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Backup 2020: weit mehr als Datensicherung auf Tape Bei der Planung Ransomware, Cloud und KI berücksichtigen

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Die Sicherung von Daten spielt auch 2020 eine wichtige Rolle. Wir zeigen in diesem Beitrag Trends für Backups in Unternehmen: was im Bereich der Datensicherung 2020 und darüber hinaus wichtig ist.

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Traditionelles Backup – mittlerweile fällt die Datensicherung deutlich vielschichtiger aus.
Traditionelles Backup – mittlerweile fällt die Datensicherung deutlich vielschichtiger aus.
(Bild: © Yong Hian Lim - stock.adobe.com)

Neben Virtualisierung, Cloud, hyperkonvergenten Netzwerken, Containern, Blockchain, DevOps und vielen anderen Bereichen in der IT spielen auch Klassiker wie die Datensicherung im Betrieb von Netzwerken eine wichtige Rolle. Auch hier gibt es Trends, und Experten sollten sich mit den Herausforderungen an Backups für die kommenden Jahre auseinandersetzen. Wir geben nachfolgend einen Überblick.

Besserer Schutz vor Ransomware

Ransomware-Attacken kommen immer häufiger vor und schaden den Unternehmen, die durch die Malware befallen werden, enorm. Kaspersky hat im zweiten Quartal 2019 über 16.000 neue Ransomware-Varianten entdeckt. Seit Mitte April 2019 haben die Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent zugenommen. Unternehmen müssen sich also gegen solche Angriffe wappnen.

Einen wichtigen Schutz, um die Daten wiederherzustellen, stellt die Datensicherung dar. Ein Backup muss in der Lage sein, die verschlüsselten Daten bei einem Ransomware-Befall schnell und unkompliziert wiederherstellen zu können. Nur zeitgemäße, umfassende und effektive Sicherungen sind in der Lage, Daten im Notfall schnell und vollständig wiederherzustellen, falls die originalen Daten durch Ransomware verschlüsselt wurden.

Wer eine neue Backup-Lösung sucht, sollte 2020 daher darauf achten, dass Disaster Recovery und Sicherheit für das Netzwerk ganzheitlich in einer Lösung verfügbar sind. Es muss exakt geplant werden, wer bei einem Ransomware-Befall aktiv werden muss und welche Aktionen durchgeführt werden sollen.

Hybride Netzwerke, Cloud und Migrationen

Die IT-Infrastruktur in Unternehmen ist immer mehr im Wandel. Unternehmen führen neue Technologien ein, migrieren Workloads in die Cloud und integrieren Cloud-Ressourcen in lokale Netzwerke. Neben Office 365, Microsoft Azure und Amazon Web Services spielen auch hybride Netzwerke eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 2020 wird der Trend, Dienste in die Cloud auszulagern, weiter ansteigen.

Hier muss festgelegt werden, welche Lösungen wo Daten sichern sollen, welche Daten gesichert werden sollen und wo die Sicherung gespeichert werden. Am Beispiel von Exchange und Office 365 muss zum Beispiel entschieden werden, ob und wie Postfächer gesichert werden sollen, die zu Office 365 übertragen werden.

Viele Unternehmen setzen darüber hinaus auf mehrere Cloud-Lösungen (Multi-Cloud). Das stellt für die Backup-Strategie eine Herausforderung dar, da in diesem Fall nicht nur lokale Daten und Daten in der Cloud gesichert, sondern auch noch verschiedene Cloud-Anbieter angebunden werden müssen.

Viele Unternehmen setzen auf SaaS-Anwendungen. Diese werden zwar durch den Anbieter gehostet, die Daten müssen aber dennoch gesichert werden und im Bedarfsfall auch wiederherstellbar sein. Das muss frühzeitig geplant werden.

Backups müssen vorausschauend sein

Daten spielen 2020 eine noch wichtigere Rolle als in den vergangenen Jahren. Analysetechnologien und Lösungen können immer umfassender und effektiver Daten verarbeiten. Generell können die Daten in einem Backup für mehr genutzt werden, als nur darauf zu warten, wiederhergestellt zu werden. Backup-Lösungen müssen dazu in der Lage sein, Dateien oder Ordner in einer Suche sowie deren Versionen anzuzeigen. Die Daten müssen schnell zugreifbar sein, unabhängig, wo sie gesichert sind.

