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ASG Technologies stellt neuartiges Tool vor Der Wertschöpfungsprozess auf einen Blick

| Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

Der Erfolg der Digitalisierung lebt von umgestalteten digitalen Wertschöpfungsprozessen. Sie überschreiten in der Regel System- und Anwendungsgrenzen. Doch wie kann man solche komplexen Konstruktionen sinnvoll verwalten? Und wie die generierten Daten optimal nutzen? Der traditionsreiche US-Anbieter ASG Technologies hat sich auf entsprechende Tools spezialisiert.

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Wertschöpfungsprozesse können beispielsweise auch Public Clouds umfassen.
Wertschöpfungsprozesse können beispielsweise auch Public Clouds umfassen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Motto des Hybrid-Cloud- und Datenzeitalters lautet: „Brecht alte Wertschöpfungsketten auf, baut neue und nutzt dazu die im Unternehmen vorhandenen oder andere Daten, an die man einfach herankommt!“

Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn Daten liegen normalerweise in sorgfältig voneinander getrennten Silos. Kaum jemand hat den Überblick über sämtliche Datenbestände, und die Möglichkeiten von Unternehmen, alle diese Daten sinnvoll zu nutzen, stecken noch in den Kinderschuhen.

Das Gleiche gilt für die entstehenden komplexen digitalen Wertschöpfungsketten. Denn sie überschreiten in aller Regel sämtliche Software- und Systemgrenzen. Oft spielen Komponenten, die auf Mainframes liegen, genauso mit wie irgendwelche containerisierten Services aus der Public Cloud und transaktionsorientierte Datenbankserver im Unternehmensrechenzentrum. Vielleicht gibt es auch noch ein Edge-System, das irgendwo in der Peripherie Daten sammelt oder Maschinen überwacht.

Das alles muss überwacht und gesteuert werden, und zwar möglichst einheitlich. Für diesen Zweck hat ASG Technologies nun ein neuartiges Tool entwickelt. „ASG Enterprise Orchestrator“ überblickt Wertschöpfungsprozesse von Ende zu Ende. Dabei können diese viele der gebräuchlichen Hard- und Software-Umgebungen umfassen. Zum Beispiel die Public Clouds von AWS, Microsoft Azure und Google, IBM-Mainframes, wichtige Services wie Dropbox oder MS OneDrive, Docker, Anwendungen wie Oracle, PeopleSoft, SAP und andere.

Lösung für viele Betriebssysteme

Unterstützt werden neben Microsoft-Betriebssystemen auch die bekannten Unix- und Linux-Derivate, nicht aber das im deutschsprachigen Bereich durchaus noch vorkommende BS/2000. „Bei Linux/Unix kann es aber Unterschiede im Prozessmanagement geben“, sagt Boris Kraaz, der seit sechs Monaten den Presales von ASG im deutschsprachigen Raum steuert.

Allerdings ist es auch möglich, derzeit nicht abgedeckte Stacks und auch andere Applikationen über APIs „in einer Art Baukastensystem“ (Kraaz) einzubinden. Das kostet aber zusätzliches Geld für Beratung respektive Arbeit. Außerdem passt der ASG Enterprise Orchestrator auch zu DevOps-Prozessen im Entwicklungsbereich. Letzteres, so Kraaz im Interview mit Storage-Insider, sei bislang ein Alleinstellungsmerkmal.

Alle Daten eines Wertschöpfungsprozesses werden in einem einzigen Dashboard zusammengeführt und der Prozess visualisiert. Dort sieht man zentral, wo es im betreffenden Prozess gegebenenfalls hakt und was dadurch beeinträchtigt wird, und kann der Ursache nachgehen. Es ist aber auch möglich, am Dashboard neue Wertschöpfungsprozesse und Datenbanken zu definieren.

US-Beta-Kunden haben den ASG Enterprise Orchestrator bereits erfolgreich ausprobiert, nun kommt er weltweit auf den breiten Markt. Eine As-a-Service-Lösung von ASG Technologies ist vorläufig nicht geplant. Kunden müssen Lizenzen kaufen, wobei sich deren Preis nach der Zahl der Server und den gewählten Optionen bemisst.

