Interview zum Thema Big Data

„Die Bearbeitung gigantischer Datenmengen ist große Herausforderung und Chance zugleich“

| Redakteur: Nico Litzel

Storage-Insider.de sprach mit (von links nach rechts) Dr. Carsten Bange, Dr. Wolfgang Martin (beide BARC) und Holger Stelz von Uniserv
Storage-Insider.de sprach mit (von links nach rechts) Dr. Carsten Bange, Dr. Wolfgang Martin (beide BARC) und Holger Stelz von Uniserv

Big Data – die explodierenden Datenmengen werden für immer mehr Unternehmen zu einer großen Herausforderung. Weltweit verdoppelt sich die Datenmenge alle 18 Monate. Storage-Insider.de hat sich mit den drei Experten Dr. Wolfgang Martin und Dr. Carsten Bange vom Forschungs- und Beratungsinstitut BARC sowie Holger Stelz von Uniserv unterhalten.

Storage-Insider.de: Big Data ist momentan ein Schlagwort, an dem keiner mehr vorbei kommt. Massendatenverarbeitung gibt es aber schon länger. Was ist das Neue daran, was verbirgt sich heute hinter dem Begriff?

Martin: Das Thema ist in der Tat nicht neu und geht zurück bis in die 90er-Jahre. Damals sprach man von data deluge – der Datenflut. Jetzt erlebt der Begriff ein Revival, zunächst einmal als ein hauptsächlich technologisches Thema, das sich peu à peu ganz vorsichtig in Richtung Business entwickelt.

Bange: Mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk nicht nur auf den Tools. Bei Big Data geht es auch immer um Verfahren und Methoden für die hochskalierbare Sammlung und Analyse von Daten, die in verschiedenen, häufig nicht vorhersagbaren Strukturen vorliegen. Große Datenmengen und Anwenderzahlen müssen sehr schnell auswertbar sein – möglichst in Real-Time.

Martin: Big Data lässt sich mit den berühmten drei V beschreiben: Volume, Variety und Velocity. Das Volumen betrifft die riesige Datenmenge, die zu verarbeiten ist. Zur Veranschaulichung: Allein in 2012 wird mit einem Datenplus von 2,5 Zettabyte – das sind 2,5 Billionen Gigabyte – gerechnet. Variety steht für die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit der Quellen. Prominenteste Datenproduzenten sind momentan die sozialen Medien. Bedenken Sie die Massen, die allein 900 Millionen Facebook-Mitglieder täglich erzeugen. Aber auch das mobile Internet mit seinen Verbindungsdatensätzen und Lokalisierungsdaten sowie Ablesegeräte, Sensoren und RFID-Chips sind nicht zu unterschätzende Datenlieferanten. Die dritte Komponente, Velocity, trägt der Anforderung Rechnung, all diese Daten jetzt und in Echtzeit analysieren zu müssen: Viele dieser Quellen sprudeln stetig und erzeugen fortwährend Datenströme.

Bange: Eine wesentliche Neuerung ist die integrierte Analyse polystrukturierter Daten. Das gab es so vorher nicht. Erst durch die vielen verschiedenen Datenproduzenten, wie sie Herr Dr. Martin nennt, ist diese Integration von strukturierten, semi- und unstrukturierten Daten zur Analyse notwendig geworden. Diese Art der Analyse wird zwar schon lang überlegt, aber jetzt gibt es auch immer mehr konkrete nutzenstiftende Anwendungsfälle in verschiedensten Branchen.

Ergänzendes zum Thema
 
Uniserv Innovative 2012

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