Umfrage von Avanade Der späte Weg in die Cloud und deren Tücken

Autor: Heidi Schuster

Eine Studie von Avanade zeigt auf, dass die meisten IT-Entscheider bereuen, nicht schon vor der Pandemie mehr in Sachen Cloud unternommen zu haben, um ihr Unternehmen widerstandsfähiger auf Herausforderungen wie die Pandemie zu gestalten.

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Zwar haben durch die Pandemie viele Unternehmen den Weg in die Cloud gefunden, richtig rund läuft es damit aber nicht.
Zwar haben durch die Pandemie viele Unternehmen den Weg in die Cloud gefunden, richtig rund läuft es damit aber nicht.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Rund vier von fünf Entscheidern bereuen im Lichte der Corona-Pandemie Versäumnisse bei der Umsetzung von Cloud-Initiativen. Das kam bei einer Studie von Avanade und Vanson Bourne heraus. Die Zahl der reumütigen Befragten liegt weltweit bei 81 Prozent und deutschlandweit bei 77 Prozent. Immerhin folgen aus dieser kritischen Selbsteinschätzung auch konkrete Handlungen. So hat der Umfrage zufolge das einschneidende Erlebnis Corona immerhin einen Reflexionsprozess bei den Unternehmen eingeleitet: 76 Prozent der Befragten (Deutschland: 68 %) wollen demnach ihre Cloud-Strategie überdenken, und je 88 Prozent der weltweit und in Deutschland Befragten haben erkannt, dass die Cloud geschäftskritisch für sie ist. Außerdem gaben 83 Prozent der Studienteilnehmer an, die Einführung von Cloud-Services beschleunigt zu haben (Deutschland: 82 %).

Dass sich ein entsprechendes Engagement für die Aktiven auszahlt, bestätigt die Studie: 91 Prozent der Befragten (Deutschland: 87 %) gaben an, dass sie dank ihrer Cloud-Nutzung mit den Corona-bedingten Herausforderungen fertig werden konnten; immerhin 22 Prozent davon (Deutschland: 17 %) haben das sogar innerhalb weniger Tage bewerkstelligt. Und nur jeweils drei Prozent sind der Meinung, die Cloud habe keinen positiven Wertbeitrag rund um die Pandemie für ihr Unternehmen geliefert.

Hindernisse auf dem Weg in die Cloud

Als größte Herausforderung für einen erfolgreichen Cloud-Einsatz gaben die Befragten weltweit mit 32 Prozent die durch ihre aktuell verwendeten Technologien auferlegten Beschränkungen an. In Deutschland lag dieser Wert mit 27 Prozent niedriger. Hierzulande sahen die Teilnehmer fehlende Kenntnisse und Erfahrungswerte als größtes Hindernis – ein Wert, der deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 26 Prozent liegt. Global und in Deutschland spielt darüber hinaus mit je 31 Prozent die nicht für einen gemeinsamen Cloud-Einsatz geeignete On-Premises-Infrastruktur eine wichtige Rolle, wenn es um die größten Hindernisse geht. In Deutschland waren in dieser Kategorie, in der Mehrfachantworten möglich waren, zudem uneindeutige Cloud-Strategien ein wichtiger Aspekt.

„Die Tatsache, dass es bei dieser Studie einige Lichtblicke gibt, dürfen nicht über die teils langen Schatten hinwegtäuschen. Wenn zum Beispiel 88 Prozent der Entscheider die Bedeutung der Cloud erkannt haben, muss die Frage erlaubt sein: Warum war hier erst eine Pandemie nötig? Und wenn zwei Drittel der Unternehmen ihre Strategie überdenken müssen, impliziert das eine deutlich zu hohe Fehlerquote“, kommentiert Robert Horndasch, Executive bei Avanade Deutschland, die Umfrageergebnisse. „Eine Lesart dieser Ergebnisse lautet: Nach langem Zögern nutzen zwar inzwischen die meisten Unternehmen hierzulande die Cloud. Doch von einer erfolgreichen Skalierung sind sie ein gutes Stück entfernt. Das ständige Nachjustieren und Anpassen von Strategien, Szenarien und Services fehlt vielerorts noch. So leiden sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Kosten.“

Über die Studie

Insgesamt hat Vanson Bourne für Avanade 600 Entscheidungsträger weltweit befragt, über die Hälfte davon in Großunternehmen. Der Erhebungszeitraum lag in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 – also zwischen der ersten und zweiten großen Welle der Corona-Pandemie.

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien