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Hochverfügbar, flexibel, Open Source – das kann Ceph Ceph: Open-Source-Storage ohne Grenzen

Von Paula Breukel 5 min Lesedauer

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Exabyte, Zettabyte, Jotabyte – die Datenmengen wachsen rasant. Ceph setzt auf Skalierbarkeit und Flexibilität. Clyso will die Speicherlösung optimieren und für Unternehmen leichter nutzbar machen.

Ceph bietet eine hochskalierbare und hochverfügbare Speicherinfrastruktur – und dadurch viele Einsatzmöglichkeiten.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Ceph bietet eine hochskalierbare und hochverfügbare Speicherinfrastruktur – und dadurch viele Einsatzmöglichkeiten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die Datenmengen in Unternehmen übersteigen mittlerweile bereits die Petabyte-Marke (PB) und bewegen sich immer mehr auf Exabyte (EB) zu. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie viel Geld in ihre Dateninfrastruktur stecken müssen: von der Hardware über den technischen Service bis hin zu rechtlichen Fragen. Dieser Umstand wirft die Frage auf: Wie lässt sich die wachsende Datenflut bewältigen?

Doch neben der Bewältigung dieser Frage muss auch die Datenverfügbarkeit gewährleistet werden. Neue Technologien verlangen eine hochverfügbare Dateninfrastruktur – und genau hier scheitern manche Unternehmen. In einer herkömmlichen Speicherarchitektur muss eine zentrale Schnittstelle (Storage Head) durchdrungen werden, die als Koordinationspunkt für die darunterliegenden Speichersysteme. Das führt häufig zu einem Flaschenhals und verlangsamt den Datenzugriff.

Hier setzt Ceph an: Das Open-Source-Projekt beseitigt diesen Engpass und verteilt die Daten auf mehrere Knoten. Dadurch wird der Zugriff nicht mehr von einer einzigen Instanz abhängig, sondern skaliert horizontal mit der Anzahl der Speicherknoten. In einem Gespräch mit Storage-Insider verriet CEO Joachim Kraftmayer, wie Clyso die Open-Source-Lösung Ceph betreut und vor welchen Herausforderungen er und sein Unternehmen stehen.

Ceph stellt die Speicherarchitektur auf den Kopf

Kraftmayer verdeutlichte den Unterschied zwischen der klassischen und der Ceph-Speicherarchitektur mit einer Metapher: „Bei einer klassischen Speicherarchitektur muss der Nutzer durch eine zentrale Schnittstelle – also sozusagen durch einen Tunnel –, um auf Daten zugreifen zu können.“ Dank Ceph werde dieser Tunnel entfernt: „Ceph stellt eine Art Karte zur Verfügung, mit der der Nutzer direkt den effizientesten Weg zu den Daten findet.“

Das im Jahr 2010 gegründete Unternehmen Clyso konzentriert sich seit 2012 auf das Open-Source-Projekt Ceph und unterstützt dessen Weiterentwicklung. Konkret handelt es sich um ein Software-Defined-Storage-System, das sich durch Skalierbarkeit, Redundanz und hohe Verfügbarkeit auszeichnet. Seit 2012 ist Clyso auf Ceph spezialisiert und engagiert sich unter anderem im Ambassador-Programm. Joachim Kraftmayer ist als Ceph-Ambassador für die DACH-Region tätig.

Die Weiterentwicklung von Ceph wird von der Ceph Foundation gesteuert. Joachim Kraftmayer ist ebenfalls Teil des Ceph-Foundation-Boards. Wie Clyso tragen unter anderem IBM, Suse und Canonical auch aktiv dazu bei, Ceph ständig zu verbessern.

Hier kommt Ceph zum Einsatz

Aktuell boomt der Markt rund um High-Performance-Computing (HPC): Besonders für wissenschaftliche Berechnung, Simulationen und KI-Training (Künstliche Intelligenz) kommen die Hochleistungsrechner zum Einsatz. Auch Cloud-Anbieter und Hyperscaler setzten Ceph als Storage-Backend für ihre Infrastruktur ein. Zudem kommt Ceph im Bereich Enterprise-Storage und in Rechenzentren zum Einsatz, da es eine hochskalierbare und hochverfügbare Speicherinfrastruktur bietet – ohne Vendor-Lock-in.

Der Kunde soll agieren können und nicht nur reagieren müssen.

