Storage-Trends 2019

Daten stehen im Mittelpunkt der digitalen Transformation

| Autor / Redakteur: Roland Stritt* / Tina Billo

Roland Stritt wagt eine Blick in die Zukunft - welche Storage-Trends das kommende Jahr bestimmen könnten, verrät er Storage-Insider.
Roland Stritt wagt eine Blick in die Zukunft - welche Storage-Trends das kommende Jahr bestimmen könnten, verrät er Storage-Insider. (Bild: Rubrik)

Auch im kommenden Jahr werden Themen rund um die digitale Transformation die Technologie-Bühne beherrschen. Hauptdarsteller bleiben dabei Daten und besetzen auch künftig wichtige Rollen. Davon leiten sich auch die zu erwartenden Marktentwicklungen ab.

Hierzu zählt unter anderem, dass die Cloud weiterhin an Akzeptanz gewinnt. Davon wird vor allem Google profitieren, Marktanteile ausbauen und im Laufe des nächsten Jahres zu einem noch bedeutenderen Akteur avancieren.

Public-Cloud- und Hybride-Cloud-Angebote werden sich zunehmend spezialisieren, woraus maßgeschneiderte Angebote für verschiedene Branchen und spezifische Workload-Typen sowie neue SaaS-, PaaS- und Cloud-Service-Angebote hervorgehen werden.

Die Branche hat zudem erst begonnen, die Bedeutung und Anwendungsfälle von Metadaten aufzudecken. Zu erwarten sind im nächsten Jahr neue Softwareangebote, die Erkenntnisse aus Metadaten erschließen und die Analytik intelligenter machen.

Daten werden anders gespeichert und genutzt

Generell verändert sich die Art und Weise, wie und wo Daten in heutigen Infrastrukturen gespeichert und wie sie genutzt werden. Die Speicherung erfolgt heute in Public/Private Clouds, in IoT-Geräten, am Netzwerk-Edge sowie auf mobilen Geräten und neuen Medien unter Verwendung neuer Protokolle. Es gibt eine Vielfalt von Datenstrukturen, Containern und Schnittstellen, die datengesteuerte Anwendungsfälle wie Analysen, Self-Service-Mandantenfähigkeit, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen unterstützen.

Im Jahr 2019 wird es neue Innovationen im Datenmanagement geben, um den Anforderungen an den Schutz und die Verwaltung von Daten in diesen neuen hybriden Cloud-Umgebungen gerecht zu werden.

Die Infrastruktur rückt in den Hintergrund

Ging es beim herkömmlichen Speichermanagement um die Verwaltung der Speicherhardware und der darin enthaltenen Daten, dreht sich nun alles um die Verwaltung der Daten, unabhängig von der zugrundeliegenden Infrastruktur. Um mit den sich ändernden Anforderungen Schritt zu halten, wandte sich die Datenmanagementbranche bereits an die Open-Source-Community, um neue Tools und Funktionen zur Erweiterung ihrer Produkte bereitzustellen.

Da es jedoch an Interoperabilität zwischen den Produkten mangelte, stand bislang keine integrierte einheitliche Lösung zur Verfügung, um Daten in modernen Hybrid-Clouds und neuen verteilten Umgebungen vollständig zu verwalten und zu sichern.

Neue Generation des Datenmanagements

2019 wird sich eine neue Generation des Datenmanagements für hybride Cloud-Umgebungen durchsetzen. Eine entsprechende Lösung wird vielfältigen Anforderungen an Datensicherung, Geschäftskontinuität, Archivierung/Aufbewahrung, Compliance, Data Governance, Kapazitätsoptimierung und Transparenz gerecht werden. Die Branche wird ihre Fähigkeiten durch Allianzen, Akquisitionen und native Entwicklung erweitern, um alle erforderlichen Komponenten in einem Produkt bereitzustellen.

Dies wird künftig die Datenverwaltung vereinfachen, indem sich der gesamte verteilte Datenbestand auf einer Oberfläche sichern, verwalten und dokumentieren lässt. Eine solche, zeitgemäße Datenmanagementlösung muss alle Geschäftsanforderungen und Datennutzungsszenarien abdecken.

Geschäftskontinuität

Eine weitere Anforderung ist die Geschäftskontinuität, die durch zuverlässige Datensicherung gewährleistet werden soll. Dies ist besonders wichtig vor dem Hintergrund von Ransomware und anderen Malware-Angriffen, die immer anspruchsvoller werden und 2019 weiter zunehmen dürften. Hinzu kommen Katastrophenszenarien infolge des Klimawandels, vor denen Rechenzentren geschützt werden müssen.

Datensicherung, Datenschutz und Datenverwaltung müssen sich weiterentwickeln in Richtung intelligenter und effizienter Wege zur Vermeidung von Betriebsunterbrechungen. Eine solide Datenmanagementstrategie und ein effektiver Disaster-Recovery-Plan werden künftig daher noch wichtiger sein für die Wahrung der Geschäftskontinuität.

Neue Anwendungsfälle

Der Einsatz neuer Anwendungen und Anwendungsfälle wie Analytik, maschinelles Lernen (ML) und künstliche Intelligenz (KI) wird 2019 zunehmen. Hier wird eine Kapazitätsoptimierung unerlässlich sein, um die Speicherkosten im Griff zu behalten. Anderenfalls könnte die digitale Transformation durch das IT-Budget ausgebremst werden.

Neben der schnellen Verfügbarkeit von "heißen" Daten für neue Analytik- und ML/KI-Anwendungen werden sich Unternehmen auch über die langfristige "kalte" Speicherung Gedanken machen müssen. Der Speicherbedarf wird 2019 weiterwachsen, da mehr Daten als je zuvor verwendet und produziert werden. Da die Halbleitertechnologie immer preiswerter wird, könnte diese im kommenden Jahr zu einer Alternative für eine effiziente langfristige Speicherung avancieren.

Langfristige Archivierung

Schließlich wird es auch darum gehen, nicht nur das Archivierungsproblem zu lösen, sondern den Überblick über die gerade verwendeten Daten zu behalten. Bereits heute sind laut Zahlen von Statista weltweit über 320 Millionen Workloads in Rechenzentren aktiv. Bis 2020 soll diese Zahl auf über 450 Millionen Workloads steigen, von denen mindestens die Hälfte aktiv in der Public Cloud laufen wird. Die verstärkte Nutzung der Public Cloud in der hybriden Cloud-Infrastruktur wird die Komplexität des Datenmanagements erhöhen.

Datentransparenz wird demnach entscheidend sein zur Optimierung von Hybrid-Cloud-Umgebungen. 2019 dürfte das Jahr werden, in dem die Fähigkeiten von Datenmanagementprodukten erweitert werden, um Daten effizient zu verwalten und gleichzeitig die Kosten während dieser digitalen Transformation nicht aus den Augen zu verlieren.

Compliance bezüglich neuer Verordnungen

Der Überblick über gerade verwendete, aber auch gespeicherte Daten, also alle Daten im Unternehmen wird im kommenden Jahr noch wichtiger sein. Die Schonzeit nach der Einführung der DSGVO- und NIS-Regularien im Mai 2018 dürfte im neuen Jahr endgültig vorbei sein. Unternehmen werden ihre Compliance nachweisen oder anderenfalls mit hohen Geldbußen rechnen müssen.

Die Datenschutzverordnung für den elektronischen Geschäftsverkehr (ePrivacy Regulation) soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 umgesetzt werden. Sie soll den Fortschritten in der elektronischen Kommunikation und den damit verbundenen Daten in E-Mails, Nachrichten, Blogs, Websites und IoT-Geräten Rechnung tragen. Die Datenmanagementbranche sollte daher benutzerfreundliche Lösungen bereitstellen, um Unternehmen beim Nachweis und der Aufrechterhaltung der Compliance zu unterstützen.

Entwicklung und Test

Softwareentwicklung und -tests sind ein weiteres Thema, das Unternehmen im neuen Jahr beschäftigen wird. Ab 2019 wird die Nutzung von privaten, hybriden und öffentlichen Clouds sowohl für Dev/Test als auch für die Produktion für die Benutzer transparenter werden. So wird es keine Rolle mehr spielen, welche Cloud oder Kombinationen von Clouds für Entwicklungs- und Testprojekte verwendet wird. Durch den Einsatz von Containertechnologien, Automatisierung und schnellen Bereitstellungsprozessen wird die Anwendungsentwicklung nach dem „As-a-Service“-Prinzip betrieben werden.

Die Hardware wird, wie es die Cloud vorgemacht hat, auch vor Ort – im modernen, softwaredefinierten Rechenzentrum – weitgehend zur einer Ware, die nach Bedarf konsumiert wird, ansonsten aber im Hintergrund unauffällig ihren Dienst verrichtet. Daten rücken immer mehr in den Mittelpunkt und damit werden sich auch höhere Anforderungen an das Datenmanagement ergeben.

* Roland Stritt ist Director Channels EMEA bei Rubrik

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