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Das Experteninterview mit Ingmar Löke, Qumulo GmbH „Die Cloud ist interessant, wenn dort auch die Applikationen laufen“

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Jürgen Ehneß

Qumulo, Spezialist für File-Storage, hat kürzlich sein Portfolio überarbeitet und stellt mit der Version „Hybrid File Software V3“ neue Funktionen bereit. Storage-Insider sprach mit Ingmar Löke, Director Sales, DACH und Eastern Europe bei Qumulo.

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Mit Qumulos „Cloud Calculator“ können Unternehmen ihre Cloud-Kosten berechnen – zunächst für AWS.
Mit Qumulos „Cloud Calculator“ können Unternehmen ihre Cloud-Kosten berechnen – zunächst für AWS.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Storage-Insider: Eine der neuen Funktionen von V3 ist der „Cloud Calculator“. Wer benötigt so etwas?

Ingmar Löke, Qumulo: Damit kann sich der Anwender sehr schnell einen Überblick über die Kosten verschaffen und verschiedene Tiers und Kapazitätsstufen vergleichen.

Für welche Cloud-Anbieter funktioniert der Calculator?

Löke: Derzeit für AWS, es wird aber auch einen für Google und – später im Jahr – für Azure geben.

Rentiert sich der Kostenvergleich tatsächlich? Kann ich sparen, wenn ich beispielsweise in Irland die AWS-Cloud nutze und nicht bei uns?

Löke: Ja, das liegt zwar zum Teil auch daran, dass nicht alle Tiers überall zur Verfügung stehen. Sie können aber davon ausgehen, dass es in Deutschland preislich höher angesiedelt ist. Ich denke aber, dass bei uns der Mittelstand einen großen Sprung in puncto Sicherheit machen würde, wenn er in die Cloud ginge. Aber das ist meine private Meinung.

Sie verfechten Cloud-Computing stark, …

Löke: … wobei es vor allem darum geht, was dort passiert. Rechenleistung und Speicherkapazitäten bereitzustellen, ist das eine. Das könnte auch in einer europäischen Cloud wie „Gaia X“ schnell umgesetzt werden. Das, was es aber interessant macht, sind die ganzen Applikationen und Workflows, die in der Cloud laufen können und müssen.

Inwiefern?

Löke: Beispielsweise in der Medienwelt, wo der Anwender mit seinem Thin-Client an einem See sitzt und arbeitet. Alle notwendigen Programme sind in der Cloud betrieben, auf die er schnellen Zugriff hat inklusive des Qumulo File-Systems.

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Autonomes Arbeiten quasi?

Löke: Voraussetzung ist natürlich eine gute Netzanbindung. Gerade in der gegenwärtigen Situation spielt Remote-Arbeiten schon eine große Rolle, und die Cloud gehört dazu.

Wieso dauert die Umsetzung bei uns so lange?

Löke: Das erfordert ein Umdenken. Das fängt beim Administrator an, der sich natürlich um seinen Arbeitsplatz Sorgen macht. Cloud-Computing ist stark vom Management heraus getrieben, nicht von der IT. Dazu kommt, dass ich in der Cloud noch nicht alles machen kann, weil dort teilweise die Applikationen und Workflows fehlen. Zudem existieren Anbindungsprobleme etwa bei Datenbanken, wo man keine Latenzen will – das sind aus meiner Sicht noch keine Cloud-Anwendungen.

Das heißt: Es geht noch nicht alles in der Cloud, …

Löke: … aber schon einiges. Wir haben den Vorteil, dass unser File-System für die Cloud entwickelt wurde – im Gegensatz zu Legacy-Systemen. Das bedeutet, dass wir in einer hybriden Umgebung und Cloud-only sehr spannende Sachen machen können.

Ingmar Löke, Director Sales, DACH und Eastern Europe bei Qumulo.
Ingmar Löke, Director Sales, DACH und Eastern Europe bei Qumulo.
(Bild: Qumulo)

Wenn ich auf Qumulus wechseln will, muss ich aber mein File-System wechseln.