Joachim Kraftmayer, CEO von Clyso

Kraftmayers Bestreben liegt genau hierin: „Der Vendor-Lock-in bedeutet, dass eine Abhängigkeit entsteht. Unser Open-Source-Ansatz heißt immer Flexibilität. Als Kunde soll man in der Lage sein, zu agieren anstatt zu reagieren.“ Clyso setzt auf Open Source, da so die Kunden von der Transparenz, Innovationen und Freiheit, zwischen verschiedenen Anbietern wechseln zu können, profitieren. Darüber hinaus betonte Kraftmayer, dass Open Source eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermögliche.

Clyso bietet unter anderem die Ceph-basierte Enterprise-Lösung Clyso Enterprise Storage (CES) an. CES ist eine standardisierte Enterprise-Lösung, die Ceph laut Clyso optimiert. Als Open-Source-Software ist Ceph kostenlos nutzbar, doch die hohe Komplexität stellt Unternehmen vor Herausforderungen – hier setzt Clyso mit CES an, um Ceph einfacher nutzbar zu machen. Zusätzlich bietet Clyso auch Consulting, Support, Managed Services und Trainings an.

Das sind die Besonderheiten des Software-Defined-Storage-Systems Ceph im Überblick

Kraftmayer betonte im Gespräch mit Storage-Insider, dass sein Unternehmen Clyso die Open-Source-Lösung Ceph als zukunftssicher für skalierbare und flexible Speicher sieht. Das Unternehmen stehe voll und ganz hinter dem Open-Source-Ansatz. Durch seine langjährige Erfahrung mit Closed-Source- und Open-Source-Systemen kennt Kraftmayer beide Seiten der Medaille. Während Closed-Source-Lösungen Einschränkungen mit sich bringen, bietet Open Source für ihn die Flexibilität und Zukunftssicherheit. Unternehmen erhalten von Clyso einen Wettbewerbsvorteil, wenn sie Support an ihrem Ceph-Cluster erhalten. Und zwar durch den Wissenstransfer und auch durch die Fertigungstiefe im Ceph-Umfeld mit knapp 20 Senior Ceph-Entwicklern und über 2.700 Commits in den Ceph-Code.

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Kraftmayer erläuterte: „Ich war 20 Jahre lang als Consultant tätig und kenne daher die Sorgen und Nöte der Kunden. Ich bin kein Freund von komplexen Lösungen. Mein Bestreben liegt darin, die Komplexität herauszunehmen und die Dinge einfacher machen.“ Genau hier komme für den CEO Open Source ins Spiel. Doch was kann nun das Software-Defined-Storage-System Ceph nun konkret?

Die Storage-Lösung zeichnet sich aus durch:

  • Skalierbarkeit von Terabyte (TB) bis Exabyte (EB),
  • selbstheilende Architektur,
  • keine klassischen Engpässe dank verteilter Architektur,
  • Unterstützung von Block-, Datei- und Objektspeicher,
  • hochverfügbare und ausfallsichere Speicherung,
  • flexible und herstellerunabhängige Hardware-Nutzung ohne Vendor-Lock-in,
  • konsistente Datenhaltung mit Strong Consistency,
  • optimiert für verschiedene Speichertechnologien (NVMe, HDD) und integrierbar mit Archivlösungen (z. B. Tape).

Das erwartet uns in der Zukunft

Kraftmayer erläuterte, dass er einen wachsenden Bedarf an Objektspeicher und eine vermehrte Nutzung von Multi-Cloud- und On-Prem-Lösungen sehe. Wachsende Datenmengen zu speichern und zu verwalten, bleibt eine Herausforderung – ebenso wie die Sicherstellung von Flexibilität und Kontrolle für Kunden. Clyso plant, Ceph weiter zu vereinfachen und den Fokus auf autonome, skalierbare Storage-Systeme zu legen.

Zukunftsprognosen für den Storage-Bereich zeigen eine fortschreitende Skalierung: von Petabyte über Exabyte bis hin zu Zettabyte und darüber hinaus. Clyso setzt darauf, innovative Speicherlösungen anzubieten, die Unternehmen langfristig unabhängig und flexibel halten.

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Open-Source-Storage – Speicher-Software zum Nulltarif

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(Bild: Storage-Insider)

Der Bedarf an Speicherkapazität steigt von Tag zu Tag – nicht nur, um die Daten von Produkten, Kunden und Transaktionen zu sichern, sondern auch, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und Auditierungen gut zu überstehen. Eine leistungsfähige Storage-Lösung ist also gefragt. Eine kostenlose Option bietet Open-Source-Software für Storage, insbesondere dann, wenn man sie selbst den eigenen Anforderungen anpassen darf.

Die Themen im Überblick:

  • Warum Storage als Open Source?
  • NAS & Objektspeicher
  • Backup & Disaster Recovery
  • Dateisysteme
  • Technologiestapel & Ökosysteme

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