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Microsoft SQL Server 2019 – mehr Verbindungsmöglichkeiten, Linux und Container Der intelligenteste SQL Server aller Zeiten

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Mit SQL Server 2019 stellt Microsoft die neueste Version seines Datenbank-Servers zur Verfügung. Diese bietet zahlreiche Neuerungen, vor allem im Bereich Analyse und Linux-/Container-Unterstützung. Wir geben einen Überblick.

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Für KI-Lernmodelle geeignet: Microsoft SQL Server 2019.
Für KI-Lernmodelle geeignet: Microsoft SQL Server 2019.
(Bild: © Alex - stock.adobe.com)

Microsoft bezeichnet die neue Version 2019 seines SQL Servers selbst als „intelligente Datenbank“. Im Fokus der neuen Version steht eine wesentlich engere Verzahnung in Big-Data-Lösungen und mehr Leistung bei Abfragen und Verarbeitung von Daten. Die interne Versionsnummer von SQL Server 2019 ist übrigens 15.0.

Microsoft stellt SQL Server 2019 als Testversion zur Verfügung, die 180 Tage lang genutzt werden kann. An den Editionen Enterprise, Standard, Web, Developer und Express Editions hat sich nichts geändert.

Mit SQL Server 2019 verbessert Microsoft die Datenanalyse der Analysis-Services und verbessert die Zusammenarbeit mit Produkten im Big-Data-Bereich. Apache Spark und Hadoop lassen sich im SQL Server 2019 leichter verbinden. So können zum Beispiel Automatisierungs- und Verarbeitungsjobs von Spark mit SQL Server 2019 verbinden. Daten können zwischen SQL Server 2019, Apache Spark und dem Hadoop Distributed File System ausgetauscht werden.

Das ermöglicht das Speichern großer Datenmengen in HDFS, die von SQL Server verwaltet werden. Spark wurde dazu auch direkt in SQL Server 2019 integriert. Auch Java kann in SQL Server 2019 genutzt werden. Microsoft stellt dazu Verbesserungen bei den „Microsoft SQL Server Language Extensions“ zur Verfügung. Die Open Source kann bei GitHub heruntergeladen werden.

Linux, Container, Big Data und Daten aus verschiedenen Systemen integrieren

SQL Server 2019 kann auch auf Linux-Servern installiert werden. Auf Basis dieser Möglichkeit kann der neue SQL Server auch als Container in Docker eingebunden werden. Always-On-Verfügbarkeitsgruppen können über diesen Weg auch auf Basis von Linux-Servern und Containern eingeführt werden. Microsoft hat dazu „Single Virtual Data Layer“ integriert. Mit diesen können Daten aus und zu SQL Server 2019 in nahezu alle Arten von Software exportieren und importiert werden. SQL Server 2019 ist in der Lage, Deep-Learning-Workflows bereitzustellen und Tensorflow-Bibliotheken zu nutzen, auch zusammen mit Apache Spark.

SQL Server 2019 kann Daten aus MongoDB, Teradata und Oracle-Datenbanken auslesen. Dazu stellt Microsoft Konnektoren zur Verfügung. Mit diesen können Daten auch aus den externen Systemen importiert werden. Die importierten Daten können anschließend mit Apache Spark und HDFS weiterverarbeitet werden. Die Konnektoren auch direkte Verbindungen zu den Datenbanken herstellen und diese mit SQL Server 2019 so verbinden, dass auch hier Spark und HDFS nutzbar sind.

Mit SQL Server 2019 lassen sich also Cluster mit SQL Server erstellen, die Spark-, HDFS-Container und Kubernetes nutzen. Dabei wird SQL Server 2019 als Linux-Variante in Containern bereitgestellt. Hier wird auch Spark aktiviert. Die Verwaltung erfolgt über Kubernetes oder Azure Kubernetes Service. Die Daten werden in diesem Fall in HDFS abgelegt.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning in SQL Server 2019

Da SQL Server 2019 bezüglich der Datenverarbeitung mittlerweile sehr flexibel ist, sind keine Datawarehouses mehr notwendig, mit denen die Daten aufbereitet werden müssen. Microsoft zeigt die Möglichkeiten in einem Video: „SQL Server 2019 meets AI and Big Data | Best of Microsoft Ignite 2018“.

KI-Lernmodelle können auf SQL Server ML Services oder auf Spark ML setzen und auch hier Daten aus Microsoft SQL Server 2019 nutzen. Die Anbindung an Azure-Data-Studio-Notebooks ist ebenfalls möglich.

Mehr Sicherheit und Leistung mit SQL Server 2019

Die mit SQL Server 2016 eingeführte Verschlüsselung, bei der alle Daten dauerhaft verschlüsselt werden, selbst für Administratoren, wird in SQL Server 2019 verbessert. Die einzigen Operationen, die SQL Server 2016 mit verschlüsselten Daten durchführen kann, sind Gleichheitsvergleiche. Alle anderen Operationen oder Berechnungen werden in der Datenbank nicht unterstützt. Benutzer müssen ihre Daten also aus der Datenbank verschieben, um solche Aktionen durchzuführen.

Always Encrypted with Secure Enclaves in SQL Server 2019 erlaubt Berechnungen von Klartextdaten innerhalb einer sicheren Enklave auf der Serverseite. Eine sichere Enklave ist eine geschützte Speicherregion innerhalb des SQL Server-Prozesses. Diese erscheint als Black Box für den Rest des SQL Servers und andere Prozesse auf dem Server. Es gibt keine Möglichkeit, Daten oder Code von außen zu nutzen, auch nicht mit einem Debugger.

Always Encrypted with Secure Enclaves in SQL Server 2019.
Always Encrypted with Secure Enclaves in SQL Server 2019.
(Bild: Microsoft)

SQL Server 2019 bietet eine bessere Sicherheit durch die transparente Datenverschlüsselung (TDE). Aktive Transaktionen können zeitweise pausiert werden, wenn der Server durch die Verschlüsselung zu stark belastet wird. Stehen wieder genügend Ressourcen zur Verfügung, wird der Vorgang fortgeführt.

Neben der verbesserten Sicherheit des Servers wird auch die Leistung verbessert. Mit Intelligent Query Processing (IQP) sollen Abfragen wesentlich beschleunigt werden. Dazu gibt es eine neue Funktion, die Daten schneller ausgibt, aber weniger genau ist. Das ermöglicht es Entwicklern, flexibler zu steuern, welche Daten in welcher Geschwindigkeit ausgegeben werden dürfen und wie genau das Ergebnis sein soll. SQL Server 2019 ermöglicht das Erstellen eines Snapshots von Datenbanken, die nicht beschreibbar sind. Diese lassen sich für Berichte nutzen, was die produktive Datenbank deutlich entlastet.

Wer SQL Server 2019 als In-Memory-Datenbank nutzt, soll ebenfalls deutliche Leistungsverbesserungen erhalten. Das wird auch dadurch erreicht, dass noch mehr Daten im Arbeitsspeicher abgelegt werden, unter anderem auch die TempDB und deren Metadaten.

Unternehmen, die SQL-Server-Lizenzen mit Software-Assurance nutzen, können weiterhin eine passive Instanz von SQL Server für hochverfügbare Konfigurationen kostenlos nutzen. Seit dem 1. November darf jeder Software-Assurance-Kunde von SQL Server weitere Möglichkeiten kostenfrei nutzen. Dazu gehört auch eine passive SQL-Server-Instanz in Microsoft Azure.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist