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60 Jahre Tape - k(l)eine Gedenkrede, Teil 2 Der Markt begrüßte den LTO-Standard

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke / Rainer Graefen

Die rasche Konzentration des Tape-Markts auf die Produkte einer Herstellergruppe war so nicht vorhersehbar. Zuvor waren viele Versuche gescheitert sich auf einige wenige Datenaustauschformate zu einigen. Die LTO-Allianz setzte den Grabstein für viele Tape-Protagonisten.

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So ähnlich dürfte der Versuchsaufbau aussehen, wenn im Labor die 100 TByte Tape-Technik entwickelt wird.
So ähnlich dürfte der Versuchsaufbau aussehen, wenn im Labor die 100 TByte Tape-Technik entwickelt wird.
(IBM)

Die Einführung von LTO als erste standardisierte Magnetbandtechnik durch die Firmen IBM, HP und Seagate im Jahr 2000 brachte Sony schnell zur Aufkündigung der eigenen robusten AIT-Technik . Andere Hersteller wie Exabyte mit dem VXA- oder Tandberg mit dem SLR-Format gingen sang- und klanglos unter.

Nur Quantum versuchte sich gegen den neuen Mainstream zu stemmen, musste zum Schluss aber das eigene etablierte Super-DLT-Format aufgeben und zur übermächtigen Konkurrenz überlaufen. Quantum erwarb von Seagate die LTO-Lizenz.

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Im Einstiegssegment hielt sich Sonys und HPs DAT-Format wacker und sattelt auf die mehrfach abgekündigte Technik immer wieder eine neue Generation drauf, bis ihr die USB-Festplatten größere Marktsegmente bei der Datensicherung streitig machten.

Half Inch und die Entstehung von LTO

Das ursprüngliche Reel-to-Reel-Band entwickelte sich zu einem Standardformat mit einer Breite von einem halben Zoll (1/2-Inch). Dieser folgten zahlreiche Nachfolger, die bis in die heutige Zeit in der IBM-Grossrechnerwelt überleben.

Noch heute offeriert IBM mit dem Format 3592 (Jaguar) Ahnen der Rollentechnik auf Basis von einem halben Zoll, bei denen die Spulen jedoch nicht mehr frei liegen, sondern in einer Bandkassette residieren. Natürlich kann die heutige Technik nicht mit damals verglichen werden.

Bild 1: Die ersten Überlegungen zu IBMs zukünftiger LTO-Produktpalette auf einer Originalfolie vom September 2000.
Bild 1: Die ersten Überlegungen zu IBMs zukünftiger LTO-Produktpalette auf einer Originalfolie vom September 2000.
(IBM)

Neben IBM kamen auch andere Hersteller auf die Idee, das auf eine einzelne Spule gewickelte Band in einer schützenden Kassette (Cartridge) unterzubringen. Beim Betrieb zieht das Bandlaufwerk das Band aus der Kassette und wickelt es auf eine interne Spule um.

Linear Tape Open

Wie der Name schon andeutet, sollte LTO als offener Standard dem Quantum-proprietären DLT von Anfang an Konkurrenz machen und ein entsprechendes Gegengewicht darstellen. Initiatoren von LTO und die sogenannten „Technology Provider Companies“ sind HP, Seagate und IBM.

Die Spezifikationen von LTO wurden 1997 und 1998 entwickelt, um als erster Bandtechnologie-Standard auf den Markt zu kommen, um den damals herrschenden Wildwuchs an unterschiedlichen Technologien und Medien zu stoppen.

LTO ist sowohl von der Technologie als auch vom Medium her ein offizieller ISO-Standard mit entsprechender ECMA-Nummer, der definiert wie beliebige LTO-Medien zu gestalten sind, damit sie auf jedem herstellerspezifischen LTO-Laufwerk funktionsfähig sind.

Bild 2: Die Farbgebung der LTO-Cartridges ist für farbenblinde Menschen gedacht.
Bild 2: Die Farbgebung der LTO-Cartridges ist für farbenblinde Menschen gedacht.
(IBM)

Heute haben über 30 Firmen die Fertigungslizenzen von der LTO erworben. Hinzu kommen zusätzlich die OEM-Abkommen, die die ersten Entwicklungsfirmen IBM, HP und Seagate eingegangen sind.

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