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Die beliebtesten Scale-out-Storage-Systeme 2018

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Scale-out Storage erleichtert Unternehmen die flexible Skalierbarkeit und Verfügbarkeit ihrer Speichersysteme bei schnell wachsenden Datenbeständen.
Scale-out Storage erleichtert Unternehmen die flexible Skalierbarkeit und Verfügbarkeit ihrer Speichersysteme bei schnell wachsenden Datenbeständen. (© jackykids - stock.adobe.com)

Das Datenwachstum schreitet nahezu ungebremst voran und bringt Unternehmen bei der Wahl effizienter Speichersysteme ins Schwitzen. Scale-out Storage bietet hier einen Lösungsansatz, der dank seiner Flexibilität und Skalierbarkeit für viele datenintensive Anwendungsszenarien geeignet ist. Derartige Systeme kommen vor allem in Großunternehmen zum Einsatz, halten aber auch zunehmend im Mittelstand Einzug.

Bei Speichersystemen nach dem Scale-out-Prinzip handelt es sich um horizontal skalierbare Lösungen. Sie bestehen aus einer Vielzahl an Serverknoten („Nodes“), die als ein Gesamtsystem („Cluster“) agieren. Sowohl Speicherkapazität als auch Rechenleistung lassen sich dank dieses Aufbaus praktisch beliebig erweitern. Da die Nodes zu einem logischen System zusammengefasst sind, ist eine zentrale Administration möglich und im Alltag ohne übermäßigen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Aufgrund des hohen Automatisierungsgrades bleibt der Verwaltungsumfang auch bei stetig wachsenden Clustern nahezu gleich.

Stehen Veränderungen wie etwa ein erhöhter Speicherplatzbedarf an, lassen sich vorhandene Server zunächst bis an ihre jeweiligen Limitierungen ausbauen („Scale-up“). Reicht das nicht mehr aus, wird der Speicherpool um zusätzliche Nodes ergänzt („Scale-out“). Dies geschieht im Idealfall nahtlos und verursacht keine Unterbrechungen im laufenden Betrieb. Das System reorganisiert nach Integration des neuen Knotens automatisch die vorhandenen Daten und sorgt somit für eine gleichmäßige Auslastung des Clusters. Zusätzliche Knoten erweitern zudem die vorhandene Gesamtrechenleistung und Bandbreite, da sie neben Speicherressourcen auch weitere Controller, Prozessoren, RAM und Netzwerkhardware bereitstellen. Skalierungseinschränkungen, wie sie etwa bei klassischen Storage-Arrays zu erwarten sind, treten somit nicht auf. Für Datensicherheit sorgt die selbstständige Replikation der gespeicherten Daten auf mehrere Nodes. Im Falle eines Defekts oder sonstigen Ausfalls sind sie damit weiterhin für den laufenden Geschäftsbetrieb verfügbar. Zudem lassen sich weitere Methoden wie zum Beispiel rollenbasierte Zugriffskontrolle, isolierte Speicherpools oder Snapshots nutzen.

Die Leser von Storage-Insider haben abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei beliebtesten Anbieter von Scale-out-Storage-Lösungen 2018:

Varianten und Kosten

Am Markt sind sowohl proprietäre Scale-out-Systeme als auch herstellerunabhängige Lösungen für den Aufbau eines Clusters auf Basis von Standard-Hardware zu finden. Die erhältlichen Varianten reichen dabei von hochleistungsfähigen All-Flash- über flexible Hybrid- bis hin zu effizienten Archivierungssystemen. Produkte aus einer Hand nutzen meist ausschließlich Nodes und Software des jeweiligen Herstellers. Dies ermöglicht bei Problemen gezielten Support, schränkt aber möglicherweise die Wahlmöglichkeiten bei der Erweiterung des Clusters ein. Scale-out-Lösungen auf Basis von Standard-Hardware bieten hier mehr Spielraum, können sich aber im schlechtesten Fall bei der Problembewältigung als kompliziert erweisen.

Gegenüber klassischen Speichersystemen, die oft noch das Scale-up-Prinzip nutzen und häufig als verteilte Speicherinseln hohen Administrationsaufwand verursachen, bieten Scale-out-Lösungen auch finanzielle Vorteile. Durch die fast unbegrenzte Skalierbarkeit ist praktisch kein Risiko der Über- oder Unterdimensionierung vorhanden. Unternehmen können mit einem Minimalsystem für die grundlegenden Anforderungen beginnen und dieses je nach Bedarf flexibel ausbauen. Durch die zentrale Verwaltung des Clusters sinkt auch der Arbeitsaufwand für die Administration erheblich, da statt einzelner Speichersysteme nur ein einziger Speicherpool zu verwalten ist.

Diesen Vorteilen steht allerdings ein nach wie vor hoher Anschaffungspreis der Scale-out-Lösungen gegenüber, der die Technik bislang vor allem auf Großunternehmen beschränkt hat. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Datenflut durch Industrie-4.0- und IoT-Geräte erwarten Experten aber, dass auch der Mittelstand künftig verstärkt Scale-out Storage statt klassischer RAID-basierter Systeme nutzen wird.

Erfreuliche Zukunftsaussichten

Dieser Einschätzung schließen sich auch Marktforscher an, wie Zahlen der B2B-Experten von MarketsandMarkets zeigen: Demnach erreichte der globale Markt für Scale-out-NAS-Systeme im Jahr 2017 ein Volumen von 12,58 Milliarden US-Dollar. Bis 2022 soll dieser Wert bei 32,68 Milliarden US-Dollar liegen. Dies entspricht einer jährlichen Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von rund 21 Prozent. Als Treiber dieser Entwicklung gilt vor allem die zunehmende Nachfrage von Unternehmen, die sich mit hohen Kosten und Downtimes beim Einsatz von Scale-up-Systemen konfrontiert sehen. Zudem sorgt der Bedarf an Systemen mit hohen Datendurchsätzen und geringer Latenz, die beispielsweise für Big Data Analytics zum Einsatz kommen, für gute Marktaussichten im Scale-out-Segment.

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