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IT-Awards 2025 Die beliebtesten Archivierungsanbieter 2025

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Wer Daten nicht richtig archiviert, riskiert Kopf und Kragen: Wachsende Datenfluten, immer schlauere Cyberangriffe und strenge Compliance-Vorgaben lassen die vermeintlich einfache Ablage schnell zum Risikofaktor werden. Nur eine durchdachte und rechtskonforme Archivierungsstrategie kann rechtliche Stolperfallen und teure Ausfälle vermeiden.

Archivierungslösungen müssen gewährleisten, dass Daten über Jahre oder Jahrzehnte hinweg unverfälscht bleiben.(Bild:  © Andrii – stock.adobe.com / KI-generiert)
Archivierungslösungen müssen gewährleisten, dass Daten über Jahre oder Jahrzehnte hinweg unverfälscht bleiben.
(Bild: © Andrii – stock.adobe.com / KI-generiert)

Im Geschäftsalltag ist die dauerhafte Verfügbarkeit sensibler Informationen selbstverständlich geworden. Doch die bloße Ablage auf einem beliebigen Speicher reicht nicht aus. So schreibt etwa das Steuer- und Handelsrecht in vielen Rechtsordnungen Aufbewahrungsfristen vor, die je nach Dokumentart variieren: In Deutschland beispielsweise gelten für Jahresabschlüsse zehn, für Buchungsbelege acht und für andere Geschäftsunterlagen oft sechs Jahre. Hinzu kommen neue regulatorische Vorgaben wie der EU Data Act und der AI Act. Diese Vorschriften verschärfen die Rahmenbedingungen für Datenhaltung, Interoperabilität und Transparenz erheblich. Neben der reinen Verfügbarkeit müssen archivierte Informationen zudem maschinell auswertbar und gegen Manipulation gesichert sein.

Die Leser von Storage-Insider haben für die IT-Awards 2025 abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei bei unseren Leserinnen und Lesern beliebtesten Anbieter von Archivierungslösungen 2025:

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Archivierung ist mehr als Backup

Ein häufiges Missverständnis besteht in der Gleichsetzung von Archivierung und Backup. Während Backups vor allem dazu dienen, im Katastrophenfall den laufenden Betrieb schnell wiederherzustellen, verfolgt die Archivierung einen anderen Zweck: Sie soll Daten langfristig, unveränderbar und compliancekonform aufbewahren. Dazu zählen Geschäftsdokumente, Verträge, Kundeninformationen, Entwicklungsdaten, E-Mails oder andere geschäftskritische Informationen.

Archivierungslösungen müssen daher gewährleisten, dass Daten über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg unverfälscht bleiben. Techniken wie WORM („Write Once, Read Many“) oder moderne Immutable-Storage-Ansätze stellen dies technisch sicher: Einmal gespeicherte Inhalte können nicht nachträglich verändert oder gelöscht werden. Solche Mechanismen erfordern jedoch neben der technischen Konfiguration auch robuste organisatorische Prozesse: klare Richtlinien, sorgfältiges Schlüsselmanagement und dokumentierte Prüfpfade. Nur so lassen sich Verstöße gegen Compliance-Anforderungen vermeiden, die empfindliche Strafen nach sich ziehen können.

Cloud, KI und Sicherheit im Fokus

Technisch gehören Archivdaten weiterhin in die Kategorie „Cold Storage“: Sie werden selten abgerufen, müssen aber jederzeit zuverlässig zur Verfügung stehen. Neben klassischen Tape- und Festplattensystemen gewinnen Cloud-Archive und hybride Ansätze weiter an Bedeutung. Innerhalb der EU erhalten souveräne Clouds starken politischen Rückenwind. Sie versprechen Datenlokalität, rechtliche Konformität mit europäischen Datenschutzvorgaben sowie flexible Skalierbarkeit und planbare Kosten. Ob sie für ein Unternehmen die optimale Wahl sind, hängt allerdings von Branche, Datensensitivität, Kosten und verfügbaren Anbietern ab.

Neu hinzugekommen ist der verstärkte KI-Einsatz. KI-gestützte Archivplattformen unterstützen bei der automatischen Klassifizierung, Anreicherung von Metadaten und Umsetzung von Aufbewahrungsrichtlinien. Gleichzeitig eröffnen generative KI-Modelle neue Möglichkeiten in der Recherche: Anstatt über Schlagwortsuche zu arbeiten, können Anwender Informationen kontextbasiert und semantisch erschließen. Doch bei aller Euphorie ist Vorsicht geboten: Falsche Klassifikationen, Bias in Trainingsdaten sowie Fragen der Erklärbarkeit und des Datenschutzes erfordern professionelle Governance und kontinuierliche Qualitätskontrolle. Eine solide Metadatenbasis und validierte Trainingsdaten bleiben unverzichtbar. Ergänzt wird dies durch OCR-Funktionalität, Deduplizierung und intelligente Kompression zur Entlastung der Speicherressourcen.

Auch die Sicherheitsarchitektur der Archive entwickelt sich weiter. Angesichts zunehmender Ransomware-Angriffe rücken Zero-Trust-Strategien und mehrschichtige Zugriffskontrollen in den Vordergrund. Archivsysteme sind heute fester Bestandteil von Incident-Response-Plänen und damit nicht mehr nur passiver Datenspeicher, sondern aktiver Baustein der Cyber-Resilienz.

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Nachhaltigkeit und Governance gewinnen an Gewicht

Neben Sicherheit und Compliance spielt auch Nachhaltigkeit eine größere Rolle. Investoren und Aufsichtsbehörden achten verstärkt auf CO2-Bilanzen von IT-Infrastrukturen. Archivierungslösungen auf Tape gelten dabei als besonders energieeffizient für „Cold Data“, da sie im Ruhezustand nahezu keine Energie verbrauchen. Dennoch sollten Unternehmen eine differenzierte Betrachtung vornehmen: Die Gesamt-CO2-Bilanz hängt von zahlreichen Faktoren ab: Zugriffsfrequenz, Retrieval-Kosten, Transport, Lifecycle-Management und bei Cloud-Lösungen von der Nutzung erneuerbarer Energien durch den Provider. Eine fundierte Total-Cost-of-Ownership- und CO2-Rechnung ist daher für die Technologiewahl unerlässlich. Hersteller arbeiten parallel an stromsparenden Technologien bei Festplatten und setzen verstärkt auf Green-IT-Strategien.

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Zudem wird die Archivierung stärker in umfassende Data-Governance-Konzepte eingebettet. Unternehmen verfolgen nicht mehr allein die Pflicht zur Aufbewahrung, sondern sehen im strukturierten Data-Lifecycle-Management einen Wettbewerbsvorteil: Daten werden nach Geschäftswert und Risiko klassifiziert, automatisiert abgelegt und bei Bedarf regelkonform gelöscht. Damit wird die Archivierung vom reinen Compliance-Thema zum strategischen Instrument der Unternehmenssteuerung.

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