der Konzeptionierung berücksichtigt werden.

Zudem sind die Datenmengen, die es zu sichern gibt, als Faktor zu betrachten. Da nur bei einem initialen Full-Backup eine erheblich große Datenmenge anfällt und danach inkrementell gesichert wird, also nur noch das übertragen wird, was sich geändert hat, sollte man prüfen, wie man diese erste Menge sinnvoll in den Sicherungsspeicher transferiert und bei einem Recovery ebenso wieder zurück zur Destination.

Glaubt man dem Marketing, dann ist das Disaster Recovery in wenigen Minuten erledigt. Bitte erläutern Sie, 1. welche Vorgaben (virtuelle Maschine) dafür erfüllt sein müssen und 2. ob diese Aussage auch beim Austausch des Host-Rechners gilt

Backup und Disaster Recovery sind zwei unterschiedliche Arten, die Verfügbarkeit von Daten und Diensten zu optimieren. Bezieht sich die Frage auf ein Disaster Recovery–Konzept, dann gilt zu

1: Die VM muss keine speziellen Vorgaben erfüllen. Sie besteht aus einer Anzahl von Dateien, somit benötigt man „nur“ eine Replikationstechnologie, um die Daten von einem Standort zum anderen zu transportieren. Dies kann Host- oder Storage-basierend sein. Das heißt die Daten müssen schon am Recovery-Standort sein, um ein schnelles Recovery des Dienstes (Applikation) zu ermöglichen.

Und zu 2.: Diese Art eines Disaster-Recovery-Konzepts mit VMs ist vollkommen hostunabhängig, das heißt, die Hostsysteme und auch die Storagearrays können in den Standorten (Source und Destination) unterschiedlich sein. Auch die Netzwerkkonfiguration kann sich unterscheiden. Eine Anpassung muss dann jedoch in den Recoveryplan einbaut werden.

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