ASG Technologies, eine inzwischen rund 30 Jahre alte Software-Firma, hat weltweit rund 3.500 Kunden und etwa 1.000 Angestellte. Ansonsten ist man hinsichtlich der Geschäftszahlen schweigsam. Auch wie viele Mitarbeiter etwa in Deutschland beschäftigt sind, bleibt ein Geheimnis, da ASG nicht börsennotiert und damit nicht berichtspflichtig ist.

Zielgruppe des Unternehmens sind traditionell Großunternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Gut vertreten sind dabei die Banken und Finanzinstitutionen sowie der öffentliche Bereich. Beispielsweise arbeiten Postbank und NordLB mit ASG Technologies zusammen. Diese Kunden haben im Zeitalter der Compliance ein brennendes Problem: rechtskonforme Datenhaltung, automatisierte Steuerung der Wertschöpfungsprozesse und Content Management, einschließlich sinnvoller Analysen des vorliegenden Datenmaterials.

ASG Enterprise Orchestrator analysiert Wertschöpfungsprozesse Stack-übergreifend.
ASG Enterprise Orchestrator analysiert Wertschöpfungsprozesse Stack-übergreifend.
(Bild: ASG)

Zweites ASG-Standbein: Enterprise Information Management

Das Enterprise Information Management (EIM) ist das zweite Standbein der Software-Firma, die ansonsten aus dem IT-Management-Sektor kommt. Beim EIM hat man sich auf die eher Compliance-orientierte Data Intelligence und auf das Content Management spezialisiert.

Auch im Bereich Content Management gab es jüngst Neuerungen: Die Plattform ASG Mobius Content Services Platform wurde in Version 10.1 freigegeben. ASG Mobius Content Services Platform war ursprünglich ein selbständiges Unternehmen und entwickelte die gleichnamige Software. Nach einem Aufkauf durch ASG vor einiger Zeit wurde die Software sukzessive weiter ausgebaut.

Version 10.1 reichert sie etwa um Revision Services an. Mit ihnen kann man bereits archivierte Dokumente verändern und ablegen, ohne die Integrität des Originaldokuments zu gefährden. Weitere Neuerungen: OCR-Funktionen, mehr Anonymisierungsoptionen und die Möglichkeit, feinere Regeln zu definieren. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit Cloud-Umgebungen verbessert. Rund 300 Kunden weltweit nutzen ASG Mobius Content Services Platform; sie erhalten die neue Version kostenlos.

Kooperation mit 4th-IR

Insbesondere der Bereich Data Intelligence könnte von einer jüngst verkündeten Kooperation profitieren: ASG Technologies gab im Februar eine entsprechende Vereinbarung mit 4th-IR bekannt. Das 2016 gegründete Start-up hat heute Niederlassungen in New York, Luzern und Kanada.

Seine Spezialität: neue Technologien wie Bild- und Sprachverarbeitung, Deep und Machine Learning anzuwenden, um bezahlbare AI-gestützte Desktop-Lösungen zu entwickeln. Neben Medizin und Biowissenschaften hat die junge Firma bislang auch schon für Kunden aus dem Finanzsektor gearbeitet. Daraus ergeben sich Synergien mit dem Kundenkreis von ASG Technologies. Einige Kunden aus Finanz- und Gesundheitsbranche arbeiten bereits an Pilotierungen, die Technologien beider Unternehmen nutzen.

Die 4th-IR-Technologien sollen das Datenmanagement von ASG effektiver gestalten und wurden in eine Reihe von Applikationen für spezifische Use-Cases eingebaut. Ein Beispiel ist der Virtual Data Steward für die automatisierte Identifikation, das Tracking und die Governance kritischer Datenelemente. Weitere Funktionen, die 4th-IR-Technologien nutzen, sind das Tagging von kritischen Datenelementen und personenbezogenen Informationen oder der Conceptual Mapper, der geschäftliche Begriffe auf technische Metadaten abbildet.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger