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Bitkom-Umfrage belegt Bedeutung Daten treiben die deutsche Wirtschaft an

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage läuft in der deutschen Wirtschaft ohne Daten kaum noch etwas. Ein Großteil der Unternehmen aller Branchen misst Daten eine hohe Bedeutung bei.

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Der Einsatz von Daten ist für Unternehmen zu einem wichtigen Faktor geworden.
Der Einsatz von Daten ist für Unternehmen zu einem wichtigen Faktor geworden.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay / Pixabay )

Wie die Bitkom-Umfrage zeigt, hat die Datennutzung für 85 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten schon heute große oder sehr große Bedeutung. 91 Prozent sind davon überzeugt, dass dies auch in zwei Jahren noch sehr wichtig sein wird.

„Nur wer über Daten verfügt und sie vernünftig nutzt, wird künftig wirtschaftlich erfolgreich sein“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Rechtliche Vorgaben beim Datenschutz und im Kartellrecht müssen so gestaltet sein, dass innovative Geschäftsmodelle auch Luft zur Entwicklung haben“, fordert er.

Komplexe Szenarien sind selten

Laut dem Verband sammeln, analysieren und nutzen die meisten Unternehmen Daten intern. Nur acht Prozent verzichten darauf. Allerdings werden die Daten hauptsächlich für einfache Analysen genutzt, wie beispielsweise beim Personaleinsatz (74 Prozent) sowie der Finanzplanung und Liquiditätssteuerung (64 Prozent). Nur eine Minderheit setzt die Daten für vorbeugende Wartung (27 Prozent), Simulationen von Betriebsabläufen und Modellrechnungen (15 Prozent) oder Forschungszwecke (acht Prozent) ein.

Etwa die Hälfte (48 Prozent) nutzt Daten zur Einschätzung von Bestandskunden, aber nur 35 Prozent setzen die Informationen zur Neukundenakquise ein. Auch bei der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen (18 Prozent) herrscht eher Zurückhaltung beim Dateneinsatz. Nur zwölf Prozent der Firmen entwickeln datengetriebene neue Geschäftsmodelle.

Wege zu einfacherer Datennutzung

Laut den befragten Unternehmen gelten vor allem Kooperationen (48 Prozent) und die Ausweitung von Open-Data-Ansätzen (42 Prozent) als Wege, um die Datennutzung im eigenen Betrieb zu erleichtern. Knapp jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) wünscht sich ein europäisches Daten-Ökosystem, etwa ein Fünftel (18 Prozent) plädiert für den Ausbau und die Förderung von Datenmärkten oder treuhänderisch verwalteten Datenpools (16 Prozent). Schlusslicht ist dagegen die Einführung eines gesetzlich abgesicherten Anspruchs auf den Zugang zu Daten anderer Unternehmen (13 Prozent).

„Eine gesetzliche Pflicht zum Datenaustausch hilft den Unternehmen ganz offensichtlich am wenigsten“, so Berg. „Die Unternehmen sollten stattdessen möglichst viel Flexibilität bekommen, um über Verträge die notwendigen Regelungen selbst auszuhandeln und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen“, ergänzt der Bitkom-Präsident.

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