Löke: Ich muss meine Daten auf Qumulus migrieren – aber nicht die Applikation. Es ist für den Anwender denkbar einfach, mit Qumulo seine Applikationen und Workflows für die Zukunft vorzubereiten – ohne an ihnen Änderungen vornehmen zu müssen.

Wie sieht es in puncto Sicherheit aus?

Löke: Das neue Release V3 hat viele neue Sicherheitsfunktionen erhalten, beispielsweise werden die Daten sowohl bei der Übertragung unterwegs via SMBv3 verschlüsselt als auch bei der Ablage. Des Weiteren bieten wir Hardware-Verschlüsselung auf HPE-Apollo-Systemen.

Neu ist, dass ich jetzt auch auf Basis von Snapshots replizieren kann – nicht nur zwischen physikalischen Qumulo-Clustern, sondern auch „Off-Prem“, zum Beispiel AWS oder GCP.

Welche Vorteile hat der Anwender?

Löke: Es erfolgt keine Beeinträchtigung des laufenden Betriebs, und man kann die Snapshots ewig aufheben, weil wir keine Beschränkung bei der Anzahl der Snapshots haben. Man muss auch keinen Restore aus dem Backup fahren und kann zudem sehr granular wiederherstellen. Auch das Tiering entfällt. Das alles spart Ausgaben.

Wie sieht es bei der internen Sicherheit – Stichwort: Auditing – aus?

Löke: Das war ja schon immer eine unserer Stärken. Wir protokollieren jede Bewegung mit: Wer hat wann auf welche Datei zugegriffen, wer hat was gelöscht et cetera. Dazu vergeben wir unterschiedliche Zugriffsrechte etwa für Administratoren, Datenbeauftragte oder privilegierte „Beobachter“. Wir zeigen diese Audit-Daten nicht in unserem User-Interface.

Was wird mit dem neuen Release noch verbessert?

Löke: Wir haben die Kapazität unseres All-Flash-Speichers verdoppelt. Dank der neuen Drives mit einer Kapazität von jeweils über 15 TB fasst der neue Speicher „P368T“ 368 TB. Ein Qumulo-Cluster kann jetzt mit 100 Knoten auf eine Speicherkapazität von über 36 PB ausgebaut werden.

Besteht bei uns eine Nachfrage dafür?

Löke: Deutschland hinkt in puncto All-Flash noch ein wenig hinterher. Weltweit erzielen wir damit mittlerweile einen signifikanten Teil unseres Umsatzes. In Zuge von IoT und Analytics wird bei uns die Nachfrage nach All-Flash-Lösungen aber auch stark steigen.

In welchen Branchen ist Qumulo hauptsächlich vertreten?

Löke: Wir haben kürzlich unser Eco-System verbreitert und gestärkt. Im Bereich Gesundheitswesen haben wir eine Kooperation mit Change Healthcare aus den USA geschlossen. Bei Media und Entertainment kommen Vereinbarungen mit Adobe, Axle ai, Marquis und anderen hinzu. Zudem wollen wir zwei Fachkonferenzen abhalten: eine für den öffentlichen Dienst und eine für Forschungseinrichtungen. Damit das alles gut funktioniert, haben wir Partnerschaften für die Bereiche Data-Management (mit Atempo, Igneous, Iternity, Commvault, Rubrik, Veeam und Veritas), Infrastruktur (mit Arista, Mellanox und ATTO), Analytics (mit Arxscan) sowie für Videoüberwachung/Videoforensik und Remote-Working geschlossen.

Fujitsu ist neuer Vertriebspartner, und mit Arrow Electronics und Global Distribution (die vorwiegend UK bedienen) konnten wir zwei neue Distributoren gewinnen. Zudem sind wir Mitglied von HPE Greenlake, die Pay-per-Use-Initiative von HPE.

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