Backup-Produkte erhalten auch immer mehr Funktionen, um sich selbst zu analysieren. Bei der Analyse wird überprüft, ob es Daten gibt, die zwar ständig gesichert werden, die sich aber nie ändern. Solche Daten kann das System automatisch auf anderen, günstigeren Medien speichern und dadurch wertvollen Speicherplatz freigeben und für andere Daten zur Verfügung stellen.

Die oben genannten Beispiele zeigen, dass Backups vorausschauend sein müssen. Die Zeitdauer für die Wiederherstellung muss genauso klar sein wie der Status und die Integrität der Daten. Wenn komplette Systeme wiederhergestellt werden müssen, muss dokumentiert sein, welche Aufgaben nach der Wiederherstellung notwendig sind. Dabei kann es sich um die Installation bestimmter Anwendungen oder Patches handeln. Backup-Lösungen müssen aktiv sein. Die Lösungen müssen mit anderen Systemen im Netzwerk zusammenarbeiten, zum Beispiel dem Patchmanagement, der Orchestrierungslösung und der Sicherheitsinfrastruktur.

Speicherebenen auch für Backups nutzen

Storage-Tiers, also verschiedene Ebenen von Speichern, gibt es seit mehreren Jahren. Hier werden besonders häufig verwendete Daten auf besonders schnellen, aber teuren Datenträgern gespeichert, während weniger oft verwendete Daten auf langsameren, aber günstigeren Speichermedien abgelegt werden. Das sorgt dafür, dass die Datenspeicher optimal ausgenutzt werden, die Daten für Anwender mit der maximalen Geschwindigkeit zur Verfügung stehen und gleichzeitig Speicherplatz auch günstiger integriert werden kann.

Auch Backup-Lösungen müssen diese Technologie unterstützen. Wir haben bereits angemerkt, dass auch Backup-Lösungen ihre Daten intelligent speichern sollten. Aus diesem Grund werden immer mehr moderne Backup-Lösungen auch auf Storage-Tiers setzen müssen.

Anforderungen an moderne IT-Technologien – Backup mit KI

In Unternehmen werden immer mehr hyperkonvergente Lösungen und Software-Defined Storage/Networking genutzt. Container und Virtualisierung gehören zu den Trends, die sich immer mehr verbreiten, und auch Blockchains und Lösungen zur und mit KI (künstliche Intelligenz) finden über Smart Contracts und andere Bereiche immer mehr Verbreitung in Unternehmen. Eine moderne Backup-Lösung muss mit diesen Technologien zurechtkommen. Auch wenn diese im eigenen Netzwerk noch nicht eingesetzt werden, kann sich das jederzeit ändern. Es ist daher durchaus sinnvoll, auf Backup-Lösungen zu setzen, die auch neue Technologien anbinden und sichern können.

Backup-Lösungen, die selbst auf Funktionen mit KI setzen, bieten in vielen Fällen auch weitere Vorteile und unterstützen Funktionen, die wir in diesem Beitrag behandelt haben. KI kann Daten schneller analysieren und überwachen. Das spielt bei der Datensicherung natürlich eine besonders wichtige Rolle, da hier viele Daten schnell verarbeitet und jederzeit zugreifbar sein müssen, auch mit verschiedenen Versionen.

Fazit

Backup-Systeme sind mittlerweile mehr als verstaubte Lösungen, um Daten zu sichern, die man vermutlich und hoffentlich nie braucht. Aktuelle Produkte müssen in der Lage sein, verschiedenste neue Technologien zu sichern, müssen mit der Cloud zusammenarbeiten, Daten an verschiedenen Standorten zu jeder Zeit sichern können. Außerdem müssen Backup-Produkte intelligent sein, platzsparend Daten sichern und jederzeit schnellen Zugriff auf die Daten gewährleisten. Die Datensicherung ist seit dem Aufkommen von Ransomware außerdem fester Bestandteil der Sicherheit im Unternehmen. Das alles gilt erst recht für 2020 und darüber hinaus.

(ID:46365445)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist