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Erste Früchte der Linksys-Übernahme Cisco stellt NAS-Produkte für den Mittelstand vor

| Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Nico Litzel

Den Konzernen geht infolge der Finanzkrise das Kleingeld aus. Ein guter Grund, sich umzustellen. Cisco hat seit dem 100-Millionen-KMU-Programm vom November 2008 die kleinen und kleinsten Mittelständler in den Fokus genommen. Vor allem nach der 500-Millionen-US-Dollar Übernahme von Linksys im Jahr 2003. Die ersten NAS-Produkte der neuen Strategie wurden nun vorgestellt.

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Das Modell NSS3000 bietet Platz für vier Festplatten und maximal vier Terabyte Speicherkapazität und ist für 1.132 US-Dollar zu haben.
Das Modell NSS3000 bietet Platz für vier Festplatten und maximal vier Terabyte Speicherkapazität und ist für 1.132 US-Dollar zu haben.
( Archiv: Vogel Business Media )

Speichersysteme der unteren Preiskategorie sind ein neues Betätigungsfeld für Cisco. Zwei neue Systeme sollen das Portfolio nach unten abrunden. Mit Kapazitäten von maximal zwei beziehungsweise vier Terabyte zielen die beiden RAID-Systeme auf den Markt der kleinsten kommerziellen Anwender.

Die NAS-Geräte sollen ab sofort verfügbar sein, was bekanntlich in der IT-Welt ein dehnbarer Begriff ist, denn Preise in Euro gibt es derzeit noch nicht. Die Technik stammt noch von Linksys, auf den Apparaten klebt nur das Cisco-Lable. Auf der CeBIT wird Cisco nur in homöopathischen Dosen zu sehen sein, dafür lädt die Firma am 28. und 29. April zur Cisco Expo ein – und zwar nach Hannover.

Eingebaut ist jeweils nur ein Netzteil und nur eine Ethernet-Schnittstelle. Konsequenterweise fehlt ein Medienserver, denn die Geräte sind ja nicht für den Heimanwender gedacht. Ansonsten ist alles vorhanden, was kleine und mittelständische Unternehmen von einem PC-Speichersystem erwarten dürfen.

Die Geräte verfügen über ein solide verarbeitetes Metallgehäuse. Auf der Rückseite tun zwei großformatige Lüfter überraschend leise ihren Dienst. Damit empfehlen sich die Gerät auch für den eigenen Arbeitsplatz. Das kleinere Modell, das NSS2000 mit zwei Festplatten und maximal zwei Terabyte Speicher ist in den USA für 595 US-Dollar zu haben, das größere, das NSS3000 mit vier Festplatten und maximal vier Terabyte Speicherkapazität, für 1.132 US-Dollar.

Die Angaben sind etwas verwirrend, da sich die Preise auf das vom Hersteller mit 250-Gigabyte-Festplatten bestückte Geräte beziehen, die tatsächliche Kapazität also je nach RAID-Level bei 250/500 Gigabyte oder 500 Gigabyte/1 Terabyte beträgt. Der Anwender kann die Geräte allerdings selbst mit Platten ausrüsten und so die angegebene maximal unterstützte Kapazität auch erreichen.

Alternativ kann man die Geräte auch ohne Speicherscheiben erwerben, der Preis für diese Variante steht aber noch nicht fest. Unterstützt werden die RAID-Level 0 und 1 beim kleineren Gerät und 0, 1, 5, 10 beim größeren. Mitgeliefert wird eine Backup Software und ein Kontrollprogramm, das dem Nutzer unter anderem die aktuelle Temperatur der Scheiben mitteilt.

In zehn Minuten, so beteuert man bei Cisco, hat auch der ungeübte Anwender den Netzwerkspeicher installiert. Die Geräte verfügen über ein eingebautes Powermanagement, der die Festplatten bei Nichtbenutzung herunterfährt, um Strom zu sparen und die Hardware zu schonen. Zugriffe über das Ethernet wecken die Arrays auf.

An der Frontseite bietet ein USB-Port Platz für einen Speicherstick. Auf der Rückseite befinden sich weitere USB-Ports, an die sich auch externe Festplatten anschließen lassen. Kaskadierbar sind die beiden Geräte allerdings nicht. Das wäre aber nur eine Frage der Software, da die Buchsen ja vorhanden sind.

Eine Besonderheit ist die direkte Unterstützung von Cisco-Netzwerkkameras. Diese verwandeln sich zusammen mit den beiden NAS-Geräten in eine Videoüberwachungseinheit. Auch keine schlechte Idee, schließlich nehmen die Diebstahlsschäden in Büros zu.

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