Objekt- und dateibasierte Speicherung rücken zusammen

Cloudian kauft Infinity Storage

| Redakteur: Tina Billo

Cloudian und Infinity Storage arbeiten schon seit vergangenem Sommer zusammen. Nun übernimmt der Objektspeicher-Spezialist den italienischen SDS-Pionier, dessen Technologie bereits in den Cloudian Hyperfile NAS-Controller integriert ist.
Cloudian und Infinity Storage arbeiten schon seit vergangenem Sommer zusammen. Nun übernimmt der Objektspeicher-Spezialist den italienischen SDS-Pionier, dessen Technologie bereits in den Cloudian Hyperfile NAS-Controller integriert ist. (Bild: Cloudian)

Mit der Übernahme von Infinity Storage holt sich Cloudian die Technologie des auf filebasierte softwaredefinierte Speicherlösungen spezialisierten italienischen Unternehmens ins eigene Haus. Damit führt der Hersteller den bereits eingeschlagenen Weg fort, seine objektbasierte Storage-Plattform um Dateidienste zu erweitern.

Cloudian und Infinity Storage haben bereits eine gemeinsame Geschichte, denn die Anbieter arbeiteten bereits gemeinsam an dem im vergangenen Dezember eingeführten Hyperfile NAS-Controller. Dieser nutzt die Software der Mailänder, um SMB (CIFS)- und NFS-Dateidienste sowie für den Unternehmenseinsatz zentrale NAS-Funktionen über Cloudians hybride objektbasierte Cloud-Storage-Plattform Hyperstore bereitzustellen.

Cloudian Hyperfile ergänzt die von dem Hersteller angebotene Object-Storage Plattform Hyperstore um NAS-Funktionen.
Cloudian Hyperfile ergänzt die von dem Hersteller angebotene Object-Storage Plattform Hyperstore um NAS-Funktionen. (Bild: Cloudian)

Ein System für alles

Jetzt steht eine noch engere Integration der Lösungen auf dem Programm. Ziel ist, Kunden künftig eine konvergierte Speicherplattform anzubieten, die alle unstrukturierten Datentypen, Dateien und Objekte in einem einzigen Speicherpool konsolidieren kann.

Dieser soll sich laut Cloudian dadurch auszeichnen, dass er "unbegrenzt skalierbar" ist sowie zeit- und ressourcensparender zu verwalten sei. Gegenüber herkömmlichen Multi-Silo-NAS-Systemen ließen sich dadurch die mit dem Storage-Management verbunden Gesamtbetriebskosten (TCO) um bis zu 70 Prozent senken.

An Files führt auch künftig kaum ein Weg vorbei

Obwohl Objektspeicher in Folge der sich nach Schätzungen jährlich verdoppelten Menge an unstrukturierten Daten immer mehr an Bedeutung gewinnt, führt aus Sicht von Cloudian dennoch kein Weg an der File-orientierten Speicherung vorbei. Obwohl sich die Hersteller verstärkt in Richtung Objekt bewegen würden, kämen weiterhin viele ältere dateibasierte Anwendungen zum Einsatz, die unterstützt werden müssen, führt Michael Tso, CEO von Cloudian aus. Hinzu käme, dass viele Daten, beispielsweise von IoT-Sensoren oder Kameras als Files geliefert werden.

Michael Tso, CEO von Cloudian.
Michael Tso, CEO von Cloudian. (Bild: Cloudian)

Dies bestätigt auch Jon Toor, Chief Marketing Officer des Unternehmens. So gäbe es viele Windows- und Linux-Systeme, die unstrukturierte Daten als Dateien speichern. Insofern würden sich Cloudian, dass sich auf Technologien für die Speicherung von Objekten konzentriere, und Infinity Storage, mit seinen filebasierten Lösungen und seinem Know-how rund um das Dateimanagement, hervorragend ergänzen.

Klein, aber fein

Infinity Storage ist die erste Akquisition von Cloudian und mit einem halben Dutzend Mitarbeitern ein vergleichsweise kleiner, jedoch als innovationsstark angesehener Hersteller. Dies liegt daran, dass die Gründerin Caterina Falchi, die nun die Rolle Vice President File Technologies bei Cloudian füllt, mit ihrem Team Pionierarbeit auf dem Gebiet der softwaredefinierten Speicherung leistete.

Unter anderem wird ihr die Erfindung des WORM- (Write Once Read Many) Dateisystems zugeschrieben, das von vielen heute angebotenen SDS-Plattformen genutzt wird. Ursprünglich entwickelt, um die Datenintegritätsvorschriften der EU zu erfüllen, spielt dieses in jüngster Zeit eine wichtige Rolle, um Datenkorruption in Folge von Malware oder Ransomware vorzubeugen.

Gerüstet für künftige Speicheranforderungen

Die Integration des Unternehmens, in dessen Zug auch das Team in Mailand verdoppelt werden soll, sei bereits im Gange, so Cloudian. Weitere mit der Übernahme verbundene Details wurden nicht preisgegeben, lediglich, dass dieser Schritt ermögliche, "IT-Arbeitslasten durch selbstschützende, einfach zu skalierende Dateisysteme zu verringern".

Dies sei nach Analystensicht für das Speichermanagement in Zukunft entscheidend, so Michael Tso. Zudem sei man dadurch vorbereitet, auch den Anforderungen, die KI-Anwendungen und das maschinelle Lernen an Speichersysteme stellen, begegnen zu können.

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